Bangkok: TUI verschiebt die Zahlung der Schulden – tausende Hotels stehen vor dem Ruin

Tausende Hotels in Thailand stehen vor dem Ruin, nachdem die TUI Gruppe – ein globales Tourismusunternehmen mit Sitz in Europa – entsprechende Briefe eingereicht hat, in denen die Rückzahlung von Schulden in Höhe von 2 Milliarden Baht verschoben werden soll.

Insgesamt zwölf Tourismusverbände bereiten sich darauf vor, bis nächste Woche eine Beschwerde bei den Regierungsbehörden einzureichen, und um die Hilfe der Behörden bei der Verwaltung fairer Verhandlungen zu bitten.

Die meisten Hotels, die mit TUI zusammenarbeiten, erhielten den Brief, in dem die Hotels aufgefordert werden, einen neuen Vertrag zu unterzeichnen, in dem die Rückzahlung der Schulden auf unbestimmte Zeit verschoben wird. Die Hotels sehen diese neuen Verträge, die sie unterzeichnen sollen, als eine unfaire Behandlung an.

„Wir wissen, dass viele Reiseveranstalter aufgrund der Covid-19 Pandemie mit einem finanziellen Defizit konfrontiert sind. Wenn wir jetzt jedoch dazu gezwungen werden, diesen neuen Vertrag einzuhalten, wird uns das Salz in die Wunden reiben, da wir auch unseren Betrieb eingestellt haben und versuchen, Entlassungen der Mitarbeiter vermeiden“, sagte Bhummikitti Ruktaengam, der Präsident des Tourismusverband in Phuket.

Die Gesamtschulden stammen aus Buchungen zwischen Januar und März 2020, für die TUI normalerweise das Geld von den Kunden sammelt. Die betroffenen Hotels erhalten die Zahlung normalerweise innerhalb von 30 – 60 Tagen, nach dem die Kunden bereits schon wieder aus den Hotels ausgescheckt haben.

Die Hotelbetreiber erhalten dabei je nach ihrem Standort leicht unterschiedliche Bedingungen von TUI angeboten.

Die überwiegende Mehrheit der Hotels wurde darum gebeten, innerhalb von 10 Tagen nach Unterzeichnung eines neuen Vertrags 25 % der Schulden zu stornieren, während die verbleibenden Schulden beglichen werden, wenn das Geschäft von TUI wieder normal ist.

Der unklare Zeitrahmen für die Zahlung wird allerdings schwerwiegende Auswirkungen auf die Partnerhotels von TUI haben, die sich hauptsächlich in Südthailand befinden, da TUI zu den drei größten Reiseveranstaltern gehört, die wichtige Feeder-Märkte nach Thailand bringen, wie Deutschland, Skandinavien und Großbritannien.

Wenn sich die Zahlung bis auf das nächste Jahr verzögert, dürften die Hotelmitarbeiter einem Dominoeffekt ausgesetzt sein, sagte Herr Bhummikitti.

„Wir brauchen neue Verhandlungen von Regierung zu Regierung, um diesen Streit zu lösen. Wir haben die Angelegenheit bereits mit der thailändischen Tourismusbehörde erörtert. Als nächstes werden wir allen verbundenen Agenturen wie dem Tourismusministerium und dem Außenministerium einen gemeinsam unterzeichneten Brief vorlegen, um als solche zu fungieren“, sagte er.

Mediatoren sowie die Deutsch-Thailändische Handelskammer und die deutsche Botschaft in Bangkok wurden ebenfalls um entsprechende Hilfe gebeten, um die Legitimität des Vorgehens von TUI zu klären“, sagte er weiter.

Kongsak Khoopongsakorn, der Präsident des südlichen Kapitels der Thai Hotels Association (THA) sagte, die THA möchte dieses Thema in einem privaten Treffen mit Premierminister Prayuth Chan o-cha ansprechen, der heute (8. Mai) das Hauptquartier der THA besuchen soll.

Es gibt mindestens 2.000 Hotels in Thailand, die mit TUI zusammenarbeiten, und die Schulden übersteigen wahrscheinlich sogar die Schätzung von 2 Milliarden Baht, sagte Herr Kongsak weiter.

Er sagte, Thailand und Deutschland haben eine jahrzehntelange Partnerschaft, und TUI gilt als prominenter Partner für Hotels, aber die neuen Bedingungen sind zu hart, um akzeptiert zu werden, da die Hotels auch überleben müssen.

Angkana Tanetvisetkul, die Präsidentin der Kata Karon Business Association sagte, andere Reiseveranstalter in Europa fordern ebenfalls Zahlungsverzögerungen oder Ratenzahlungen, aber die Angebote sind akzeptabel, da es einen klaren Zeitplan gibt, der es den betroffenen Hotels ermöglicht, den Cashflow zu verwalten.

 

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4 Antworten zu Bangkok: TUI verschiebt die Zahlung der Schulden – tausende Hotels stehen vor dem Ruin

  1. Avatar berndgrimm sagt:

    Ich kann mich an Europäische Firmen erinnern, die Geschäfte mit Thailändischen Unternehmen getätigt haben und nie Geld erhalten haben. Selbst der Thailändische Staat hat nicht an Europäische Firmen bezahlt. Wie viele Privatpersonen wurden hier abgezockt und betrogen?

    Aber eines haben diese Beispiele gemeinsam. In Thailand haben alle keinerlei Chancen an ihr Geld oder an Gerechtigkeit zu kommen. 

     

    Sehr richtig!

    Die thailaendischen Corona Gewinnler wollen den Anschluss an die europaeischen

    Corona Gewinnler nicht verpassen!

    Zur Sache selber :

    Die Reiseveranstalter in Europa (TUI) kassieren von den Kunden Anzahlungen

    fuer die Reise von denen sie Teile an die Leistungserbringer (Airline,Hotel,Dienstleister)

    weitergeben.

    Derzeit geht es im Rahmen des Corona Theaters um die Rueckerstattung dieser Anzahlung.

    Die Kunden wollen ihr Geld zurueck und die Veranstalter wollen lieber

    Gutscheine geben und das Geld behalten.

    Da die Resieveranstalter praktisch alle Pleite sind wollen die Kunden

    eine staatliche Garantie fuer diese Gutscheine.

    Eigentlich wollte man eine EU einheitliche Regelung aber nun will D

    eine staatliche Garantie geben.

    Ich kenne die TUI Vertraege nicht aber meistens kauft man ein

    Basiskontingent von Zimmern zum Festpreis und kann dann variabel

    nach Bedarf und Verfuegbarkeit aufstocken.

    Das Basiskontingent wird in Tranchen ueber das Jahr bezahlt um den Hotels

    einen gewissen Cash Flow zu gewaehrleisten.

    Jammern gehoert zum Handwerk auf beiden Seiten.

    Ich bin vollkommen bei Exil was die Serioesitaet der Thai Geschaeftspartner

    und Thai Offiziellen angeht.

    Ich bin ja 1986 das erste Mal nach TH gekommen weil unsere japanische Firma

    hier ein Werk aufmachte.

    Natuerlich brauchten wir einen Thai Paten fuer die 51%.

    Wir hatten einen besonders hochrangigen und niemals Probleme hier.

    Die Probleme fingen an als wir nach Ablauf der 20jaehrigen Vertragslaufzeit

    nicht velaengern wollten.(weil der Markt fuer die Produkte die wir in TH fertigten schrumpfte).

    Obwohl wir einen internationalen Vertrag mit unserem Thai Paten hatten

    zog er uns in TH vor Gericht und liess (vertragswidrig) Assets von uns beschlagnahmen.

    Erst nach Intervention der allmaechtigen JETRO bei der Thai Regierung

    kam es zu einem aussergerichtlichen Vergleich und wir mussten

    weit mehr als vertraglich vereinbart als Absstandssumme bezahlen.

    Dort gab es auch eine Kompllizenschaft zwischen Thai Privatinteressen

    und staatlichen Autoritaeten.

    Es war aber kurzsichtig fuer Thailand …..

    Wir hatten angeboten in dem Werk statt der zurueckgehenden Konsumgueter

    lieber boomende Elektronik Industrie Komponents zu fertigen.

    Nachdem wir so ueber den Tisch gezogen worden sind ,

    haben wir dieses Werk lieber in Malaysia gebaut.

  2. Avatar exil sagt:

    Die Kriese trifft den Tourismus hart und TUI bittet mit einem neuen Vertrag die Schulden mit Verzögerung bezahlen zu können.

    Ich kann mich an Europäische Firmen erinnern, die Geschäfte mit Thailändischen Unternehmen getätigt haben und nie Geld erhalten haben. Selbst der Thailändische Staat hat nicht an Europäische Firmen bezahlt. Wie viele Privatpersonen wurden hier abgezockt und betrogen?

    Aber eines haben diese Beispiele gemeinsam. In Thailand haben alle keinerlei Chancen an ihr Geld oder an Gerechtigkeit zu kommen. 

     

    • STIN STIN sagt:

      Aber eines haben diese Beispiele gemeinsam. In Thailand haben alle keinerlei Chancen an ihr Geld oder an Gerechtigkeit zu kommen.

      doch, kein Problem – man pfändet einfach das Flugzeug des Königs, oder gleich seine Villa am Starnbergersee und du wirst dich wundern,
      wie schnell dann Schulden bezahlt werden 🙂

      • Avatar gg1655 sagt:

        Niemand hat ein Flugzeug des Königs gepfändet.Das Flugzeug war Staatsbesitz und eben nicht des Königs Eigentum sondern er hatte wohl nur das alleinige Nutzungsrecht dafür. Die Villa wird Privatbesitz sein. Wär das Flugzeug ebenfalls Privatbesitz gewesen hätte es auch niemand Pfänden können wegen Schulden die der Staat Thailand nicht begleichen wollte. Das Flugzeug ist anscheinend deshalb nicht der Privatbesitz des Königs weil er dann auch für die Kosten des Unterhalts dafür aufkommen müsste. So aber kommt der Thailändische Staat dafür auf. Auch wenn der König pervers Reich ist und sich ein Flugzeug ohne weiteres Leisten könnte so kann man von solchen Typen nur Lernen wie man möglichst alle Kosten auf die Allgemeinheit abwälzt und nur das Profitable für sich selbst nimmt.

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