Bangkok: Selfies bei Demonstration streng verboten – bis zu 2 Jahre Haft

Der Ausnahmezustand, der Bangkok kürzlich inmitten eskalierender politischer Unruhen auferlegt wurde, hat einige weitreichende Beschränkungen, von denen einige eher kreativ sind. Laut einem Bericht in Coconuts warnt die Polizei, dass jeder, der bei regierungsfeindlichen Protesten ein Selfie macht, zwei Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 40.000 Baht riskiert.

Das Notstandsdekret wird in allen Bereichen geltend gemacht, von der Verhaftung von Demonstranten und ihren Führern bis hin zur Androhung von Beschränkungen für Medien, deren Berichterstattung als „ungünstig“ angesehen wird.

„Wir befinden uns im schweren Ausnahmezustand, was ein besonderes Gesetz ist. Wir müssen dieses Gesetz ernst nehmen. Alles, was wir tun, unterliegt internationalen Standards.“

In der Zwischenzeit hat die jüngste Niederschlagung zur Festnahme (und anschließenden vorübergehenden Freilassung) eines Arztes und zur Entlassung eines weiteren Arztes geführt. Nachdem die Bereitschaftspolizei in Bangkok am Freitag mit Chemikalien versetzte Wasserwerfer eingesetzt hatte, um einen Protest zu zerstreuen, forderten rund 400 thailändische Ärzte die Beamten auf, solche Reizstoffe nicht gegen die Gesellschaft einzusetzen.

Jarosdao Rimpanichkit, ein Arzt im Mongkutwattana General Hospital in Bangkok, wurde entlassen, weil er seinen Namen auf einen Brief gesetzt hatte. In einer Erklärung sagte der Direktor des Militärkrankenhauses, General Rientong Nanna, die Einrichtung könne keine Mitarbeiter unterstützen, die „mit den Feinden des Königs verbündet“ seien.

In der Zwischenzeit wurde ein anderer Arzt, Tossaporn Serirak, gegen Kaution freigelassen, nachdem er wegen Verstoßes gegen das Notfalldekret festgenommen wurde. Tossaporn ist für demokratiefreundliche Aktivisten zu einer Heldenfigur geworden, nachdem er begonnen hatte, bei Kundgebungen medizinische Hilfe anzubieten und Beamte für die Taktik gegen friedliche Demonstranten zu kritisieren. / Thaiger

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Klaus Baerbel
Gast
Klaus Baerbel
22. Oktober 2020 7:35 pm

Bloss keine Selfies, damit niemand sehen kann, wieviel wirklich demonstrieren. Was der Regierung nicht gefällt, darüber darf nicht berichtet werden . Man liest ja auch nichts mehr von den Schlangen, die um kostenloses essen anstehen. Immer schön heile Welt! Diktatur par excellence!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
23. Oktober 2020 9:27 am
Reply to  Klaus Baerbel

Klaus Baerbel sagt:

22. Oktober 2020 um 7:35 pm

Bloss keine Selfies, damit niemand sehen kann, wieviel wirklich demonstrieren. Was der Regierung nicht gefällt, darüber darf nicht berichtet werden . Man liest ja auch nichts mehr von den Schlangen, die um kostenloses essen anstehen. Immer schön heile Welt! Diktatur par excellence!

 

Sehr richtig!

STIN sagt:

23. Oktober 2020 um 12:24 am

 

vll nicht mehr lange – es gibt schon landesweit Gerüchte, dass Prayuth ev. weggeputscht werden könnte – die Gegner in der Armee werden mehr und mehr.
Aber kommt dann was besseres nach oder was wesentlich schlimmeres?

Wird man sehen…. – aber auf jeden Fall Prayuth kämpft bereits um sein Überleben. Das sagen schon Offizielle, Offiziere der Armee und Polizei.

 

STIN verspricht uns schon seit 5 Jahren dass "Softie" Prayuth

von irgendeinem noch hirnloseren Hardliner weggeputscht werden soll.

Iss aber nicht.

Warum nicht?

STIN sollte doch die Thai Machtgeilen kennen:

Grosse Schnauze nix dahinter.

Keiner von denen will in der Oeffentlichkeit als Macher auftreten.

Von hinten zustechen gerne, aber bitte ohne Zeugen.

 

berndgrimm
Gast
berndgrimm
22. Oktober 2020 9:26 am

Und schnell werden in der gelenkten Presse aus einigen tausend, 20 bis 30.000. 

 

Ich hatte obigen Kommentar kopiert und geloescht und wollte

iihn mit obiger Ergaenzung in die richtige Reihenfolge

hinter Exils Beitrag einordnen.

Ging aber nicht er erschien wieder oben in der alten Form.

Und der kopierte und berichtigte Text war spurlos verschwunden.

Dies ist eine Manipulation!

 

exil
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exil
22. Oktober 2020 12:16 am

Die Aussage das alles nach Internationalen Standards gehandhabt wird, zeigt was die Uhr in Thailand geschlagen hat. Die Standards richten sich nach China, Nord Korea oder anderen Diktaturen. 

Die Angst der Diktatoren nimmt andere Dimensionen an. Jedes Mittel ist inzwischen Recht um anders denkende zum Schweigen zu bringen. Auch beginnt man im ganzen Land die ewig Gestrigen mit gelben Shirts auszustatten und auf die Straße zu bringen. Diese Demos wird sicherlich niemand unterbinden obwohl auch diese laut Gesetz verboten sind.

Und schnell werden in der gelenkten Presse aus einigen tausend, 20 bis 30.000. 

berndgrimm
Gast
berndgrimm
22. Oktober 2020 9:19 am
Reply to  exil

Die Angst der Diktatoren nimmt andere Dimensionen an. Jedes Mittel ist inzwischen Recht um anders denkende zum Schweigen zu bringen. Auch beginnt man im ganzen Land die ewig Gestrigen mit gelben Shirts auszustatten und auf die Straße zu bringen. Diese Demos wird sicherlich niemand unterbinden obwohl auch diese laut Gesetz verboten sind. Und schnell werden in der gelenkten Presse aus einigen tausend, 20 bis 30.000. 

 

Sehr richtig. Alles nur Propaganda.

Genau wie STINs Versuche die thailaendische "Polizei" mit der Polizei in DACH

gleichzusetzen.

Die Demonstranten in Thailand sind absolut friedlich und gewaltfrei trotz staendiger

Provokationen der Staatsmacht und ihrer Buettel.

Die wirklichen Polizeien in DACH waeren froh es mit solch friedlichen Demonstranten

zu tun zu haben.

Dort gibt es bei jeder Demo Klamaukaffen die ihre Abreibung brauchen

und nicht zu vergessen : Die Polizei ist ein Hort von Neo Nazis und Rassisten.

Da trifft zusammen was zusammen gehoert.

 

Und was die Selfies angeht:

Die sind in Asien eigentlich ideologieuebergreifendes Grundrecht.

Selbst die Chinesen duerfen Selfies und wenn die Nordkoreaner

Handys haetten, duerften sie es auch.

Nein, es geht dieser Militaerdiktatur darum dass was sie als Fake News hinstellen,

naemlich die Realitaet, zu unterdruecken.

Diese Militaerdiktatur und ihre Fuehrer sind seit der verlorenen Wahl

und dem anschliessenden mehrfachen Wahlbetrug am Ende

und seitdem ausschliesslich damit beschaeftigt irgendwie an der Macht zu bleiben.

Jedenfalls solange bis das Geld alle ist.

Danach kann gerne die Opposition uebernehmen.

Falls noch eine da ist.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
23. Oktober 2020 9:17 am
Reply to  STIN

Ohne den nachtraeglichen Betrug mit den zugeschanzten

Parlamentssitzen fuer die Einmann Parteien

haette diese Militaerdiktatur noch nicht einmal

eine gekaufte Mehrheit im Parlament!

STIN will immer ein Gegenueber von

Thaksin und Prayuth/Prawit herstellen.

Dabei haben Thaksin und die Militaerdiktaturen

viel mehr Gemeinsamkeiten als Moving Forward

mit Thaksins Politladen.

Bevor Prawit und Prayuth die Macht abgeben

verbuenden sie sich lieber mit Thaksin.