Bangkok: Wirtschaft wegen Pandemie weniger geschwächt als erwartet – Regierung senkt aber trotzdem ihre Schätzung

Die Regierung senkte ihre Schätzung für das Wirtschaftswachstum in diesem Jahr auf 2,5 bis 3,5 %, nachdem Thailand im Jahr 2020 aufgrund des Schocks durch die Covid-19 Pandemie den schlimmsten Einbruch seit mehr als zwei Jahrzehnten erlitten hatte.

Die Regierung hatte zuvor für dieses Jahr ein Wachstum von 3,5 bis 4,5 % prognostiziert, und die Abwärtskorrektur erfolgt trotz der jüngsten Daten, die zeigen, dass die Wirtschaft im Oktober – Dezember 2020 Quartal weniger als erwartet geschrumpft ist, da sich die Inlandstätigkeit und die Exporte nach Lockerung der Coronavirus Beschränkungen bereits schon wieder erholten.

Der wichtige Tourismussektor bleibt aufgrund internationaler Reisebeschränkungen in der Schwebe, und ein Ausbruch von Covid-19 im Dezember 2020 hat der noch jungen Erholung des Landes einen weiteren Schlag versetzt.

Sicherheitsbeamte stehen am 2. Januar 2021 neben einem Temperaturkontrollpunkt
vor einem geschlossenen Nagelstudio in einem BTS-Nahverkehrsbahnhof in Bangkok,
nachdem die Hauptstadt am Samstag teilweise Sperrmaßnahmen angekündigt hatte,

um den jüngsten Anstieg in Covid zu bewältigen -19 Coronavirus-Fälle. (AFP)

Die Wirtschaft schrumpfte im letzten Quartal 2020 gegenüber dem Vorjahr um 4,2 %, nachdem sie in den letzten drei Monaten um 6,4 % zurückgegangen war, wie die Daten des Nationalen Rates für wirtschaftliche und soziale Entwicklung (NESDC) am Montag (15. Februar) zeigten.

Auf vierteljährlicher Basis expandierte die Wirtschaft im Dezemberquartal saisonbereinigt um 1,3 %, nach einer revidierten Expansion von 6,2 % im Septemberquartal.

In einer Umfrage von Reuters hatten Ökonomen prognostiziert, dass die Wirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % schrumpfen und gegenüber dem Vorquartal um 0,8 % wachsen würde.

Somprawin Manprasert, der Chefökonom der Bank of Ayudhya, sagte, die BIP-Daten seien keine Überraschung, und die Wirtschaft sollte im dritten Quartal 2022 langsamer als früher erwartet auf das Niveau vor der Pandemie zurückkehren.

„Nach einem schweren Crash wurde die Wirtschaft von der zweiten Welle auf den Rücken getroffen, daher ist es schwierig, sich zu erholen“, sagte er.

Der Hauptaktienindex stieg nach den BIP-Daten um 0,6 %, während der Baht leicht auf 28,83 pro Dollar zulegte.

Im Jahr 2020 schrumpfte die Wirtschaft während der asiatischen Finanzkrise um 6,1 %, den größten Rückgang seit 1998.

Thailand hatte die Ausbreitung des Coronavirus bis Mitte 2020 weitgehend eingedämmt, aber neue Fälle, die im Dezember entdeckt wurden, haben zu Infektionen im ganzen Land geführt und den Konsum und das Inlandsreisen verlangsamt, berichten die lokalen Medien.

Das NESDC geht nun davon aus, dass die Exporte, die ebenfalls ein wesentlicher Wachstumstreiber sind, in diesem Jahr um 5,8 % steigen werden, anstatt um 4,2 % zu wachsen.

Aber es werden auch nur 3,2 Millionen ausländische Touristen in diesem Jahr prognostiziert, verglichen mit einer früheren Prognose von 5 Millionen Ankünften.

Im vergangenen Jahr gab es nur 6,7 Millionen ausländische Touristen gegenüber fast 40 Millionen Ankünften im Jahr 2019.

„Die steuerliche Unterstützung wird der Schlüssel sein, um die Erholung in diesem Jahr zu unterstützen, da die geldpolitische Lockerung ihren Lauf nimmt“, sagte die DBS-Ökonomin Radhika Rao.

Die Regierung hat die Wirtschaft mit einem Konjunkturpaket von 1,9 Billionen Baht unterstützt, während die Zentralbank die Zinssätze im vergangenen Jahr um 75 Basispunkte auf ein Rekordtief von 0,50 % gesenkt hat. / Bangkok Post

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Wolf5
Gast
Wolf5
18. Februar 2021 10:53 am

Da stin sich nicht an Prognosen wagt, sondern das lieber Fachleuten überläßt (und das ist gut so), hören wir mal, was diese für TH zu vermelden haben.

Analysten prognostizieren wackeliges Wachstum:

„Die Aussichten für das BIP-Wachstum in Thailand in diesem Jahr sind weiterhin schwach, da die wirtschaftlichen Treiber derzeit unzuverlässig sind.

Die Einführung von Impfstoffen – der einzige kurzfristig positive Stimmungsfaktor – steht laut der Standard Chartered Bank Thai noch aus.

Es bleibt abzuwarten, ob Thailand in der Lage sein wird, seinen Tourismussektor Mitte des Jahres wieder zu eröffnen und die Erholung der Exporte bleibt trotz allgemein besserer Handelsdaten in letzter Zeit vorläufig, während die Automobilexporte noch keine deutlichen Anzeichen für eine Erholung zeigen.

Das BIP Thailands ging 2020 um 6,1 % zurück, verglichen mit einem Wachstum von 2,3 % im Jahr 2019.

Moody’s Analytics geht davon aus, dass die Wirtschaft im Jahr 2021 um 2,8 % wachsen wird, unterstützt durch die Erholung der Weltwirtschaft und des globalen Handelsvolumens, die staatlichen Konjunkturmaßnahmen, die Erholung der privaten Inlandsnachfrage und den ungewöhnlich niedrigen Basiseffekt ab 2020.“

https://thailandtip.info/2021/02/17/analysten-prognostizieren-wackeliges-wachstum/

Und da stin auch immer wieder auf D verweist, deshalb folgendes:

Das preisbereinigte BIP ist D im Jahr 2020 um 5,0 % gesunken (also weniger als in TH und das mit einem in D vielfach höheren BIP).

berndgrimm
Gast
berndgrimm
17. Februar 2021 8:07 am

Exportzahlen koennen durch Luftgeschaefte manipuliert werden.

Das muesste sich dann allerdings auch in den Importzahlen widerspiegeln.

Apropos Statistik:

Ich sah gestern im Thai PBS Fernsehen eine Vergleichs Statistik der BIP Zahlen

von Januar 2022.

Da hatte Thailand nach Brunei den hoechsten Rueckgang.

Auch die Oellaender Malaysia und Indonesien waren schlecht.

Vietnam und Philippinen hatten den geringsten Rueckgang.

Erstaunlich: China hatte einen Zuwachs von ueber 3%!

gg1655
Gast
gg1655
17. Februar 2021 6:35 pm
Reply to  STIN

STIN meint:  ob man damit z.B. Moody reinlegen könnte? Ich denke nicht.

Wie war das mit Wirecard noch mal?  Was hatten die bis vor dem Auffliegen für ein Rating bei Moody?  Oder Lehman Brothers usw.  Das es diese Rating Agenturen überhaupt noch geben darf ist eigentlich ein Skandal.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
18. Februar 2021 9:35 am
Reply to  STIN

Brunei hat kaum Tourismus, da dürfte es kaum Rückgang bei der
Wirtschaft geben.

OEL!Wie Malaysia und Indonesien.

Worauf ich hinaus wollte: Der thailaendische Intimfeind

in ASEAN Vietnam hat viel besser abgeschnitten

und die einzigen Nicht China Laender VN und PH

sind vorn. Derzeit investieren dieJapaner  in Vietnam

und den Philippinen. Viele werden aus TH abgezogen.

 

Wolf5
Gast
Wolf5
16. Februar 2021 5:35 pm

Und stin macht mit seinem Blödsinn weiter.

Tatsache ist, der Exportrückgang betrifft nicht irgend einen Monat, sondern das Jahr 2020.

Wörtlich:
“Im Gesamtjahr 2020 sanken die Exporte um 6,01 Prozent, so die Prognose der Regierung von einem Rückgang zwischen 6 und 7 Prozent.”

Nachzulesen hier:
https://tradingeconomics.com/thailand/exports

Auch stellt sich die Frage, was stin´s Satz:

“das ist nicht allzuviel, wenn man bedenkt – dass der Tourismus komplett eingebrochen ist. “

im Zusammenhang mit dem Exportrückgang aussagen will.

Gleiches gilt für:

“Auf Platz 23 und somit unter den Top 50 weltweit.” – natürlich wie fast immer ohne Nachweis.

Und was den berühmten Sack Reis anbelangt, so wurde vermeldet:

“Thailändische Reisexporte erreichen niedrigsten Stand seit zwei Jahrzehnten mit geschätzten 5,7 Millionen Tonnen Reis”

https://www.wochenblitz.com/index.php/home/wochenblitz/2013-09-11-06-44-59/item/8276-thailaendische-reisexporte-erreichen-niedrigsten-stand-seit-zwei-jahrzehnten

und hatte nur Glück, wegen Corona-Krise: In Asien wird der Reis knapp, Preise explodieren.

https://www.agrarheute.com/markt/marktfruechte/corona-krise-asien-reis-knapp-preise-explodieren-566425

Also stin, es wäre schön, wenn du nicht immer nur deine Märchen zum Besten gibst, sondern deine Aussagen gelegentlich mit Links belegen würdest.

Denn merke, die ganze Thai-Junta erzählt bereits täglich ihre Märchen.

Wolf5
Gast
Wolf5
16. Februar 2021 4:44 pm

Stin denkt bei fast jedem seiner Beiträge, man kann jeden Blödsinn erzählen, vielleicht gibt es den einen oder anderen Deppen, welcher diesen Mist dann glaubt.

Deshalb nochmals zur Aufklärung:

stin hat behauptet, dass die Exporte ja kaum eingebrochen sind.

Richtig ist jedoch, dass 2020 die Exporte TH´s um 6,01 Prozent sanken, unabhängig davon, dass TH evtl. einen Sack Reis mehr verkauft hat.

Und es fragte hier auch keiner zu der Exportentwicklung während des Jahres 2020 – entscheidend ist das Endergebnis = minus 6,1 %.
Da hilft auch stin´s Lobhudelei nicht weiter.

Und was stin auch nicht begreift, ist die Tatsache, dass der Tourismus nicht das geringste mit dem Export zu tun hat –
ist eine völlig andere Kategorie.

Ich habe auch keine alten Daten gebracht, sondern die Exportentwicklung 2009 bis 2019 aufgezeigt und dem Ergebnis 2020 gegenüber gestellt.

So funktioniert nun einmal Statistik und nicht mit imaginären Behauptungen, welche stin laufend verbreitet.

Wolf5
Gast
Wolf5
16. Februar 2021 9:46 am

Und was stellen wir fest – stin hat mit seinen Vermutungen erneut Unrecht, wenn er meint:

„Exporte sind ja kaum eingebrochen und da sind die Thais tw. Weltmeister zumindest ganz vorne mit dabei.“

Deshalb: wer sich für TH´s Export interessiert, findet hier die tatsächlichen Zahlen für die Jahre 2009 bis 2019.

https://www.statista.com/statistics/332201/export-of-goods-to-thailand/

und

2020 sanken die Exporte TH´s um 6,01 Prozent, innerhalb der von der Regierung prognostizierten zwischen 6 und 7 Prozent.

https://tradingeconomics.com/thailand/exports

berndgrimm
Gast
berndgrimm
18. Februar 2021 9:42 am
Reply to  STIN

Du hast alte Daten von 2019 gebracht.

 

Warum sollten im April 2019 die thailaendischen Exporte

zusammengebrochen sein? Ein jahr vor Covid!

karl dall
Gast
karl dall
15. Februar 2021 10:22 pm

und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.

Wer glaubt diesem Bericht wirklich? Wenn eine Branche wie der des Ausland Tourismus

quasi auf fast 0 einbricht der bis 20 Prozent des BIP ausgemacht hat, so fehlen diese 

Touristen auch um andere Branchen anzukurbeln und folge dessen ist dort auch

ein Rückgang da. Es fehlt im Land die Kaufkraft die durch ausländischen Touristen

gekommen wäre. Diese Zahlen sind so nicht zu verstehen.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
16. Februar 2021 8:53 am
Reply to  karl dall

Diese Zahlen sind so nicht zu verstehen.

Die soll auch keiner verstehen sondern glauben!

Thailand ist Glaubenssache!