Bangkok: Studenten glauben an den Erfolg bei staatlicher Zensur

Viele Studentenprotestierende glauben, dass die Ära der staatlichen Zensur vorbei ist, da auch Fragen zur Rolle der Polizei gestellt werden. Die sozialen Medien haben eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung von Jugendlichen für die Politik gespielt, und viele von ihnen glauben, dass sie die Macht von Online Plattformen und digitalen Technologien bei ihren Protesten gegen die Regierung nutzen können.

Pavinee (Nachname wittheld), eine 21-jährige Studentin, die an den drei jüngsten Protestveranstaltungen teilgenommen hat, gab zu, dass soziale Medien sie dazu inspiriert hatten, politisch aktiv zu werden, nachdem sie einer Vielzahl von Informationen ausgesetzt worden waren, die in Lehrbüchern oder in den thailändischen Klassenzimmern nicht verfügbar waren.

„Diese Informationen ließen mich fragen: ‚Wie kann das in unserem Land passieren?‘ Also habe ich meine Nachforschungen angestellt, um Antworten zu erhalten. Und je mehr ich las, desto mehr erfuhr ich von der Ungerechtigkeit im Land. Also beschloss ich, herauszukommen und zu kämpfen“, sagte sie.

Laut Frau Pavinee, die Twitter und auch die anderen Social Media Plattformen nutzt, spiegeln die verschiedenen Maßnahmen der Regierung zur Einschränkung des politischen Ausdrucks, wie das Abschalten von Webseiten und die Zerstreuung der Demonstranten, ein Unverständnis für die digitalen Medien wider.

„Die Regierung könnte denken, dass es vorbei sein wird, wenn die Protestführer verhaftet werden und die Medien unter ihrer Kontrolle stehen. Allerdings zieht niemand unsere Fäden. Wir bekämpfen die Ungerechtigkeit genauso wie die  Doppelmoral bei der Strafverfolgung und die sozialen Unterschiede“, sagte sie.

Frau Pavinee sagte, sie denke, die beste Vorgehensweise für die Regierung sei der Rücktritt des Premierministers und die Ausarbeitung einer neuen Charta zur Förderung der Demokratie.

„Die Reform der königlichen Institution ist heutzutage ebenfalls notwendig“, fügte sie hinzu.

„Die Regierung kann sich vielleicht Zeit kaufen, aber die Zahl der Konservativen wird dadurch nur kleiner. Die Zeit ist auf unserer Seite. Wir werden diesen Kampf gewinnen“, sagte sie.

Satawat (Familienname ebenfalls zurückgehalten), ein 19-jähriger Student, der ebenfalls an den meisten Protesten gegen die Regierung teilgenommen hat, sagte, dass soziale Medien eine entscheidende Rolle bei der Durchführung der Ereignisse und dem Austausch von Nachrichten und Informationen gespielt haben.

„Wir sind mit den sozialen Medien vertraut und wissen, wie man sie effizient nutzt. Die altmodische autoritäre Regierung wird niemals aufholen“, sagte er.

Herr Satawat sagte, je mehr die Regierung versucht, die Demonstranten einzuschüchtern, desto mehr werden sich andere dazu gezwungen fühlen, herauszukommen und sich ebenfalls der Bewegung anzuschließen.

Es sei unmöglich, die Medienkanäle zu blockieren und den Informationsfluss einzudämmen, und diejenigen, die sich mit den neuen modernen Technologien auskennen, werden die Gewinner sein, sagte er weiter.

„Selbst wenn die Internetverbindungen unterbrochen werden, haben die Demonstranten Möglichkeiten, miteinander zu kommunizieren. Wir müssen uns nicht auf die Führungskräfte verlassen, um zu wissen, was passiert, oder um Warnungen auszusprechen“, sagte er.

Der stellvertretende Rektor der Rangsit Universität, Oberstleutnant Kritsanapong Phutrakul, Vorsitzender der Fakultät für Kriminologie und Justizverwaltung, sagte, der Umgang mit den Protesten werde für die Polizei wahrscheinlich nur noch schwieriger werden.

Er schlug vor, dass die Behörden die Kommunikation über Bedrohungen und Einschüchterungen nicht betonen, da sie dadurch nur noch weitere Feindseligkeiten auslösen. Er stellte fest, dass die Zahl der Besucher der Veranstaltungen erst aufgrund von Drohungen der Polizei wegen Verhaftung oder rechtlicher Schritte gegen die Führer der Bewegung gestiegen war.

„Die Anwendung von Gewalt sollte das letzte Mittel sein, und es ist die Pflicht der Polizei, die politische Unparteilichkeit so weit wie möglich aufrechtzuerhalten“, argumentierte er.

Während Oberstleutnant Kritsanapong die Aufhebung der Notstandsverordnung begrüßte, sagte er, die Organisationsstruktur und die Zentralisierung der Macht innerhalb der Streitkräfte machten sie anfällig für Manipulationen durch die Politiker.

„Ich denke, die Gesetze, die die Polizei regeln, geben den Politikern zu viel Macht, was es den Beamten schwer macht, ohne Diskriminierung zu handeln“.

„Das zeigte sich in den unterschiedlichen Ansätzen im Fall des Red Bull Erben „Boss“ und im Fall der Protestführer“, sagte er.

In der Zwischenzeit stimmte eine Quelle der Royal Thai Police (RTP) zu, dass politische Proteste ein Eckpfeiler des Rechts auf freie Meinungsäußerung sind. Während die Beamten versuchen sollten, zu verhindern, dass die Proteste zu Gewalt führen, muss der Dialog immer der erste Schritt zur Lösung von Konflikten sein.

Die Quelle gab zu, dass hartnäckige Ausbreitungsmethoden, wie die kürzlich erfolgte Verwendung von mit Chemikalien angereicherten Wasserkanonen, zu einer Gegenreaktion führen können, die nur die Teilnahme und die Wut der nachfolgenden Demonstrationen noch weiter erhöht.

Er fügte hinzu, dass er und seine Kollegen sich der Bedeutung einer fairen Bewertung von Situationen bewusst waren und auch ohne die Notstandsanordnung noch genügend Befugnisse hatten, um erforderlichenfalls nach dem Computerkriminalitätsgesetz und dem Strafgesetzbuch zu handeln. / Bangkok Post

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6 Antworten zu Bangkok: Studenten glauben an den Erfolg bei staatlicher Zensur

  1. Avatar exil sagt:

    Die Gehirnwäsche funktioniert nicht mehr so wie eben noch vor Jahren. Die Jugend von heute, auch in Thailand erfährt was in der Welt geschieht. Was es heißt Informationen zu erlangen die bis jetzt vom Staat und eben auch der Monarchie unterdrückt wurden.

    Der Personenkult des 9ers verblasst und der 10er wird schon lange nicht geliebt. 

    Das Thailand ein gescheiterter Staat werden könnte wie STIN immer die Beispiele bringt, dafür sind die Voraussetzungen in Thailand schon einmal durch das nicht regieren der Muslime wesentlich andere. Aber so lange es in Thailand eigentlich fast nur Verbrecher gibt die dann irgend wann dieses Land regieren, so lange kann es auch keine wirkliche Demokratie geben. 

    Ich persönlich hatte gehofft, das durch die Übernahme der Regierung von Militärs eine wirkliche Diktatur kommt, die rücksichtslos Reformen in allen Bereichen durchführt. Aber der General ist was das anbelangt ein Weichei, der sich am Ende in der Reihe der Versager Thailändischer Politiker einreiht und diesem Land keinen Fortschritt in irgendwelchen Richtungen gebracht hat.

    • STIN STIN sagt:

      Die Gehirnwäsche funktioniert nicht mehr so wie eben noch vor Jahren. Die Jugend von heute, auch in Thailand erfährt was in der Welt geschieht. Was es heißt Informationen zu erlangen die bis jetzt vom Staat und eben auch der Monarchie unterdrückt wurden.

      richtig und sie können sämtliche SocialMedia Kanäle benutzen und sie vernetzen sich derzeit gut – siehe mit Hongkong.

      Der Personenkult des 9ers verblasst und der 10er wird schon lange nicht geliebt.

      richtig, ich wäre sogar dafür, wenn sie R10 aus Deutschland hinaus bitten würden, persona non grata geht auch.
      Monarchie würde ich sogar behalten, Prinzessin Sirindorn ersuchen, ob sie übernimmt – die könnte den R9 fast ersetzen.
      Sehr beliebt und keine Eskapaden….

      Das Thailand ein gescheiterter Staat werden könnte wie STIN immer die Beispiele bringt, dafür sind die Voraussetzungen in Thailand schon einmal durch das nicht regieren der Muslime wesentlich andere. Aber so lange es in Thailand eigentlich fast nur Verbrecher gibt die dann irgend wann dieses Land regieren, so lange kann es auch keine wirkliche Demokratie geben.

      da sehe ich derzeit keine Änderungen kommen….

      Es bekämpfen sich alte und neue Elite – und keiner ist anders. Alle machtgeil, korrupt und werden versuchen, Gesetze für sich selbst
      zu ändern usw.
      Korn, Abhisit wäre ok, aber die sind weg – andere gibt es derzeit nicht. Thanathorn ist ein Traumtänzer und auch Milliardär – der bei den Älteren nicht
      allzu beliebt ist. Ob der von den Rothemden gewählt wird, bezweifle ich.
      Gut möglich, dass die Ex-Frau von Thaksin antritt – sollten Neuwahlen kommen. Ein äußerst machtgeiles Weib. Dürfte Ärger mit dem SÜden geben….

      Ich persönlich hatte gehofft, das durch die Übernahme der Regierung von Militärs eine wirkliche Diktatur kommt, die rücksichtslos Reformen in allen Bereichen durchführt. Aber der General ist was das anbelangt ein Weichei, der sich am Ende in der Reihe der Versager Thailändischer Politiker einreiht und diesem Land keinen Fortschritt in irgendwelchen Richtungen gebracht hat.

      ja, Prayuth gilt als Softie, der es tw. allen recht machen möchte. Ist derzeit scheinbar innerhalb der Armee stark unter
      Druck. Viele Offizielle meinen, er würde es nicht mehr lange schaffen. Entweder setzt ihn der König ab oder die Armee selbst.

      • Avatar "Forentroll" sagt:

        Sie sind ein Volksverhetzer der uebelsten Sorte und verstecken sich mit zig Leuten hinter dem FAKE-Nick"STIN".

        Die ganze Technik bringt nichts, wenn sie, wie das Geruecht besagt 1.000TB fuer einen jegendliche Teilnehmer zahlen!

        Wenn das stimmt, soll einfach an den betroffenen Kreuzungen auf rotes Blinklicht geschaltet werden und das Militaer soll von der EloKa Massnahmen ergreifen.

        https://de.wikipedia.org/wiki/Fernmeldetruppe_EloKa#St%C3%B6ren_(EloGM)

        Stoeren der im Bereich der Demo vorhandenen Sendmasten, auch ohne Genehmigung der Betreiber, nichts leicheter als das. 5555

        Zu meiner Zeit hat man sich auch in Funkkreise eingeschlichen und dann "uebernommen"5555

        Viele Verstorbene kehren nach Wochen ploetzlich wieder zurueck. Passiert in Foren staendig. Auch hier!!!

        Fuer mich ist das mit dem Geruecht (??) ueber den Kauf der Teilnehmer absolut enttaeuschend.

        1.000TB, da kann man sehen was dem Faedenzieher seine "Demokratie" wert ist.

        Die schaffen das! Die Angstmacher muessen weg und Staatenlos auf Jahre weggesperrt werden!

        • STIN STIN sagt:

          Stoeren der im Bereich der Demo vorhandenen Sendmasten, auch ohne Genehmigung der Betreiber, nichts leicheter als das. 5555

          würde nicht viel helfen. Die kommunizieren dann mit Kurieren – wenn die Handys ausgeschaltet werden.
          D.h. man kommuniziert außerhalb der Störung und dann fährt ein Kurier schnell zur Demo und gibt den neuen Ort bekannt und schon walzt alles dorthin – Handys wären dann
          nicht mehr nötig. Haben sie in Syrien gemacht – als Assad die Mobiltelefon ausgeschalten hat.

          Nur wenn dann ein Kranker einen Rettungswagen benötigt und stirbt dann, weil er nicht anrufen kann – dann gute Nacht.

          Also die Tricks hatte schon Erdogan, Assad und wohl jetzt auch Lukaschnenko drauf – helfen aber nix.
          Weil die Polizei auch gar nicht weiß – wo die Demo stattfinden wird. Das wird ganz kurz vorher über Telegram mitgeteilt und dann fahren schon alle
          dorthin – da kann man nix mehr stören.

          Fuer mich ist das mit dem Geruecht (??) ueber den Kauf der Teilnehmer absolut enttaeuschend.

          derzeit höre ich noch nix von Kauf – aber kann sein, dass die Führung Geld bekommt, die dazustoßenden Studenten nicht.
          Freunde vom Sohn sind mit dabei – kein Cent bisher.

          Die schaffen das! Die Angstmacher muessen weg und Staatenlos auf Jahre weggesperrt werden!

          wer soll das denn sein?
          Die demonstrieren derzeit ohne Führung – hat sich schon eingependelt.

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