Bangkok: Einzelheiten über Impfstoffbeschaffung werden nicht veröffentlicht

Der stellvertretende thailändische Premierminister Wissanu Krea-ngam erklärte heute (Dienstag), dass Einzelheiten aller Impfstoffbeschaffungsverträge, die zwischen dem Gesundheitsministerium des Landes und den Impfstoffherstellern entweder für staatliche Impfprogramme oder im Namen privater Unternehmen unterzeichnet wurden, nicht veröffentlicht werden können, weil die verträge das so vorsehen.

In einem Gespräch mit den Medien heute Morgen im Regierungsgebäude, bevor das Kabinett den Vertrag des Gesundheitsministeriums zur Beschaffung des Pfizer-Impfstoffs prüfen soll, sagte der stellvertretende Premierminister, dass nur Verträge, die von der Regierung finanziert werden, vom Kabinett genehmigt werden müssen.

Er bestand darauf, dass COVID-19-Impfstoffe im Gegensatz zu anderen Produkten ein sensibles Thema seien, da die Hersteller oder Verkäufer die Verhandlungsmacht hätten.

Dr. Wissanu sagte, dass er die Gelegenheit hatte, einige der Verträge beim Gesundheitsministerium einzusehen und war von den darin enthaltenen Bedingungen verblüfft, die besagten, dass die Hersteller nicht für Lieferverzögerungen oder in einigen Fällen haftbar gemacht werden können, um eine Rückerstattung oder Schadensersatz zu verlangen.

Vor allem sagte er, dass alle Hersteller und Lieferanten eine gemeinsame Klausel in den Verträgen haben, nämlich dass Einzelheiten der Verträge nicht öffentlich bekannt gegeben werden dürfen.

Dr. Wissanu sagte weiter, dass sich die Impfstoffverträge von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Einige enthalten großzügige Bedingungen, andere sind strenger, wie etwa die Bedingung, dass die Hersteller ihre Impfstoffe nicht mehr an die Käufer verkaufen, wenn der Inhalt der Beschaffungsverträge veröffentlicht wird.

„Dies erklärt, warum die Regierung über Details der Impfstoffbeschaffungsverträge Stillschweigen bewahrt hat“, sagte der stellvertretende Premierminister und behauptete, die Regierung habe die Öffentlichkeit nicht angelogen, „aber wir können über einige Themen nicht sprechen.“

Er gab bekannt, dass es jetzt fünf Impfstoffmarken gibt, die von der Regierung beschafft werden und den Menschen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Dazu gehören Sinovac aus China, AstraZeneca, das lokal von Siam Bioscience hergestellt wird, Sputnik V aus Russland, Pfizer, hergestellt von Pfizer-BioNTech, und Johnson & Johnson aus den USA. Sputnik V ist das einzige in der Liste, das noch nicht von der thailändischen Food and Drug Administration für den Notfallgebrauch im Land zugelassen ist.

Der in China hergestellte Sinopharm-Impfstoff wird unabhängig von der Chulabhorn Royal Academy mit eigenen Mitteln beschafft und die Impfung ist nicht kostenlos. / PBS

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devin
Gast
devin
8. Juli 2021 10:04 am

In Ergänzung zu berndgrimms Ausführungen, welchen man nur zustimmen kann, sollte man den Artikel des „Wochenblitz“ (Original Bangkok Post) zur Kenntnis nehmen, in welchem zwar viele Fragen gestellt werden, welche jedoch (wie in TH üblich, zumindest von Seiten dieser Regierung) leider unbeantwortet bleiben:

Regierung baut mit Sinovac auf Sand

https://www.wochenblitz.com/index.php/home/wochenblitz/2013-09-11-06-44-59/item/10708-regierung-baut-mit-sinovac-auf-sand

berndgrimm
Gast
berndgrimm
8. Juli 2021 9:27 am

Doktor Krass Wat Nu ist ja auch noch da.Was ist der jetzt eigentlich? Justizminister glaub ich.

Anyhow.

Diese Militaerdiktatur lieferte uns bisher in Sachen Covid folgendes:

Am Anfang als es nirgendwo irgendetwas gegen Covid gab,verbreitete man:

Thailand entwickele Covid Schnelltests, Thailand entwickele Covid Impfstoffe,

Thailand entwickele Covid Heilmittel.

Dann gab es woanders Covid Schnelltests und Covid Impfmittel.

Nur nicht in TH.

Aber man phantasierte von grossen Lizenzvertraegen mit Astra Zeneca ueber die

Herstellung von deren Covid Impfmittel in TH.

Dann phantasierte man von grossen Bestellungen , nicht nur von Astra Zeneca sondern auch von Pfizer-Biontech und natuerlich Sinovac und sogar Sputnik.

Getan wurde natuerlich garnix oder man hortete die Mengen die man irgendwo hatte um hoehere Preiser herausschlagen zu koennen.

STIN schob die Schuld auf die Schaufensterpuppe welche den Import angeblich verbot.

STIN ist zwar schon vor dem Covid Theater aus TH weg aber er sollte eigentlich von vorher schon ueber die Machtverhaeltnisse in TH bescheid wissen.

Und jetzt wo man angeblich wieder ueberall bestellt hat will man lieber dass nix an die Oeffentlichkeit gelangt.

Die Beschaffung und die Lieferkette von Impfstoffen fuer akute Infektionskrankheiten

ist immer und ueberall ein Problem aber es wird in den meisten Laendern geloest.

Nur in TH nicht.

Dafuer sprechen die noch nichteinmal 5%  zweimalgeimpften in TH!