Koh Chang: Internationaler Bitcoin-Betrüger zu 15 Jahren Haft in der USA verurteilt

Kryptowährungsbetrüger wegen Geldwäsche und Wertpapierbetrug in einem millionenschweren Anlageprogramm zu 15 Jahren Haft verurteilt.

Investmentbetrug wurde einem Schweden zum Verhängnis. Den Kryptowährungsbetrüger verurteilte man zu 15 Jahren Gefängnis wegen Wertpapierbetrug, Überweisungsbetrug und Geldwäsche. Dafür bekannte er sich am 3. März 2021 für schuldig. Tausende Opfer soll er mit seiner Masche um mehr als 16 Millionen US-Dollar betrogen haben, teilte das US-Justizministerium mit.

Dem 47-Jährigen legte man zur Last, von 2011 bis zu seiner Verhaftung in Thailand im Juni 2019, ein Investmentbetrugsprogramm realisiert zu haben. Der Schwede, Roger Nils-Jonas Karlsson, lockte 3.500 Opfer mit astronomischen Renditeversprechen, die angeblich an den Goldpreis gebunden wären. Dazu verleitete er ahnungslose Anleger, Anteile an einem System, namens Eastern Metal Securities, zahlbar in Kryptowährung, wie Bitcoin, zu kaufen.

Konkret köderte Karlsson potenzielle Investoren über die Website www.easternmetalsecurities.com. Darauf bot er Wertpapiere für weniger als 100 US-Dollar pro Aktie an. Er versprach eine mögliche Auszahlung von 1,15 Kilogramm Gold pro Aktie, „eine Goldmenge, die ab dem 2. Januar 2019 mehr wert war als 45.000 US-Dollar“. Karlsson riet den Anlegern, dass er ihnen für den unwahrscheinlichen Fall, dass die Goldauszahlung nicht erfolge, 97 Prozent des investierten Betrags garantiere.

Zudem solle Karlsson noch eine zweite Website, www.hci25.com, genutzt haben, um Anleger in die Irre zu führen. Er veröffentlichte mehrere Mitteilungen, um den Moment zu verzögern, in dem die Anleger erkennen würden, dass es keine Auszahlung geben würde. Karlsson gab ihnen dann verschiedene Entschuldigungen für Auszahlungsverzögerungen und behauptete sogar fälschlicherweise, mit der Securities and Exchange Commission (SEC) zusammenzuarbeiten.

Allerdings floss das Geld der Anleger ausschließlich in die Tasche des Schweden. Der Täter versuchte, die Einnahmen aus dem Überweisungsbetrug und Wertpapierbetrug zu verschleiern. Diese legte er dann für sich selbst gewinnbringend an. Er investierte infolge in teure Häuser, ein Rennpferd und ein Resort in Thailand. Viele seiner Opfer, bevorzugt „finanziell unsichere Investoren“, brachte er hingegen in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten. Statt der erwarteten Anteile an Eastern Metal Securities (EMS) gingen diese völlig leer aus.

Am 17. Juni 2019 gelang es Ermittlern schließlich, den Kryptowährungsbetrüger in Thailand zu verhaften. Er wurde an die USA ausgeliefert, um sich den Anklagen zu stellen. Neben der 15-jährigen Gefängnisstrafe bekam Karlson zudem noch eine Geldstrafe von ca. 16 Millionen US-Dollar auferlegt.

Seine zu Unrecht erworbenen Immobilien wurden ebenfalls beschlagnahmt.Zur Aufklärung des Falles trug der Internal Revenue Service bei. Unterstützung leisteten hierbei das FBI Legal Attache Office in Thailand, das IRS-CI Attache Office in Hongkong und die Abteilung für Kriminalitätsbekämpfung der Royal Thai Police.

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
4 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
devin
Gast
devin
14. Juli 2021 12:57 pm

Zu den Ausführungen von berngrimm folgende Ergänzung:

Während auf Ko Chang nur 8.538 Bewohner (2019) leben beträgt die Einwohnerzahl von Ko Samui immerhin 67.265 (2017) Bewohner.

Deshalb ist unwahrscheinlich, dass bei dieser geringen Einwohnerzahl von Ko Chang ein schwerreicher Farang nicht im Focus der Behörden ist, da er ja auch eine gute Quelle für Nebenverdienste dieser Beamten darstellt.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
14. Juli 2021 11:06 am

Was ist das Verdienst Thailands in diesem Falle?

Weiss nicht was die an Schmiergeld bekommen haben damit er hier bleiben durfte.

Die Ermittlungen wurden jedenfalls ausschliesslich von Auslaendern durchgefuehrt und die Thai Polizei benoetigte man nur aus Staatsgruenden und damit sie sich wieder mit fremden Federn schmuecken konnte.

Ko Chang ist etwa so gross wie Samui aber viel weniger besucht. Die Farang welche dort wohnen/arbeiten koennte man sehr gut kontrollieren (wenn man wollte) aber kassieren ist eintraeglicher als kontrollieren!