Umstritten: Wat Dhammabharami in Dortmund

(Mark Teufel, 11.09.2011)            Zwischen Mitgliedern des Trägervereins von Wat Dhammabharami in Dortmund ist ein heftiger Rechtsstreit entbrannt. Dieser entzündete sich daran, dass einige lange in Deutschland lebende Thailänder und einige deutsche Mitglieder den Verein nach deutschen Gesetzen und Regeln geführt sehen wollten, während die Leitung des Tempels offensichtlich nach thailändischen Grundsätzen vorgehen will, die keine Transparenz oder Rechenschaftspflicht eines Wat-Betreibers verlangen.

Eine Gruppe um den Mönch, der das Kloster führt, wünscht, dass die Rolle des Mönchs nicht angetastet wird. D.h. dieser soll alleine und ohne Kontrolle über die Verwendung der Spenden entscheiden. Eine große Gruppe von  “Dissident“  jedoch verlangt Offenlegung von Einnahmen und Ausgaben, und demokratische Wahlen über die Führung des Vereins.

Einer der Dissidenten erklärte : „Ich bin viele Wochenenden über 100 km gereist, um beim Bau zu helfen. Wir haben sehr viel in Eigenleistung gemacht, und nun will man mich raus werfen …“. Er berichtete, wie ein Vertreter des Klosters zum Spendenstock gegangen war, ihn geöffnet hatte und ihm Geld für Fahrtkosten geben wollte. Als dieser ablehnte, mit der Begründung, dass man doch nicht einfach die Spenden so entnehmen könnte, traf er auf Unverständnis. Als er dann noch die Forderung stellte, dass die Leitung des Vereins demokratisch erfolgen müsse, wurde er und 11 weitere Personen als   “Nicht zum Verein gehörend“ bezeichnet. Jedoch verlor der Verein eine Klage und am 28.01.2010 erging ein Urteil, das feststellte, dass die 11 Personen doch Mitglieder wären.

Für den 12.12.2010 wurde eine Mitglieder-Versammlung einberufen, zu der entsprechend dem Gerichtsurteil auch die Dissidenten eingeladen wurden. Diese Versammlung sollte in großer Kälte und bei Regen unter einem Schirm, außerhalb von Gebäuden stattfinden. Die 11 Mitglieder erklärten die Bedingungen für unzumutbar und verließen die Versammlung. Daraufhin beschlossen die übrigen  ( 19 )  Mitglieder den Ausschluss. Der aber durch eine erneute Klage wegen verschiedener Formfehler für ungültig erklärt wurde.

Inzwischen sind es weit über 20 Personen, die im Streit um die Mitgliedschaft in dem Trägerverein sind. Ihnen wird mit allen möglichen Begründungen das Recht einer Mitgliedschaft verweigert.

Anhänger des Abtes des Klosters, Dhammabharami, nennen ihn   „Ruhe ausstrahlend“   und   „gesetzt“.   Den meisten Besuchern des Wats sind die Auseinandersetzungen im Verein nicht bekannt. Oder sie folgen den verschiedenen Erklärungen der dem Abt gegenüber loyal auftretenden Mitglieder, nach denen die Dissidenten z.B. ungebührlich bzw. unziemlich gegenüber dem Abt gewesen wären.

Auf E-Mail-Anfrage erhielten ich leider keine Stellungnahme von der Vereinsleitung des Wat.

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