Bangkok: Auf dem Weg zur Smart City steht Bangkok vor gewaltigen Herausforderungen im Verkehrswesen

Auf dem Weg zur Smart City steht Bangkok vor gewaltigen Herausforderungen im Verkehrswesen. Im Zeitalter der digitalen Transformation der Städte mausert sich die „Big Mango“ immer mehr zum Großlabor für urbane Mobilität: Elektrisch geht es zu Land und zu Wasser durch die Millionenmetropole. Sogar Tuk-Tuks düsen immer öfter emissionsfrei und vernetzt durch die Hauptstadt. Für sie gilt: Mitfahrer gesucht – und per App gefunden!

Dicke, mit Autoabgasen geschwängerte Luft und schier endlos lange Staus sollen in Bangkok bald der Vergangenheit angehören. Wichtigste Stichwörter bei der Transformation der thailändischen Hauptstadt in eine sogenannte „Smart City“ sind: Vernetzung und Elektromobilität.

Die Stadtplanung der Zukunft muss sowohl effektive intelligente Nahverkehrssysteme anbieten als auch Innovationen unterstützen, ein kooperatives Ökosystem fördern und Nachhaltigkeitsziele erreichen. Diese Herausforderungen sind Teil der sich schnell verändernden Landschaft der urbanen Mobilität in der thailändischen Millionenmetropole. Smarte Mobilitätslösungen bieten bereits heute einen Ausblick auf das urbane Bangkok von Morgen.

Emissionsfrei geht es mit den modernen E-Booten von MINE Smart Ferry über den
Chao-Phraya-Fluss durch Bangkok. Sie bieten einen nahtlosen Umstieg auf die Schiene. Foto: MINE Smart Ferry”

Mit effizienten, intelligenten und integrierten elektrischen Nahverkehrslösungen will die Metropolverwaltung Bangkok (BMA) die „Big Mango“ – wie die thailändische Hauptstadt in Anlehnung an den „Big Apple“ (New York) augenzwinkernd auch genannt wird – zur E-Mobilitätshauptstadt Asiens entwickeln. Das Energiekonzept der Zukunft ist auch im smoggeplagten Bangkok ohne Elektromobilität nicht denkbar.

Bereits heute stehen Einheimischen und Touristen in der Millionenmetropole immer mehr smarte Transportmittel zur Verfügung, die per App zugänglich sind: Elektrisch betriebene Fähren, Kanalboote, Busse und sogar Tuk-Tuks sind Teil des wachsenden umweltfreundlichen Nahverkehrsnetzes auf dem Weg in die „Smart City“ – im Sinne der integrierten und nachhaltigen Stadtentwicklung.

Vernetzung und Mobilität


An der BTS-Station Krung Thon Buri kann man nahtlos vom Skytrain in die fahrerlose
„Gold Line“ (im Bild) umsteigen. Foto: The Nation

Vernetzung und Elektromobilität sind auch die bestimmenden Themen des 20-Jahres-Planes der thailändischen Regierung. Um die Luftverschmutzung in städtischen Ballungsräumen zu reduzieren und den Kohlenstoffausstoß landesweit zu senken, fördert der thailändische Staat nicht nur die Entwicklung von E-Mobilität im öffentlichen Nahverkehr, sondern auch bei Privatfahrzeugen.

Mit Steuererleichterungen

und der Förderung von Inves­titionen in den Bau von Ladestationen will sie privaten Autofahrern den Umstieg in die E-Mobilität erleichtern. Das Konzept trägt bereits erste Früchte: So prognostiziert das Kasikorn Research Centre (KResearch), dass die Verkäufe von Hybrid- (HEV) und Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen (PHEV) dieses Jahr bis zu 70 Prozent zulegen werden. KResearch schätzt, dass bis zum Jahresende 48.000 bis 50.000 HEV- und PHEV-Einheiten abgesetzt werden. Zudem sollen 4.000 bis 5.000 Elektrofahrzeuge (EV) einen Käufer finden, das wäre gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg von 210 bis 288 Prozent.

Smart und nahtlos umsteigen


Der Skytrain hat den Nahverkehr revolutioniert. In naher Zukunft soll er den
nahtlosen Umstieg aufs Boot ermöglichen. Foto: BTS Skytrain

In der Smart City von morgen sollen die Menschen intelligent transportiert werden. In Bangkok sind die Weichen für eine radikale Änderungen der Infrastruktur und des Mobilitätsangebots bereits heute gestellt. Dank verschiedener „Smart Mobility“-Ansätze wird die Fortbewegung in der Kapitale immer nahtloser, im besten Fall alles arrangiert per Klick aufs Smartphone: Bereits heute können Pendler vom elektrifizierten Schienenverkehr, wie z.B. der U-Bahn (MRT) und dem Skytrain (BTS), beinahe nahtlos in elektrische „Smart Ferrys“ umsteigen, da ausgewählte Stationen und Bootsanleger in unmittelbarer Nähe zueinander liegen.

E-Mobilität auf den Wasserwegen

“Immer mehr Diesel- und Erdgasbusse werden im Kampf gegen Smog durch emissionsfreie Elektrofahrzeuge ersetzt. Foto: Tourism Authority of Thailand

Nach erfolgreichem Abschluss des Testbetriebs verkehrt seit Ende April dieses Jahres die M SMART FERRY auf der 23 Kilometer langen Strecke zwischen der Rama-V-Brücke und dem Sathon-Pier auf dem Chao-Phraya-Fluss. Die Route wird mit modernen Elektrofähren des thailändischen Herstellers Energy Absolute (EA) bedient, die mit Lithium-Ionen-Batterien angetrieben werden.

Mit einer einzigen Ladung können die E-Fähren 80 bis 100 Kilometer weit fahren. Sie bieten Platz für jeweils 250 Passagiere, sind klimatisiert und verfügen sogar über ein eigenes Desinfektionssystem. Um den Fahrgästen bargeldloses Zahlen anzubieten – u.a. mit Europay, MasterCard und Visa – hat sich das Unternehmen mit der Krungthai Bank zusammengetan.

Laut EA soll die E-Flotte des Fährdienstes bis zum Jahresende 2021 von derzeit sechs auf 28 Schiffe aufgestockt werden, wodurch etwa 4,73 Millionen Liter Dieselkraftstoff pro Jahr eingespart und die Treibhausgase um fast 13.000 Tonnen pro Jahr reduziert werden können.

Die MINE Smart Ferry startet am Phra-Nang-Klao-Pier wochentags um 06.10 Uhr, 06.50 Uhr, 07.10 Uhr und 07.30 Uhr sowie samstags und sonntags um 06.30 Uhr und 07.30 Uhr. Die Rückfahrt ab dem Sathon Pier erfolgt montags bis freitags um 16.25 Uhr, 16.45 Uhr, 17.05 Uhr, 17.25 Uhr und 17.45 Uhr sowie samstags und sonntags um 16.00 Uhr und 17.00 Uhr. Ein Ticket für die einfache Fahrt kostet 20 Baht.

“Dank neuer E-Boote geht es jetzt auch sauber und besonders leise über den Khlong Phadung Krung Kasem. Foto: Twitter/Weeranan

Etwa zeitgleich zum Start der privatwirtschaftlichen MINE Smart Ferry hat die BMA ihre benzinbetriebenen Passagierboote auf dem Khlong Phadung Krung Kasem durch umweltfreundliche E-Boote ersetzt. Sie bieten Platz für bis zu 30 Passagiere und verkehren an Wochentagen und Wochenenden vom frühen Morgen bis zum frühen Abend auf der Route zwischen den Piers Thewet und Hua Lamphong.

Auch auf Thailands längstem Kanal – dem Khlong Saen Saep – sollen in naher Zukunft elektrisch betriebene Personenfähren verkehren. In Planung sind viele weitere Elektrofährverbindungen, weshalb Bangkok auf gutem Weg ist, die Elektrofähren-Hauptstadt Asiens zu werden.

Mitfahrer im E-Tuk-Tuk gesucht

Doch nicht nur auf den Wasserwegen der thailändischen Hauptstadt, auch an Land nimmt die E-Mobilität zu. Selbst das wohl bekannteste und kultigste kleine Stadtgefährt Thailands steht immer öfter unter Strom: Auch wenn Elektro-Tuk-Tuks auf den Straßen Bangkoks nichts wirklich Neues sind, dann aber die neue App <strong>MuvMi</strong>, die für Android- und iOS-Betriebssysteme kostenlos zum Download bereitsteht. Über die App kann ein Fahrgast seine gewünschte Fahrt mit festgelegten Abhol- und Rückbringpunkten über die Online-E-Tuk-Tuk-Mitfahrzentrale buchen. Eine feste Tarifstruktur gibt es bei MuvMi nicht, stattdessen ist die Fahrpreiskalkulation von bestimmten Bedingungen abhängig, z.B. ob das Tuk-Tuk voll besetzt ist oder nicht.

“Selbst Bangkoks kultigen Tuk-Tuks knattern schon lange nicht mehr. Zumindest die
E-Tuk-Tuks von Tuk Tuk Hop. Foto: Tuk Tuk Hop”

Mit Tuk Tuk Hop bietet MuvMi auch einen Hop-on-Hop-off-Service in der Altstadt Bangkoks an. Die Linien-Tuk-Tuks verkehren entlang der mittleren Sukhumvit Road sowie rund um Samyan-Siam, Ari-Intramara, Phahonyothin Road-Lat Phrao, Rattanakosin Island und Kasetsart-Sena Nikhom.

Viele Haltestellen befinden sich in der Nähe von MRT-  sowie BTS-Stationen und ermöglichen einen nahtlosen Umstieg von der Straße auf die Schiene. Bis zum Jahresende 2021 will MuvMi die Zahl seiner Haltestellen verdreifachen – gestoppt wird dann an rund 6.000 Standorten!

MuvMi schätzt, dass seine derzeitige Flotte von über 100 E-Tuk-Tuks dieses Jahr 336.000 Liter Kraftstoff einsparen und weniger Kohlenstoffemissionen um 560 Kubikmeter reduzieren. / The Nation

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8 Antworten zu Bangkok: Auf dem Weg zur Smart City steht Bangkok vor gewaltigen Herausforderungen im Verkehrswesen

  1. exil sagt:

    Es ist wie bei vielen, bzw. allen Dingen in Thailand.

    Letztes Jahr war es Corona und die Thais haben behauptet einen Schnelltest und einen Impfstoff entwickelt zu haben. Bis jetzt nur heiße Luft.

    Jetzt springt man auf die Elektrowelle auf und riskiert wieder eine große Lippe. BKK wird E-Mobilitätshauptstadt Asiens.

    Warum können die Thais nicht einfach an etwas arbeiten und dann Ergebnisse vorweisen. Nein, sie behaupten Medienwirksam alle möglichen Dinge und wenn es dann nicht hinhaut gibt man die Schuld wieder dem Ausland das nicht liefert.

    • berndgrimm sagt:

      Warum können die Thais nicht einfach an etwas arbeiten und dann Ergebnisse vorweisen. Nein, sie behaupten Medienwirksam alle möglichen Dinge und wenn es

      Weil arbeiten mehr Muehe macht als Maerchen erzaehlen.

      es ist eben einfacher mit dem Mund Weltmeister zu sein

      als Nummer 36 durch eigene Leistung.

       

      Ich frage mich, was dieser Autor von „The Nation“ geraucht hat, um solchen Schwachsinn zu verbreiten.

      Das Thailand Number One Serum. Hilft gegen die Realitaet und Wahrheit.

      Der obige Artikel hat mit der Realitaet in BKK so ueberhaupt nix zu tun.

      Es gibt in BKK derzeit nur eine einzige funktionierende Ladestation fuer

      E-Autos. Das ist die traurige Realitaet in der E-Mobilitaets Hauptstadt Suedostasiens.

      Richtig ist,dass die Laeger voll mit Hybrid Autos sind die keiner mehr kauft.

      Das sind aber keine Elektroautos sondern nur Benzinautos mit grossen Batterien.

      Unser Schwiegersohn ist Entwicklungsingenieur bei Toyota und hat mir gesagt dass die meisten Thai den Sinn von Hybridmotoren garnicht verstehen.

       

       

      • STIN sagt:

        Weil arbeiten mehr Muehe macht als Maerchen erzaehlen.

        es ist eben einfacher mit dem Mund Weltmeister zu sein

        als Nummer 36 durch eigene Leistung.

        Kennst du Politiker, die sich selbst schlecht reden?
        Ich nicht…..

        • berndgrimm sagt:

          Kennst du Politiker, die sich selbst schlecht reden?
          Ich nicht…..

          Das machen in DACH schon investigative Medien ,

          die es in TH nie gab oder die beseitigt wurden.

          • STIN sagt:

            Das machen in DACH schon investigative Medien ,

            die es in TH nie gab oder die beseitigt wurden.

            naja, Khaosod English berichtet recht gut, auch Kritik an der Regierung, Bangkok Post
            auch – die bringen auch Umfragen, die für Prayuth katastrophal aussahen.

            Ich sehe – wenn ich ehrlich bin – in DE auch keine Medien, die wirklich mal die Regierung voll attackieren, wegen
            Spahn, wegen den Lügen usw.
            Alles gleichgeschalten – ich lese ja ca 10 deutsche Medien morgens beim Kaffee.
            Fast alles DPA- also Konserven-Journalismus. Nach dem 3. bericht – der den beiden vorherigen gleicht,
            hört man dann entnervt auf.

            • berndgrimm sagt:

              Dass Medien voneinander abschreiben ist nicht Neu.

              Wenn man die Welt, die TAZ , die Sueddeutsche , die FAZ und die Frankfurter Rundschau liest bekommt man schon sehr unterschiedliche Aspekte geboten.

              Oder machs wie ich:

              Statt Heute und Tagesschau sehe ich mir lieber die Heute Show und Extra 3 an.

              Und statt Plasberg,Lanz,Will, Illner und Maischberger sehe ich mir lieber

              die Anstalt,Nuhr im Ersten,den Schlachthof  und Kabarett aus Franken an!

              Da kommt der Lauterbach auch nicht so oft!

              Und was Thailand angeht:

              Die BP ist zwar noch nicht so schlimm wie die Nation aber sie gehoert Regimeunterstuetzern und bringt die Propaganda eben anders rueber.

              Die BP hat besonders dadurch verloren dass am Beginn dieser Militaerdiktatur nach und nach alle Auslaender entsorgt wurden und heute nur noch ein mehr als seniler Roger Crutchley ueber das "Gute Alte Thailand" schreibt.

              Khaosod English ist leider total Pleite und schreibt hauptsaechlich Werbung fuer Restaurants in BKK.

              Der letzte Beitrag in Opinion ist vom 22.Februar! Und ueber eine Auslaenderin die Buddha geschaendet haette!

              Pravit Rojanaphruk hat schon lange nicht mehr in khaosod geschrieben und schreibt zusammen mit Stephff auf Twitter.

      • STIN sagt:

        Das sind aber keine Elektroautos sondern nur Benzinautos mit grossen Batterien.

        Hybrid ist das was es ist. Beides – man kann umschalten. Gab es mit Gas und Benzin früher auch häufig.
        Dann hatte man große Reichweite.

        Unser Schwiegersohn ist Entwicklungsingenieur bei
        Toyota und hat mir gesagt dass die meisten Thai den Sinn von Hybridmotoren garnicht verstehen.

        Ja, richtig – Hybrid verstehen sie nicht, mein Schwager auch nicht.
        Muss man genauer erklären, in etwa: Auto mit Batterie und Benzin – dann wissen sie schon.
        Weil gibt es bei Benzin und Gas auch.

  2. devin sagt:

    Ich frage mich, was dieser Autor von „The Nation“ geraucht hat, um solchen Schwachsinn zu verbreiten.

    So konnte man noch 2019 lesen, dass unter den Städten mit der schlechtesten Luft weltweit die thailändische Hauptstadt den 12. Platz einnimmt .

    https://der-farang.com/de/pages/bangkok-mit-schlechter-luftqualitaet-weltweit-auf-platz-12

    Auch kann ich mich noch gut erinnern, dass die Behörden hofften, durch das Versprühen von Wasser den Smog etwas zu mildern.

    Das es derzeit in Bangkok etwas günstiger aussieht, liegt jedoch nicht an Maßnahmen, welche diese Regierung umgesetzt hat, sondern an den Verboten durch Corona.

    Denn bis eine E-Mobilität umgesetzt wird, vergeht noch sehr viel Zeit und so gehe ich davon aus, dass wir nach Corona die gleiche schlechte Situation haben werden, wie vor Corona.

    Aber für TH gilt – die Träumer sterben nie aus – nur hapert es an der Umsetzung.

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