Panlop: Verrat geliebt, aber Verräter auch?

(Mark Teufel, 20.09.2011)         Wieder einmal steht General Panlop Pinmanee in den Schlagzeilen. Wir erinnern uns. Es ist jener Panlop, der in einem Interview mit internationalen Medien mit stolzgeschwellter Brust erklärte, wie er in den 1970er Jahren Jagd auf   „Kommunisten“   gemacht habe und wie viele er getötet hätte. Es ist jener Panlop, der den Befehl des Verteidigungsministers bzw. des Kabinetts in Bangkok ignorierte, die Krue Se Moschee stürmen und alle jugendlichen Besetzer durch Schüsse aus nächster Nähe liquidieren ließ. Dessen Taten aber oft heute noch der Regierung angelastet werden.

Es ist jener Panlop, dessen Fahrer mit Sprengstoff festgenommen wurde, das er in einem Auto unter einer Überführung deponieren wollte, über die Thaksin Shinawatra kurz vor dem Coup von 2006 fahren sollte.

Es ist auch der Panlop, welcher erklärt hatte, die Rolle von PAD-Anführer Chamlong Srimuang übernehmen zu wollen, falls dieser während der gewalttätigen Demonstrationen im Jahr 2008 im Gefängnis hätte bleiben müssen. Und es ist wiederum jener Panlop, der einmal erklärte, dass die Demonstrationen schnell erfolgreich wären, wenn man ihm  „freie Hand“  lassen würden.

Und zu guter letzt  ist es auch jener Panlop, von dem man immer flüsterte, es wäre seine Handschrift, wenn seltsame Attentate verübt worden waren.  ( Später tauchte dann in den Medien der Name Sae Daengs auf, jenes Generals, Khattiya Sawasdipol, der den Militärcoup nicht akzeptieren wollte, und 2011 von einem unbekannten Scharfschützen erschossen wurde.)

Und es ist jener Panlop, der dann zu Thaksin fuhr und von ihm vom Saulus zum Paulus bekehrt wurde.

Jener Panlop, der plötzlich erklärte, nach dem Gespräch überzeugt zu sein, dass Thaksin ein loyaler Untertan des Königs wäre und der zum Kronzeugen für Thaksin wurde, dass der Palast im Militärcoup von 2006 eine führende Rolle übernommen hatte.

Jener Panlop, der Treffen bestätigte, in denen u.a. auch mit höchsten Richtern über die Möglichkeit einer Entmachtung des gewählten Premierministers diskutiert worden war.

Nun also fordert dieser Panlop eine entscheidende Rolle im Rahmen der Sicherheitsbehörden des Landes.

Ein chinesisches Sprichwort sagt, dass der beste Schutz vor Wölfen dressierte Wölfe wären. Aber ist es überhaupt möglich Panlop zu dressieren ?

Kann man einen Mann mit einer Vergangenheit wie Panlop zum Chef einer Behörde machen, die zum großen Teil in einer Grauzone des Rechts arbeitet, mit Mitteln, die oft außerhalb akzeptierter Normen der demokratischen Wertegemeinschaft stehen ?

Ich denke Yingluck täte gut daran, z.B. Somchai Wongsawat als ehemaligen Richter und Angehöriger der Familie Shinawatra mit einem solchen Auftrag zu betreuen. Könnte sie so doch sicher sein, kein Messer in den Rücken zu erhalten einerseits, andererseits einen Mann an der Spitze der Organisation zu wissen, dem selbst seine erbittertsten Gegner nichts nachsagen konnten, was seinen Ruf beschädigt hätte. Andererseits kann man sich dann schon wieder das Aufheulen der Opposition vorstellen, die von Nepotismus reden würden. Obwohl es das Militär war, das nach dem Coup von 2006 alle strategischen Positionen mit erklärten Gegnern Thaksins besetzt hatte. Und selbst von einer „Säuberung“ in den Sicherheitskräften und der Regierung sprach.

Aber vielleicht würde sich auch eine andere Wahl finden. Schließlich mag man den Verrat Panlops schätzen, hatte er doch einigen Menschen geholfen, die Zusammenhänge besser zu erkennen, andererseits muss man ja den Verräter deshalb nicht lieben.

Der Name Panlop ist wie kaum ein anderer mit staatlichen Morden, Militärcoups und Menschenrechtsverletzungen verbunden. Es gab kaum einen Militärcoup während der aktiven Zeit von Panlop, in den er nicht in der einen oder anderen Weise verwickelt gewesen wäre. Dass man als ziviler Premierminister Angst vor einer solchen Person hat lässt sich nachvollziehen. Aber wer diese Angst nicht überwinden kann, kann auch keine Demokratisierung in Thailand auf den Weg bringen.

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6 Antworten zu Panlop: Verrat geliebt, aber Verräter auch?

  1. Avatar berndgrimm sagt:

    Kommentar WR:

    Gerade seine nicht vorhandene Moral könnte von Nutzen sein.

    Na klar, da passt er doch hervorragend zu Chalerm,Jatuporn,Nattawut
    und nicht zu vergessen den grössten, Takki selbst.

    Nun als Demokrat graus mir trotzdem vor diem Mann,

    Also niemand der ihn kennt würde WR als Demokraten bezeichnen.
    Das wäre eine Diffamierung der Demokraten.
    Das überlassen wir doch lieber WR.

  2. Avatar berndgrimm sagt:

    Und es ist jener Panlop, der dann zu Thaksin fuhr und von ihm vom Saulus zum Paulus bekehrt wurde.

    Ja das kann Takki. Womit wohl?

    Sollte die Rest BJT nicht von selbst kommen,
    wird Takki wohl als nächsten Newin “bekehren”.

    Er braucht noch ein paar Stimmen zur Zweidrittelmehrheit.

  3. Avatar andithai sagt:

    Diueser W>R> ist doch nicxhts anderes als ein bezahlter Kriegshetzer. Ich bin mir sicher, er ist trotz seiner Tarnung schon im Sack!!!
    Wenn dem nichts mehr einfaellt, faengt er mit den Rohyngias an. Diesmal hat er wenigstens nicht geschrieben, sie haetten kein Benzin fuer ihre Segelboote bekommen.
    Wodurch klar ist, dieser Lohnschreiber ist kein Dummer und er liest hier mit!!! (8) 😀

    • Avatar bukeo sagt:

      der wurde schon enttarnt. Ist ein Schweizer aus St. Gallen und arbeitet als
      Hausmeister bei der Fa. IBG.
      Rechtsradikaler Blocher-Anhänger – gibt sich aber gern demokratisch, nur weiss er leider nicht, wie man das buchstabiert.
      Will am liebsten Prem samt Kronrat verhaften, die anderen erschiessen und die Revolution ausrufen – und das mit 2-3000 Hardcore-Rothemden.

      Irgendwie ist dem die Thai-Frau weggelaufen, der Mensch hasst Thailand wie die Pest, absolut irre der Typ. Wird manchmal schon sogar MT zuviel.

      Lobt Chalerm und äusserst sich auch noch positiv über Panlop – obwohl Giles, MT u.a. diese beiden Politiker als Verbrecher bezeichnen.

      Der ist nicht klug – der ist brainwashed.

  4. Avatar bukeo sagt:

    Der Hardliner in mir………….
    geschrieben von Walter Roth , September 20, 2011

    ….fragt sich nun gerade, ob man so einen Mann nicht gerade in schwierigen zeiten für Sonderaufgaben einmal gebrauchen könnte.

    ja, die Rothemden hatten ja schon mal so einen Kommunisten-Killer und Verräter – Saeh Daeng. Könnte Panlop also ev. als Ersatz dienen – für die Ausbildung von Scharfschützen und M79-Schützen. Falls es wieder mal zu einer Demo kommen sollte.

    Zum Beispiel verhaftungen gewisser Personen die bislang unantastbar sind.

    Ein ISOC-Direktor kann niemanden verhaften – das kann nur die Polizei mit einem gerichtlichen Haftbefehl. Keine Ahnung, welche unantastbaren Personen hier gemeint sind – aber die haben meist dipl. Immunität – da wird nichts mit Verhaftung. Sonst wäre der Hardcore-Rote Jatuporn nicht auf freien Fuss.

    Solltee es zu einem Putsch kommen wäre er einer der dann gewisse befehle umsetzen könnte, sie wohl umsetzen würde.

    möglich, nur Panlop würde dann – als sehr guter Freund Chamlongs – wohl eher auf Seite der Gelbhemden stehen, wie schon einmal. Thaksin hatte ihn dann wohl ein Angebot gemacht, das er von der Höhe her nicht ablehnen konnte. Aber Panlop ist kein Thaksin-Getreuer, sondern eher auf Seite der PAD. Könnte also ein Rohrkrepierer werden, wie seinerzeit bei Newin.

    Gerade seine nicht vorhandene Moral könnte von Nutzen sein.

    wer hat denn schon bei den Rothemden Moral – jemand der ganz Thailand abfackeln möchte, oder jemand – der sich nach dem Mord an Oberst Romklao, bei den Mördern bedankt.

    Nun als Demokrat graus mir trotzdem vor diem Mann, selbst dann, wenn für die Opposition mit seinen Aussagen zur verwicklung des Kronrates in den Putsch von 2006, einen grossen Nutzen hatte.

    naja, wenn man sich an die Erklärung Chavalits hält, das ein “guter Putsch” jederzeit akzeptabel sei – wenn er im Interesse der Nation und der Monarchie erfolgt – dann war der letzte Putsch wohl einer der wenigen – die sinnvoll waren.

    Tja, was hilft der Demokratie bei ihrem Überleben.

    Einsetzung Chuan Leekpais als Premier – damals war Thailand eine Musterdemokratie in SEA.

    Ein Panlop der alles und jeden kennt und da er selbst ein Wolf ist, schon meilenweit die Verschwörungen der Wolfsrudel riecht….???

    der dann aber letztendlich ev. mit der Meute heult (8)

    Oder ein Somchai Wongsawat, den ich sicher auf diesem Posten sehr viel lieber sehen würde, welcher durch seinen unbefleckten Werdegang in Thailand auffällt.

    Somchai – ein Weichei auf den Posten eines ISOC-Chefs – der läuft dann vor sich selbst davon, wie seinerzeit seine Flucht in den Bunker nach Chiang Mai.

    Panlop ist ja ein Mann der ISOC, einer ISOC welche bei fast allen Menschenrechtsverbrechen in Thailand involviert war und ist.
    Zum Beispiel bei der Verklappung der Rohyngias auf der offenen See.

    sowie es aussieht, haben es die Rohyngias seinerzeit wohl geschafft – an Land zu kommen. Es wurden zwar 500 Tote vermutet – aber es gab weder ein Boot, noch Leichen o. dgl. die an Land gespült wurden. Somit kann man den Ermittlungen der Armee Glauben schenken, das sie die Boote zwar ins offene Meer geschleppt hätten – aber die Rohyngias genug Wasser und Nahrungsmittel hatten um zu überleben und nachhause oder woanders hinzufahren.

    Die ISOC ist ja eine Organisation die dringendst aufgelöst werden sollte……
    Sie braucht keinen Somchai Wongsawat an der Spitze, sie sollte ganz einfach aufhören zu existieren.

    naja, man braucht sie wohl noch im Süden.

  5. Avatar bukeo sagt:

    Es ist jener Panlop, der in einem Interview mit internationalen Medien mit stolzgeschwellter Brust erklärte, wie er in den 1970er Jahren Jagd auf „Kommunisten“ gemacht habe und wie viele er getötet hätte

    gleich wie Saeh Daeng – auch dieser hat bei jedem Interview erklärt – das er 20 Thai-Kommunisten eigenhändig erschossen hätte.

    Warum er dann 2010 mit dem Kommunisten Weng usw. zusammenarbeitete – ist schwer nachvollziehbar.

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