Bangkok: Ehemaliger Direktor des Nationalen Amtes für Buddhismus wegen Betrug zu 94 Jahren Gefängnis verurteilt

Der ehemalige Direktor des Nationalen Amtes für Buddhismus in Thailand wurde von einem Gericht zu 94 Jahren Gefängnis verurteilt. Der frühere Direktor des Nationalen Amtes für Buddhismus in Thailand (NOB) wurde zu einer 94-jährigen Haftstrafe verurteilt, weil er wiederholt Gelder für mehrere Tempel im südostasiatischen Königreich unterschlagen hatte.

Der 64-jährige Phanom Sornsipl wurde erstmals 2018 wegen angeblicher Fehlallokation von Geldern für buddhistische Tempel in den Jahren 2013 und 2014 verhaftet.

Die vorherige Haftstrafe von 52 Jahren und acht Monaten für den ehemaligen Direktor des Nationalen Amtes für Buddhismus Sornsipl wurde am Dienstag (23. Juni) vom Zentralen Strafgerichtshof für Korruptions- und Fehlverhaltensfälle erhöht. Zusammen mit mehreren Mitangeklagten wurde ihm außerdem befohlen, die veruntreuten Gelder an das Büro des Buddhismus zurückzugeben.

Nach einer Untersuchung der Nationalen Antikorruptionskommission (NACC) in Thailand wurde Sornsipl im Jahr 2017 beschuldigt, mehr als 300 Millionen Baht (9,42 Millionen US-Dollar) an staatlichen Subventionen für rund 30 buddhistische Tempel gestohlen zu haben, während er die NOB leitete.

In einer Reihe von Programmen, an denen verschiedene Tempel beteiligt waren, boten Beamte des Nationalen Amtes für Buddhismus großzügige Mittel für Tempel an, um die Kosten für Renovierungen und Reparaturen, Dhamma – Studienkurse sowie für religiöse Feste und andere Werbeaktionen zu decken. Sie taten dies, während sie diese Tempel ausdrücklich anwiesen, den Großteil der Gelder unter dem Tisch zurückzugeben, die dann von den Beamten aufbewahrt wurden.

„Während ihrer Amtszeit an der Spitze der NOB wurden einige Tempel gebeten, die meisten der ihnen ausgezahlten staatlichen Subventionen zurückzugeben“, sagte Ministerpräsident Omsin Chiwaphruek im Jahr 2017. (The Nation Thailand)

Mehrere der Verdächtigen arbeiteten zu dieser Zeit für das National Office of Buddhism, während andere Mönche die mit den Tempeln verbunden waren, ebenfalls an der Unterschlagung beteiligt waren.

Andere Angeklagte, die in der Verurteilung dieser Woche genannt wurden, sind der ehemalige 57 Jahre alte Studienleiter für Buddhismus in der Provinz Lampang, Boonlert Sopha, sowie die 53 Jahre alte Patana Su-ammatmontri, die ehemalige Direktorin für Buddhismusförderung; Der 54 Jahre alte Kaeo Chittakob, ein ehemaliger Spezialist für Buddhismusstudien; und die 51-jährige Pornpen Kittitarangkun, eine weitere ehemalige Spezialistin für Buddhismusstudien.

Ihre Gefängnisstrafen variierten zwischen 6 und 56 Jahren. Alle Angeklagten behaupten weiterhin ihre Unschuld und sind seit ihrer Festnahme im Jahr 2018 im Gefängnis geblieben.

Im selben Jahr wurden auch einige hochrangige Mönche festgenommen. Am 24. Mai führte  die Polizei in vier buddhistische Tempel eine Razzia durch und verhaftete sieben prominente religiöse Führer, denen vorgeworfen wurde, staatliche Gelder unterschlagen zu haben. Einer von ihnen war Mitglied des Sangha Supreme Council (SSC) und zwei Mönche aus Bangkoks Golden Mount Temple.

Das National Office of Buddhism ist eine wichtige Regierungsbehörde in Thailand und berichtet direkt an den Premierminister. Das Büro ist verantwortlich für die staatliche Aufsicht über den Buddhismus, die größte Religion des Königreichs, mit ungefähr 95 Prozent der Thailänder als Anhänger.

2017 wurde Sornsipl in seiner Rolle bei der NOB durch Pongporn Pramsaneh ersetzt, einen ehemaligen Polizisten, der Reformen im Büro und in der Finanzbuchhaltung von Tempeln in ganz Thailand gelobte. Der Schritt führte zu Aufschrei unter einigen hochrangigen Buddhisten, die seinen Sturz forderten. Er wurde kurz entlassen, kehrte aber nach weniger als einem Monat auf den Posten zurück und blieb bis heute dort. / TP-PON

 

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11 Antworten zu Bangkok: Ehemaliger Direktor des Nationalen Amtes für Buddhismus wegen Betrug zu 94 Jahren Gefängnis verurteilt

  1. Avatar ben sagt:

    @ STIN: will da nicht weiter meine Zeit vergeuden…- Wenn Privat Personen und Firmen verfolgt werden, gehören Parlamentarier ja klar auch dazu! Bei Wiki Beiträgen gibt's keine Garantie, dass sie auch stimmen… aber wenn's Dir Spass macht – bleib dabei… 555 Bei Österreich hast Du ja auch gesehen, was mit dem Mafia Parlamentarier und der FPÖ geschah, als er gefilmt wurde…

  2. Avatar ben sagt:

    @ STIN: …leider kein Blödsinn…

    sehr wohl Blödsinn..- Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass Bestechung privat und unter Firmen verboten ist, aber nicht als Parlamentarier!…

    https://pestalozzilaw.com/en/news/legal-insights/schweizer-korruptionsstrafrecht-verscharfung-auf-juli-2016/

     

     

    • STIN STIN sagt:

      sehr wohl Blödsinn..- Du glaubst doch wohl nicht ernsthaft, dass Bestechung privat und unter Firmen verboten ist, aber nicht als Parlamentarier!…

      ich habe dir den Link eingestellt und auch erklärt, dass es schon passiert ist. Schellenbacher heisst der ehm. NR-Abg. der von einem Geschäftsmann aus der Ukraine
      auf den Abg.Platz “gekauft” wurde. Ist nicht strafbar…. – ich kann da auch nix dafür.

      Was deinen Link betrifft, der handelt nicht von Abgeordnete. In meinem Wiki-Link konntest du auch lesen, dass sogar in Deutschland der Kauf von Abg. erst
      2015 verboten war. Das muß man sich erstmal vorstellen können. Ist schwer, ich weiß…..

      Hier auch die Einschätzung der Staatsanwaltschaft Österreich dazu:

      Erkauften sich ukrainische Oligarchen 2013 für mehrere Millionen Euro ein FPÖ-Nationalratsmandat?
      Die FPÖ hat das stets energisch bestritten.
      Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelte in dem Fall –
      und stellte ein Verfahren ein. Begründung:
      Selbst wenn es so war, dann wäre das gar nicht strafbar gewesen.

      https://www.profil.at/oesterreich/parteienfinanzierung-fall-ex-fpoe-abgeordneten-thomas-schellenbacher-11062121

      Was mich dazu schon Foren-User Lügner genannt haben – aber danach waren sie recht still 🙂

  3. Avatar ben sagt:

    @ Stin: ...und wenn z.B. Abgeordneten-Bestechung in Österreich und Schweiz nicht strafbar ist..

    woher hast Du denn diesen Blödsinn???? Fast so bla bla, wie unser Rotkäppchen Trump.. einfach in die andere Richtung,,,

     

    • STIN STIN sagt:

      leider kein Blödsinn.

      Als ein ukrainischer Geschäftsmann einen Abgeordneten im Nationalrat kaufte, hab ich in einem Forum in Österreich auch so reagiert.
      Siehe da – in der Tat in Österreich und Schweiz noch nicht strafbar. Sie arbeiten schon zwar 10+ Jahre dran, aber ist es noch nicht.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Abgeordnetenbestechung

      In Deutschland auch erst ab 2015.

      Ja, da haut es einen von den Socken, ich weiß 🙂

      • Avatar berndgrimm sagt:

        Es ist totaler Bloedsinn den rechtlich umstrittenen Tatbestand

        der Abgeordnetenbestechung vs Abgeordnetenimdemnitaet (Schadloshaltung)

        in einem Rechtsstaat wie DACH mit den Praktiken

        in einem gewollten Unrechtsstaat wie Thailand

        zu vergleichen.

        In Thailand sind Exekutive und Judikative parteiisch.

        Es gibt hier keinen Rechtsstaat.

  4. Avatar Wolf5 sagt:

    Da stin sich mal wieder aus dem weltweiten Angebot der Beispiele in Sachen Korruption diesmal Österreich herausgesucht hat, anstatt sich zu diesen Problemen in TH zu äußern (was ja eigentlich Sinn des obigen Beitrages ist) will ich also nur einen kleinen Vergleich einstellen:

    Im veröffentlichten Ranking 2019 zum Korruptionsindex liegt Österreich auf
    Platz 12, während TH sich mit Platz 101 zufrieden geben muß.

    https://www.transparency.de/cpi/cpi-2019/cpi-2019-tabellarische-rangliste/?L=0

    Nun kann sich jeder selbst heraussuchen, wo mit etwas mehr Korruption zu rechnen ist.555

    • STIN STIN sagt:

      Da stin sich mal wieder aus dem weltweiten Angebot der Beispiele in Sachen Korruption diesmal Österreich herausgesucht hat, anstatt sich zu diesen Problemen in TH zu äußern (was ja eigentlich Sinn des obigen Beitrages ist) will ich also nur einen kleinen Vergleich einstellen:

      Im veröffentlichten Ranking 2019 zum Korruptionsindex liegt Österreich auf
      Platz 12, während TH sich mit Platz 101 zufrieden geben muß.

      natürlich kann man es mit Rankings nicht vergleichen, da in Österreich nicht jeder Polizist korrupt ist, in TH schon.
      In A wird man auch kaum erwischt und abgeurteilt – zählt dann also nicht als Korruption und wenn z.B. Abgeordneten-Bestechung
      in Österreich und Schweiz nicht strafbar ist – dürfte auch dies nicht ins Ranking einfließen.

      Nun kann sich jeder selbst heraussuchen, wo mit etwas mehr Korruption zu rechnen ist.555

      Man müsste in Österreich Postenschacher usw. strafbar machen, Amtsmissbrauch auch und auch Korruption, was tw. nicht der Fall ist –
      dann würde es anders aussehen.

      Aber ich kritisiere Österreich deswegen nicht – ich liebe das Land, wie auch Thailand. Meine 2 liebsten Länder eigentlich.

  5. Avatar exil sagt:

    Wieder einer der nicht teilen konnte!

    Er hat nichts anderes getan wie fast jeder der in Thailand die Möglichkeit hat, er hat betrogen und gestohlen.

    Der einzige Fehler dürfte gewesen sein, dass er nicht mit den richtigen Leuten geteilt, bzw, diese nicht mit dem nötigen Kleingeld versorgt hat.

    Er hat nur die Thailändische Kultur gelebt wie es STIN formulieren würde.

    • Avatar berndgrimm sagt:

      Kann ich leider wieder nur vollkommen zustimmen.

      Wer mal hinter die bunten und goldenen Fassaden der Wats blickt und hoert

      weiss ueber die heutige Basis dieser Kultur bescheid.

      Man kann den pragmatischen Ansatz dieser Kultur nicht abstreiten.

      Alle Menschen sind schlecht, deshalb verkaufen wir Ablassbriefe.

      War schon vor 500 Jahren ein gutes Geschaeft.

      Machtmissbrauch und Veruntreuung von Gemeinschaftsgeldern

      sind Bestandteil der Thainess und somit als Kulturgut geschuetzt.

      Scheinheiligkeit gehoert hier fest zum Glauben.

    • STIN STIN sagt:

      Der einzige Fehler dürfte gewesen sein, dass er nicht mit den richtigen Leuten
      geteilt, bzw, diese nicht mit dem nötigen Kleingeld versorgt hat.

      könnte bei Markus Braun aus Österreich auch der Fall sein – der nun wegen dem Wirecard-Betrug in München festsitzt.

      Er hat nur die Thailändische Kultur gelebt wie es STIN formulieren würde.

      oder die österreichische – du weißt ja, da gibt es auch so eine Korruptionskultur, wenn man Ibiza, Novomatic, Postenschacher
      usw. mitverfolgt.

      Wenn ich derzeit österr. Medien lese, komme ich mir oft vor, als würde ich in Thailand-Medien lesen 🙂

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