Thailand: Regierung möchte digitale Dienste versteuern

Thailand hat am Dienstag (9. Juni) einen Gesetzesentwurf gebilligt, wonach ausländische digitale Dienstleister eine Mehrwertsteuer zahlen müssen. Damit ist Thailand das jüngste Land in Südostasien, das versucht, seine Steuereinnahmen durch internationale Internetunternehmen bzw. durch digitale Dienstleister zu steigern.

Bereits im vergangenen Monat hat Indonesien ein Gesetz verabschiedet, nach dem große Internetunternehmen ab Juli 2020 Mehrwertsteuer auf den Verkauf von digitalen Produkten und Dienstleistungen zahlen müssen. Auf den Philippinen hat ein Gesetzgeber im Parlament ebenfalls ein ähnlich neues Gesetz zur Besteuerung von digitalen Dienstleistungen eingeführt.


AFP PHOTO / Damien MEYER

Der thailändische Gesetzentwurf, über den das thailändische Parlament allerdings noch abstimmen muss, sieht vor, dass gebietsfremde Unternehmen oder Plattformen, die mehr als 1,8 Millionen Baht (57.434,59 USD) pro Jahr durch die Bereitstellung digitaler Dienste im Land verdienen, eine Mehrwertsteuer von 7 % auf den Umsatz zahlen müssen, erklärte die stellvertretende Regierungssprecherin Ratchada Thanadirek gegenüber den lokalen Reportern.

Thailand wird voraussichtlich jährlich rund 3 Milliarden Baht (95,72 Millionen US-Dollar) in seine Kassen aufnehmen, was sich auf Dienste wie Musik- und Video-Streaming, Spiele und Hotelbuchungen auswirken wird, sagte die Regierungssprecherin. Sie nannte dabei allerdings keine Namen der Unternehmen, die für diese Steuer in Frage kommen.

„Diese Unternehmen hätten die Mehrwertsteuer von 7 % zahlen müssen, wenn sie Thailänder gewesen wären, was unfair ist“, betonte Frau Ratchada.

Thailand, Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft, hat jahrelang über die Besteuerung digitaler Unternehmen nachgedacht, in der Hoffnung, die Internetwirtschaft des Landes zu erschließen, eine der am schnellsten wachsenden in der Region.

Thanawat Malabuppha, der Präsident der thailändischen E-Commerce-Vereinigung, sagte gegenüber Reuters, er begrüße den Schritt, da dies dazu beitragen werde, die Wettbewerbsbedingungen für konkurrierende thailändische Unternehmen zu verbessern.

„Jeder, der mit Thailändern Geld verdient, sollte auch Steuern an das Land zahlen“, sagte er.

Laut Analysten hat die COVID-19 Pandemie den Druck von Regierungen auf der ganzen Welt verstärkt, Internetunternehmen zu besteuern, die einen Umsatzanstieg verzeichnen könnten, wenn die Menschen während der globalen Sperren zu Hause bleiben.

Fast 140 Länder der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) verhandeln über die erste umfassende Neufassung der Steuervorschriften, um dem Aufstieg großer Technologieunternehmen wie Amazon, Facebook, Apple und Google besser Rechnung zu tragen.

Die südostasiatischen Regulierungsbehörden führten im vergangenen Jahr erstmals Gespräche über regionale Bemühungen, die Technologiegiganten stärker zu besteuern, während verschiedene Branchengruppen davor gewarnt haben, dass eine Überregulierung die boomende digitale Wirtschaft der Region auch bremsen könnte. / TP-REUT

 

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1 Antwort zu Thailand: Regierung möchte digitale Dienste versteuern

  1. Avatar berndgrimm sagt:

    Ja, natuerlich waere ein Besteuerung der Plattformen gut.

    Und ausgerechnet Thailand welches noch nicht mal

    in der Lage und Willens ist im Inland die Steuern

    von allen eigentlich steuerpflichtigen einzuziehen

    soll der Vorreiter sein?

    Thailand, Südostasiens zweitgrößte Volkswirtschaft, hat jahrelang über die Besteuerung digitaler Unternehmen nachgedacht

    vielleicht kann man Lazada und Amazon wenigstens ein paar Millionen Teegeld

    aus dem Kleptomonnaie schuetteln.

     

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