Kein Frieden im Süden Thailands?

DIE FÜNF FORDERUNGEN BLEIBEN SCHWERPUNKT DER FRIEDENSGESPRÄCHE

Hassan Taib bei den Friedensgesprächen in Kuala Lumpur (Malaysia).

Hassan Taib bei den Friedensgesprächen in Kuala Lumpur (Malaysia).

(FA14/2013) In seinem ersten Interview gegenüber thailändischen Medien seit Beginn der Friedensgespräche am 28. Februar in Kuala Lumpur betonte Hassan Taib, Verhandlungsführer der Barisan Revolusi Nasional (BRN), den Erfolg des Dialogs, räumte jedoch auch ein, dass sowohl in Malaysia als auch in Thailand mehrere Gruppierungen existieren, die an dem Friedensprozess kein Interesse haben.

Hassan Taib hielt die 38 Minuten dauernde Ansprache zusammen mit A-Sae Tohramae, dem ehemaligen Kandidaten für den Wahlkreis Narathiwat der New Aspiration Party, in malaiischer Sprache (Bahasa Melayu). Das Interview wurde in den frühen Abendstunden des 18. Juni von der in Pattani ansässigen Radiostation Media Selatan in den Südprovinzen ausgestrahlt.

Dem Interview folgte ein 18-minütiger Vortrag von Lt. Gen. Paradorn Pattanatabut, Generalsekretär des Nationalen Sicherheitsrates (NSC). Der BRN-Verhandlungsführer begrüßte die Bemühungen des Königreiches, gemeinsam für die Beendigung der gewalttätigen Auseinandersetzungen in den südlichen Grenzprovinzen eine Lösung zu finden.

Er sagte, dass die bisherigen Verhandlungen gut verliefen und die thailändische Delegation ein besseres Verständnis für den Konflikt bekommen habe. Gleichsam betonte er, dass die fünf in einem YouTube-Video im April veröffentlichten Forderungen der BRN weiterhin den Schwerpunkt der Friedensgespräche bilden.
Dazu zählen die Anerkennung der BRN als Befreiungsbewegung und nicht als Aufständischengruppe, die Teilnahme der malaysischen Regierung an den Friedensgesprächen als Mediator (Vermittler) und nicht als Moderator sowie die Teilnahme von Vertretern des ASEAN-Staatenbundes, der Islamic Conference und weiterer Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs). Aufständische dürften nur von Thai-Malaien vertreten werden.

Die thailändische Regierung zeige eine große Bereitschaft zum Friedensdialog, dennoch stehen diesem, so Taib, das Militär und die Oppositionspartei entgegen. Er appellierte an alle Seiten, den Friedensprozess zur nationalen Agenda zu erheben und versprach, sich für die Verringerung der vorherrschenden Gewalt einzusetzen. Dennoch sei es derzeit nicht möglich zu verkünden, dass die Angriffe sofort reduziert werden würden, so der BRN-Verhandlungsführer.
„Die BRN verfolgt als Ziel die Unabhängigkeit und Freiheit im Bildungswesen, der Wirtschaft und im sozialen sowie religiösen Leben“, betonte Taib. Zum Schluss wandte er sich an die thailändische Regierung, dass „Malayu Patani“ so lange weiterkämpfen wird, bis die Thai-Malaien ihre traditionellen Grundrechte zurückerhalten. bj

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2 Antworten zu Kein Frieden im Süden Thailands?

  1. Avatar Aurillac sagt:

    Es geht bei den Forderungen ja nur um die Wiederherstellung des Zustandes vor TaxSin.
    Kein bischen mehr. Alles was Prem und Chuan Lekpai unter tatkraeftiger Initiative des Koenigs und vor allem der Koenigin erreicht hatten muss nur wieder genau so verwirklicht werden. TaxSin hat hier wie eigentlich ueberall einen riesigen Scherbenhaufen hinterlassen. Yingluck muss den wenigstens hier endlich zusammenkehren.

  2. Avatar Hanseat sagt:

    “Gleichsam betonte er, dass die fünf in einem YouTube-Video im April veröffentlichten Forderungen der BRN weiterhin den Schwerpunkt der Friedensgespräche bilden.”

    Wenn man die Forderungen der Malaien und der von dort agierenden Terroristengruppen sich einmal zu Gemüte führt und dann gleichzeitig selbige Forderungen für die Thai-Minderheiten im Bereich der Insel Penang auf den Verhandlungstisch legen würde, würden einige der Sprücheklopfer auf der Malaienseite etwas gedämpfter mit ihren Forderungen umgehen.

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