Bangkok: Aktivisten gingen zur Polizei und forderten die eigene Verhaftung

Eine Gruppe thailändischer Aktivisten präsentierte sich am Sonntag auf einer Polizeistation in Bangkok und forderte die Beamten dazu auf, sie wegen der Organisation von Protesten in den letzten Wochen festzunehmen.

Die Aktivisten waren in einer Gruppe vom Schauplatz des größten regierungsfeindlichen Protests seit Jahren in Bangkok marschiert, wo sich mehr als 10.000 Menschen versammelt hatten.

„Wenn Sie einen Haftbefehl haben, verhaften Sie uns“, sangen die Aktivisten auf der Polizeistation.

Drei Aktivisten wurden bereits wegen der jüngsten Proteste festgenommen und gegen Kaution freigelassen. Die Polizei gab jedoch an, dass Haftbefehle gegen 12 weitere Personen bestehen, von denen noch weitere untersucht werden.

Die Polizei auf der Station sagte auch, sie überprüfe noch die Liste der Haftbefehle gegen diejenigen, die dort marschiert waren.

Unterdessen hat auch Premierminister Prayuth die Kundgebungen der Studenten verfolgt und gegenüber den thailändischen Medien darauf bestanden, dass er die Verhaftung von Studentenaktivisten, die an den Demonstrationen teilgenommen haben, nicht angeordnet hat.

General Prayuth Chan o-Cha sagte, er habe die politische Situation, einschließlich der Studentenkundgebung und anderer Angelegenheiten im Parlament genau verfolgt. Er glaubt, dass alle Seiten friedlich sind und Gewalt vermeiden sollten. Er hat mit allen Seiten diskutiert, um gemeinsame Lösungen zu finden, und die Idee des Mittelweges initiiert, der es allen, insbesondere den jungen Menschen, ermöglicht, ihre Probleme zu besprechen und such dazu zu äußern.

Der Premierminister hofft, dass das Parlament die Probleme gemäß dem demokratischen Prozess lösen wird. Die Regierung ignoriert die Forderungen der Demonstranten nicht und bereitet sich darauf vor, einen Entwurf zur Änderung der Verfassung vorzuschlagen, fügte er weiter hinzu.

Er forderte alle Mitglieder des Repräsentantenhauses auf, einen Ausweg aus dieser Situation zu finden, da sie die Volksvertreter sind.

Er sagte auch, er habe die Verhaftung von Studentenaktivisten nicht angeordnet, da dies die Pflicht der Polizei sei.

Der Premierminister hat keine solche Befugnis, um in den Prozess einzugreifen, betonte er. / TP-REUT

 

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10 Antworten zu Bangkok: Aktivisten gingen zur Polizei und forderten die eigene Verhaftung

  1. Avatar HDS sagt:

    "Eine Gruppe thailändischer Aktivisten präsentierte sich am Sonntag auf einer Polizeistation in Bangkok und forderte die Beamten dazu auf, sie wegen der Organisation von Protesten in den letzten Wochen festzunehmen."

    Echt jetzt? OK, ich versteh die Thai-Logik anscheinend nicht. Aber mit dieser Aktion schadet ihr nur weiteren Aktionen und euch selbst. Dumme Idee, mag, mag.. Die "Braunen" buchten euch gerne freiwillig ein. Nicht weil es Prayuth so will, wie er sagte, sondern weil der Polizeistaat seinen eigenen Herrscher hat. Und der ist darüber nicht sehr begeistert.

    • STIN STIN sagt:

      mich interessieren hierzu auch noch andere Dinge.

      1. Sind die 30-50 Milliarden US$ des CPB-Vermögens noch in Thailand oder schon in der Schweiz?

      2. Wer finanzier diese Demos. Ich habe nun mal ein paar alte Berichte nachgelesen – Thanathorn hat diese Demos schon bei seiner
      Absetzung angekündigt. Ihm kam dann nur Corona in die Quere. Also ich vermute weiterhin, sie werden von Thanathorn finanziert.

      Anfang des Jahres ordneten die Richter deren Auflösung an, weil der Parteichef, der Milliardär Thanathorn, illegal Geld gespendet haben soll. Er wiederum kündigte an, die Auseinandersetzung auf der Strasse fortzusetzen. Doch dann kam die Pandemie.

      https://www.bazonline.ch/protest-im-zeichen-harry-potters-975688867108

      • Avatar HDS sagt:

        Jede Demo, besonders in Thailand, hat ihren Sponsor. Jede Demo kann aber nur erfolgreich sein, wenn möglichst viele sich gegen etwas stellen und sich nicht selbst freiwillig auf den Scheiterhaufen stellen. Am Ende ist keiner mehr da der den Mund aufmachen kann oder sich dazu getraut.

        Denke ich an die Klima- u. Flüchlings-Bärchenwerfer in Deutschland ist es doch genauso. Da kam noch keiner auf so dumme Ideen. Deswegen haben sie das Land weiter im Griff mit ihrer Ideologie. Ach ich weiß. Andere Länder andere Sitten 😉

        Nur die Harten überleben aber nicht die Selbstmörder.

        Nachtrag: Oh Mann, was rede ich hier nur (lol)

      • Avatar "Forentroll" sagt:

        Da zeichnet sich ein mittelschweres Hämmerchen ab.

        Für mich ist Lord Molteford Na Dubai voll größenwahnsinnig! 

        Gut,  daß man gerade Etagenbetten im Knast eingeführt hat! 

        Was verbreiten Sie für ein Gerücht über das CPB-Vermögen?

        Sie bekommen den Hals nicht voll?! 

         

        • STIN STIN sagt:

          Da zeichnet sich ein mittelschweres Hämmerchen ab.

          Für mich ist Lord Molteford Na Dubai voll größenwahnsinnig!

          das ist nicht Thaksin – eher Thanathorn. Der hat seinerzeit versprochen, den Protest auf die Strasse zu bringen und das tut er nun halt.

          Gut, daß man gerade Etagenbetten im Knast eingeführt hat!

          ja, aber nicht überall.

          Was verbreiten Sie für ein Gerücht über das CPB-Vermögen?

          keine Gerüchte. Waren bis vor einiger Zeit noch auf der Webseite, mit Jahresabschluß usw.
          Damals um die 30 Milliarden, manche meinen aber, derzeit um die 50 Milliarden.

          Ist nun alles abgerschöpft, also auf Deutsch: weg!

          Sie bekommen den Hals nicht voll?!

          nein, nicht von mir abgeschöpft. Ja, da kriegt einer den Hals nicht voll.
          Vermutlich schon das meiste im Ausland.

          • Avatar "Forentroll" sagt:

            Angstmacher! 

            Da gibt es kaum Bares! 

            Das sind überwiegend Produktionsvermögen und Grundstücke! 

            Was verbreiten Sie da für einen Müll.

            Früher war Prüfung + Entscheidung (?) dem Finanzministerium unterstellt.  Das hat man womöglich verschoben. 

            Deswegen kann da keiner was abzwacken. 

            Diese oder ähnliche Volksverhetzung hat WR schon mal verbreitet. 

            Sie wissen ansonsten scheinbar noch nichts,  ….

             

            • STIN STIN sagt:

              Angstmacher!

              Da gibt es kaum Bares!

              doch, damit hat R9 die Rechnungen seiner über 2500 Projekte bezahlt – nicht er selbst, das Finanzministerium – das die Kontrolle
              des Kronvermögens leitete.

              Aber auch Unternehmen, Anteile, Aktien, Immobilien und viele Ländereien gehörten zum CPB-Vermögen.

              Dies hat nun R10 unter Kontrolle und das bedeutet auch, er kann es veräußern, vermieten und die Gewinne daraus
              abschöpfen. So sieht es aus. Stand auch tw. in der Bangkok Post.

              Das sind überwiegend Produktionsvermögen und Grundstücke!

              auch Grundstücke kann man verkaufen, dann hat man Bargeld.

              Früher war Prüfung + Entscheidung (?) dem Finanzministerium unterstellt. Das hat man womöglich verschoben.

              richtig, hat man nach Bayern verschoben.

              Deswegen kann da keiner was abzwacken.

              doch, alles sogar. Nur er hat noch die Kontrolle, niemand mehr sonst.

              Diese oder ähnliche Volksverhetzung hat WR schon mal verbreitet.

              damals war es eine Lüge unter R9 – heute ist es Fakt.

              Sie wissen ansonsten scheinbar noch nichts, ….

              alles schon Fakt. Lügen haben kurze Beine – wenn ich deine Lügen alle durchsehe, müsstest du schon komplett Bein-amputiert sein.

  2. Avatar Wolf5 sagt:

    Die Mitglieder der Junta lügen, wenn sie den Mund aufmachen.

    Das haben sie bereits in der Vergangenheit getan und es wird von mal zu mal schlimmer.

    Nehmen wir z.B. die jetzigen Demonstrationen.

    Da wäscht der Genaralissimo wieder einmal seine Hände in Unschuld:
    „Er sagte auch, er habe die Verhaftung von Studentenaktivisten nicht angeordnet, da dies die Pflicht der Polizei sei.“

    Schon deshalb beobachtet AI die Vorkommnisse in TH sehr intensiv.

    „Als Reaktion auf die Verhaftung eines prominenten Aktivisten sagte Piyanut Kotsan , Direktor von Amnesty International Thailand ,:
    „Die heutige Verhaftung ist ein weiteres Beispiel für das Vorgehen der Behörden gegen das Recht auf friedliche Versammlungsfreiheit.
    Weit davon entfernt, friedlichen Demonstranten Schutz zu bieten, instrumentalisierte die Polizei repressive Gesetze als politisches Instrument, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die friedlich Meinungen oder Kritik an der Regierung äußern.

    Am 7. August 2020 wurden zwei prominente Aktivisten, Arnon Nampa und Panupong Jadnok, ebenfalls verhaftet und wegen ähnlicher Vorwürfe wegen ihrer Teilnahme am Protest vom 18. Juli zur Polizeistation und anschließend zum Strafgericht in Bangkok gebracht.

    Seit der Verhängung des Notstandsdekrets am 26. März 2020 haben Beamte kontinuierlich Strafanzeigen gegen Personen, die friedliche Proteste und Aktivitäten durchgeführt haben, festgenommen und eingeleitet.

    Demonstranten haben auch zahlreiche Vorfälle von Belästigung und Einschüchterung durch Polizeibeamte allein wegen ihrer Beteiligung an friedlichen Protesten gemeldet, darunter laufende friedliche Demonstrationen unter Führung von Studenten, die eine neue Verfassung, den Rücktritt der Regierung und ein Ende der Belästigung der polizeilichen Opposition fordern.

    https://www.amnesty.or.th/en/latest/news/849/

    Und damit AI genau weiß, was in diesem Land vor sich geht und dieses noch besser belegen kann, wird das  Programm „Überwachung öffentlicher Versammlungen“ starten, um Fakten während öffentlicher Versammlungen auf der Grundlage internationaler Menschenrechtsgrundsätze zu beobachten und zu dokumentieren.
    Das Programm startet im August 2020 zusammen mit dem Start der Website von Mob Data Thailand in Zusammenarbeit mit dem Internet Law Reform Dialogue (iLaw), um die Beteiligung der Öffentlichkeit für die Entwicklung des öffentlichen Versammlungsdepots des Volkssektors zu nutzen.“

    https://www.amnesty.or.th/en/get-involved/take-action/ua20/

    • STIN STIN sagt:

      Die Mitglieder der Junta lügen, wenn sie den Mund aufmachen.

      ja, das haben Politiker so an sich – aber auch nicht nur in Thailand. Junta hin oder her – die lügen alle.

      Da wäscht der Genaralissimo wieder einmal seine Hände in Unschuld:
      „Er sagte auch, er habe die Verhaftung von Studentenaktivisten nicht angeordnet, da dies die Pflicht der Polizei sei.“

      kann er eigentlich auch gar nicht. Er kann lediglich fordern, dass die Demonstranten Gesetze einzuhalten haben, aber
      verhaften tut die Polizei eigentlich von sich aus.

      „Die heutige Verhaftung ist ein weiteres Beispiel für das Vorgehen der Behörden gegen das Recht auf friedliche Versammlungsfreiheit.

      richtig, auch hier sieht man die Behörden in der Pflicht – weniger die Regierung.

      Weit davon entfernt, friedlichen Demonstranten Schutz zu bieten, instrumentalisierte die Polizei repressive Gesetze als politisches Instrument, um diejenigen zum Schweigen zu bringen, die friedlich Meinungen oder Kritik an der Regierung äußern.

      derzeit ist das umstrittene Gesetz LM 112 leider noch aktiv. Man sollte sich halt daran halten.
      Aber ich sehe derzeit keine allzu großen Übergriffe der Polizei – alles recht entspannt. Normalerweise kommt man bei Kritik
      am Königshaus nicht mehr auf Kaution raus.

      Seit der Verhängung des Notstandsdekrets am 26. März 2020 haben Beamte kontinuierlich Strafanzeigen gegen Personen, die friedliche Proteste und Aktivitäten durchgeführt haben, festgenommen und eingeleitet.

      ja, aber Anklage macht immer noch die Staatsanwaltschaft. Die Polizei reicht das nur weiter.
      Danach muß der Richter die auch verurteilen – auch das ist nicht sicher.

      Demonstranten haben auch zahlreiche Vorfälle von Belästigung und Einschüchterung durch Polizeibeamte allein
      wegen ihrer Beteiligung an friedlichen Protesten gemeldet, darunter laufende friedliche Demonstrationen
      unter Führung von Studenten, die eine neue Verfassung, den Rücktritt der Regierung und ein Ende der
      Belästigung der polizeilichen Opposition fordern.

      ja, Polizei-Übergriffe sollte es nirgends geben. Weltweit nicht…..
      Kommt leider weltweit häufig vor. Auch in Thailand – aber dass jemand aktuell von den Demonstranten Gewalt durch Polizei
      erleiden musste, hab ich nicht feststellen können.

  3. STIN STIN sagt:

    hoffe die haben ihre Zahnbürste nicht vergessen.

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