Ist die Regierung Yingluck korrupt? / Teil 1

(Gateot/mod) Über 60 Prozent der von Bangkok Poll befragten Ökonomen sehen die Korruption als ernsthaftes Problem des Landes an. Befragt wurden 63 Frauen und Männer von 31 führenden Wirtschaftsorganisationen des Landes. Korruption, so sagte die Mehrheit der Befragten, könnte das Land in eine Krise führen, sollte die Regierung das Problem nicht in den Griff bekommen. An die Regierung wird appelliert, ihre populistische Politik zu ändern oder gar aufzugeben.

Obwohl dies der Regierung längst bekannt sein sollte, ist sie an Aufklärungen in Sachen Korruption nicht interessiert bzw. versucht diese sogar zu verhindern. Warum wohl?
Seit dem 1. Oktober diesen Jahres, ist der ehemalige Leiter der Korruptionsbehörde Dusadee Arayawuth Generalsekretär im Justizministerium. Den Politikern war er schon lange ein Dorn im Auge, da er den Versuch wagte, rigoros gegen die allgegenwärtige Korruption in Thailand vorzugehen. Auch vor Politikern machte er nicht halt. Es wurde allerdings bestritten, dass seine Versetzung etwas mit seinem Ehrgeiz die Korruption zu bekämpfen zu tun hatte. Dusadee und viele andere sind da wohl anderer Meinung. Warum sollte man den sonst gerade zu diesem Zeitpunkt versetzt werden, als man Beweise für einen riesigen Zollskandal vorlegen wollte, in dem viele Mitglieder der jetzigen Regierung verwickelt sein sollen. Dieser Zollskandal wurde nun aber trotzdem aufgedeckt, wenn auch durch einen Zufall.

dusadee

Auch Dusadee ist der Meinung, dass sich an der Korruption in Thailand so so schnell nichts ändern wird. Dafür sei das Geflecht von einflussreichen Privatpersonen und Politikern zu dicht. Die jeweiligen, korrupten Behörden halten zusammen, decken sich gegenseitig. Im Notfall, wenn es nicht reicht Druck auszuüben, würden halt neue Leute geschmiert. Es sei nur eine Frage der geforderten Summen.

Auch einer der letzten Fälle, an dem Dusadee Arayawuth vor seiner Versetzung arbeitete, erregte einiges Aufsehen. Bewies er doch wieder einmal, Korruption nichts ändert sich im Land des Lächeln. Schon vor Jahren wurde ein Notfall Fonds eingerichtet, der die Bauern entschädigen sollte, falls ihre Felder durch Insekten geschädigt würden. Scheinbar ohne erkennbaren Grund, stiegen in Ubon Ratchathani die Zahlungen an die Bauern um mehr als 20 Prozent an. Und das über einen Zeitraum von zwei Jahren. Es wurden so etwa, 130 Bauern aus dem Notfall Fonds entschädigt. Die Gesamtsumme, belief sich auf 1,24 Millionen Baht. Eine stolze Summe, zumal, wenn sie unberechtigter Weise gezahlt wurde. Die gesamte Region Ubon Ratchathani war zu dem Zeitpunkt nie von Insekten befallen worden. Die Auszahlungen erfolgten, nachdem bei der Regierung entsprechende, gefälschte Papiere vorgelegt wurden. Keiner kam auf die Idee, einmal nachzuprüfen ob alles mit rechten Dingen zuging.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, wurden Subventionen für Insekten Vernichtungsmittel beantragt. Sämtliche Behörden, schienen beide Augen zuzudrücken. Es wurde ein vielfaches der tatsächlich benötigten Menge an Mitteln gekauft. Einige waren sogar schon seit geraumer Zeit gar nicht mehr im Handel erhältlich. Dies alles ermittelte Dusadee Arayawuth in mühevoller Kleinarbeit. Wurde zusätzlich von diversen staatlichen Behörden dabei behindert. Kein Wunder, dass er in ein Amt versetzt wurde, wo er weniger ” Schaden ” anrichten kann. An die Versprechungen der Politiker, die Korruption zu bekämpfen, glauben die Thais nicht mehr. Sie glauben vielmehr, nichts ändert sich.

Wird fortgesetzt….

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