Weisse Masken, rote Masken und royalistische Kommunisten

New Mandala – 10. Juni 2013Weisse Masken, rote Masken und royalistische Kommunisten…..
Nick Nostitz – Gastkommentator – In den letzten Wochen haben die Aktivitäten von mehreren Anti-Regierungs-Gruppen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen : ….Die auffälligste ist die Internet-basiierte  “Thai Spring”  Gruppe, die vom bekannten Thaksin Gegner, Kaewsan Atibodhi und dem Polizei General Vasit Dejkunjorn gegründet wurde, und die weiße Guy-Fakes-Masken Gruppe. Am 2. Juni 2013 hatte diese weiß maskierte Gruppe ihren zweiten öffentlichen Protest   ( nach einem kurzen Auftritt in der Silom Road ), wo etwa 500 Demonstranten vom Central World in Bangkok zum Kunst und Kultur-Center machierten. Über die Hälfte der Demonstranten kam aus jenen Gruppen, die letzten Monat beim Sanam-Luang lagerten.
Während die meisten thailändischen Medien die weiss maskierte Gruppe als eine völlig neue Gruppierung beschreiben, sah ich sofort, das diese Gruppe die gleiche Taktik anzuwenden versuchte, wie man sie Ende 2011 während einer Siam Samakhi Veranstaltung sah.
Natürlich, auch die Red-Shirts mussten ihre Präsenz zeigen, und die gingen erst etwa zwei Stunden nach der Weiss-Masken Gruppe nach Hause. Eine kleine über Social Media vernetzte Red-Shirt Blitz-Demo mit roten Masken hatte sich an der Siam Square BTS-Station versammelt, Sie nannten sich ironisch, die  “Red Sayiew”  ( Rot ist ein sexy Gefühl ), ein Wortspiel über die inzwischen aufgelöste   “Red Siam”   Gruppe, deren Führer Surachai-Sae-Dan  wegen Verstößen gegen das Majestätsbeleidigungs-Gesetz, verurteilt worden ist.Am folgenden Tag, am Montag dem 3. Juni 2013 waren etwa 300 Ehemalige Kämpfer, Kader und Familien, der kommunistischen Partei Thailands  ( CPT ),  die sich aus Protest gegen die Regierung den Sanam Luang Demonstranten angeschlossen hatten, in ihren CPT Uniformen und mit einem Bild des Königs vor das Regierungsgebäude marschiert.

Diese jüngsten Ereignisse stehen jedoch in einem Kontext, der von den lokalen englischsprachigen Medien völlig ignoriert wird.

Für etwa einen Monat führte das so genannte   “Thai People Network”   vom ehemaligen Minister für Handel in der Regierung, Banharn Chaiwat Sinsuwong, einem ehemaligen Senator   ( und ehemaliges Mitglied der CPT ),  sowie Somboon Thongburan   ( einer ihrer ehemaligen Führer war Veera Somkwamkid, der in Kambodscha mehr als zwei Jahre inhaftierten war ),  600 bis 1000 Demonstranten an, die am Sanam-Luang lagerten. Dieses Netzwerk besteht aus drei Hauptgruppen : …. das Thai Patriot Netzwerk von Chaiwat und Somboon und der mit ihnen verbundenen ….13. Siam Thai Sat-TV-Station, die ehemaligen Mitglieder der CPT die sich nun   “Palang Thammatipatai”   nennen, und eine Bauernmarkt-Gruppe  –  “Sapha Kasetagorn Thai Haeng Chart”,   mit ein paar hundert Dorfbewohnern die meist aus Khorat und Buriram stammen.

Vor der Ankunft in Bangkok, marschierte das Netzwerk von der kambodschanischen Grenze nach Bangkok, wo sie zuerst beim Sanam Chai lagerten, bevor sie sich kurz vor der  “königlichen Pflüge Zeremonie”  zum Sanam Luang verschoben. Alle Bemühungen der Bangkok Metropolititan Administration  ( BMA ),  um mit dem Netzwerk zu verhandeln und sie vom Sanam Luang wegzubringen, waren fruchtlos.

Interessant ist, dass, während zunächst der Schwerpunkt der Gruppe auf dem Preah Vihaer Tempel Problem lag, sich das sobald sie nach Bangkok kamen wandelte und in den Hintergrund trat, und ihre wichtigste Rhetorik sich nun auf den Sturz der Regierung Yingluck richtete. Sie beschreiben diese Regierung als eine parlamentarische Diktatur. Sie erklärte ihren Campingplatz am Sanam-Luang auch als eine Zone, in der die Regierung keine Macht mehr habe.

Während die Führungsebene des   “Thai People Network”   ( TPI )  aus denen besteht, die früher ein Teil der  „Volks-Alliance for Democracy“   ( PAD )  waren, und sie immer noch ein starker Teil dieser grösseren gelben Bewegung ist, sind die gemeinsamen Demonstranten ein bunt gemischter Haufen. Die meisten Bauern die ich interviewt habe, hatten vorher noch nie ausserhalb protestiert   ( und scheinbar haben sie auch nicht viel Ahnung von politischen Themen ).  Einige waren ex CPT Mitglieder, und ich interviewte sie schon einmal als Red Shirts, darunter ein älterer Mann, den ich interviewte als er vor 3 Jahren bei Rajaprassong protestierte. Während die PAD die Sanam Luang Proteste  ( noch )  nicht unterstützt, haben mehrere lokale Gruppen der PAD einige Mitglieder vor Ort, und auch die meisten der Guards sind PAD-Wachen.

Andere bekannte Figuren, die am Sanam Luang Protest erschienen, sind Somsak Kosaisuk, der die  “New-Politics-Party”   quasi als Sozialdemokratische Partei   ( nach dem Vorbild der schwedischen Sozialdemokraten )   jetzt in   “Pak Sangkrom Prachatipatai Thai”   umbenannte, machten der Armeegeneral, Preecha Iamsuphan und der pensionierte Admiral, Bannawit Kengrien und Prasong Soonsiri auch einen kurzen Besuch bei den Protesten vor Ort.

Ganz auffällig ist das Fehlen der Santi-Asoke Sekte. Santi-Asoke wurde zuvor als eng mit dem Thai-Patriot-Netzwerk verbunden angesehen und stand seit 2006 immer an vorderster Front bei den Anti-Thaksin-Protesten, wo ihre Dhamma-Armee Nahrungsmittel und Verpflegung zur Verfügung gestellt hat. Sie organisierten vor kurzem auch die Einrichtung der Protestcamps während der zwei Pitak Siam Demonstrationen. Ich habe nur ein paar einzelne Santi-Asoke Mitglieder an der Protest-Demo gesehen.

Auch die Democrat–Party scheint sich klar von der Protestbewegung fern zu halten, so weit ich es erkennen konnte. Ich habe weder Wachmannschaften von lokalen Democrat-Party Abgeordneten, noch irgendwelche anderen Grössen aus der Democrat-Party auf dem Gelände gesehen.
Am Samstag, de. 8. Juni 2013, starteten die freien Red-Shirts eine andere Demo Aktivität bei der sich am späten Nachmittag etwa 50 bis 100 Rothemden beim Sanam Luang versalmmelten, am gegenüberliegenden Ende von der Stelle wo das Gelb-Hemden Camp ist. Sie versammelten sich dort um Drachen steigen zu lassen, die in Thai-Sprache mit Wortspielen beschrieben waren. Auf einem der Drachen stand,   “Chuk Wao”   was so viel wie   “Masturbieren“   bedeutet, immer mit ein paar Lachern von den Gelb-Shirts, die die Veranstaltung beobachteten ohne sie zu jedoch zu stören.

Während die verschiedenen Gruppen gegenwärtig als  „Ziel“  den Sturz der Regierung Yingluck angeben, scheint das weit hergeholt zu sein, da sie einfach nicht über die notwendigen Teilnehmerzahlen verfügen ( noch? ), dennoch können diese Proteste nicht ganz übersehen werden. Dies ist nun die 4. konzertierte Anstrengung seit den Parlamentswahlen von 2011, eine Protestbewegung der Thaksin-Gegner zu organisieren.

Die erste war jene der Siam Samakhi Gruppe, die keinen Erfolg hatte und sie scheint vorerst aufgegeben worden zu sein.
Die zweite waren jene Proteste Ende Mai / Anfang Juni 2012 am Parlament, als die Regierung versuchte ihre Verfassungsänderungs-Vorlagen zum sogenannten Versöhnungsgesetz durchzubringen.
Die dritte Anstrengung war die zweite Pitak Siam Kundgebung, die in Tränen endete.
Die gelbe Seite des Konflikts ist weiterhin deutlich geteilt, sowohl in ihrer Ideologie als auch getrübt durch persönliche Konflikte   ( weit mehr als die Red-Shirts, die unabhängig von starken inneren Konflikten sind und eine gemeinsame Ideologie haben ),  und es fehlt eine umfassende und einheitliche Führung. Bemühungen, diese Nachteile zu überwinden sind im Gange.Diese gegenwärtigen Bemühungen könnten als eine Aufwärm-Periode gesehen werden, die aber heißer werden könnte, wenn das Parlament im August wider öffnet, und mehrere äußerst kontroverse Themen diskutiert werden : …. wie der Änderungen der Verfassung und die verschiedenen Vorlagen, entweder von Worachai Hemas Amnestie oder Chalerm Yubamrungs Versöhnungs-Vorschlag, …. alle werden von den regierungsfeindlichen Demonstranten abgelehnt. Während es unmöglich ist, das Ergebnis vorauszusehen, scheint es klar zu sein, dass die Thailändische Strassenpolitik weiterhin instabil und unberechenbar bleibt.asiapacific.anu.edu.au/newmandala/2013/0…royalist-communists/

Unter dem Originalink sind viele Fotos zu sehen.

Nick Nostiz ist ja recht eigentlich ein Fotoreporter. = ST
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berndgrimm
Gast
berndgrimm
11. Juni 2013 11:59 am

bukeo:
Nick Nostiz ist ja jener Fotoreporter, dem immer dann die Batterien ausgehen – wenn er Beweise für seine Behauptungen fotografieren wollte…..

Und immer wenn Thaksins Marionetten,Hasspredigern und
Teilzeitterroristen die eigenen (Un-)Taten einzuholen
drohen kommt Nick Notsitz mit einer phantastischen
Geschichte zur Hilfe……

Am Samstag, de. 8. Juni 2013, starteten die freien Red-Shirts eine andere Demo Aktivität bei der sich am späten Nachmittag etwa 50 bis 100 Rothemden beim Sanam Luang versalmmelten, am gegenüberliegenden Ende von der Stelle wo das Gelb-Hemden Camp ist. Sie versammelten sich dort um Drachen steigen zu lassen, die in Thai-Sprache mit Wortspielen beschrieben waren. Auf einem der Drachen stand, “Chuk Wao” was so viel wie ”Masturbieren“ bedeutet, immer mit ein paar Lachern von den Gelb-Shirts, die die Veranstaltung beobachteten ohne sie zu jedoch zu stören.

Na ja, sowohl Wichser als auch sinnlose Schlaegertruppen
findet man eigentlich mehr unter Thaksins Roten Volksbefreiern!