Chalerm agiert als Whistleblower

Bangkok – Am 30. Juni wurde vom König das neue Kabinett vereidigt. Wie erwartet, wurden dreizehn neue Positionen besetzt, wobei Premierministerin Yingluck jetzt auch gleichzeitig Verteidigungsministerin ist.

Nach der Vereidigung wurde von den Ministern ein Gruppenbild gemacht, aber Chalerm Yubamrung, der jetzt das Amt des Wirtschaftsministers bekleidet, fehlte. Wie der WOCHENBLITZ bereits berichtete, ist Chalerm nicht mehr Vize-Premierminister. Sein für die innere Sicherheit zuständiger Nachfolger ist der zum Vize-Premierminister ernannte Polizeigeneral Pracha Promnok.

Gruppenbild mit zwei Damen – ohne Chalerm

Gruppenbild mit zwei Damen – ohne Chalerm

Chalerm erklärte bei einem Wutausbruch, was politische Beobachter schon lange vermuten, indem er aus dem Nähkästchen plauderte. Im thailändischen politischen System werden die Fäden von den Mächtigen gezogen, Minister haben keine Ahnung von den in ihrem Ministerium anfallenden Aufgaben, müssen den Job aber trotzdem übernehmen, während sie kein Interesse daran haben, über die massive Korruption zu sprechen (und anscheinend auch nicht, diese zu bekämpfen) aus Angst, ihren Job (oder ihre Pfründe) zu verlieren.

Chalerm berichtete, dass er einmal das Amt des Gesundheitsministers übernehmen musste, eine Aufgabe, von der er überhaupt keine Ahnung hatte: „Ich wusste nicht, weshalb der damalige Premierminister Somchai Wongsawat mir das Amt übergab, ich sah immer nur Spritzen und Nadeln.

Ein Kommentator der Tageszeitung „The Nation“ weiß nicht so recht, was er von Chalerms Aussagen halten soll. Auf der einen Seite sei dies ein typischer Wutausbruch Chalerms gewesen, auf der anderen Seite hat er aber vermutlich unabsichtlich tiefe Einblicke in das thailändische politische System gegeben, indem er von Kindergartenpolitik, Unfähigkeit und Korruption berichtete.

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1 Antwort zu Chalerm agiert als Whistleblower

  1. Avatar berndgrimm sagt:

    Auf der einen Seite sei dies ein typischer Wutausbruch Chalerms gewesen, auf der anderen Seite hat er aber vermutlich unabsichtlich tiefe Einblicke in das thailändische politische System gegeben, indem er von Kindergartenpolitik, Unfähigkeit und Korruption berichtete.

    Ist leider nicht Neues.
    Schlimm ist nur dass es keine Hoffnung auf Änderung gibt,
    weil Thaksin unabwählbar ist.
    Aber das Gebettel seiner Roten Hassprediger und seines Märchenonkels Chalerm
    machen langsam Sinn!

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