Der Coup von 2006 – Ein Jahrestag- Teil 04

(MARK TEUFEL – GATEOT / modifiziert, 21.09.2011) Mit dem Ende 2009 war die Demokratiebewegung in Thailand noch stärker, als vor den Demonstrationen im April 2009, kurz bevor sie blutig vom Militär zerschlagen wurde. Insbesondere in den Provinzen fanden riesige Veranstaltungen statt, die von den Normalbürgern in Bangkok praktisch nicht wahrgenommen wurden, weil die Massenmedien die Rothemden weitgehend ignorierten. Bis es einfach unmöglich war, und auch Anfang 2010 in Bangkok die ersten Demonstrationen wieder begannen. Antrieb und Treibstoff der Demonstrationen war die allen bekannte und an einigen Beispielen überdeutlich sichtbare unterschiedliche Anwendung der Gesetze.

Anfang 2010 waren die Menschenrechtsverletzungen in Thailand auf einem neuen Höhepunkt angelangt.  Die Armee macht von sich reden, weil sie Gelder in noch nie gesehenen Ausmaß für Rüstung ausgibt, weil ständig das Land unter Putschdrohung stand, und weil Diebstähle von Waffen und Munition einen kleinen Einblick in die korrupten Zustände erlaubten.

Die Wahlspendenaffäre der Democrat Party weitete sich immer deutlicher zu einer der Justizfarcen aus, als sich die Wahlkommission endlos Zeit nahm, um über den Fall zu beraten. Ebenso wie die Verfahren gegen die Flughafenbesetzer und Belagerer der Regierungsgebäude von 2008 keinen Schritt weiter kommen, niemand deshalb in Haft genommen wird, und nur in Einzelfällen lächerlich geringe Bewährungsstrafen verhängt werden, ohne dass die Täter einen Tag im Gefängnis verbracht hätten.

Die Regierung wird von Korruptionsvorwürfen geschüttelt, zwei Minister werden ausgetauscht. Im Parlament werden Todesdrohungen gegen Vertreter der Rothemden ausgesprochen.

Derweil läuft die Propagandamaschine auf Hochtouren. Die Rothemden werden als Nicht-Thai, als Untermenschen, als gekauftes dummes und stinkendes Landproletariat beschimpft, das eigentlich keine Wahlstimme haben sollte.

Dann erhöht die UDD ihre Anstrengungen und erreicht einen Erfolg, der eine furchtbare Erniedrigung, Bloßstellung des Systems, und Provokation gleichzeitig darstellte. Durch Demonstrationen vor der Sommerresidenz des Kronrates und ehemaligen Premierministers einer vom Militär eingesetzten Regierung (2007), General Surayud, informierten die Demonstranten die staunende Welt, dass Surayud sein Haus auf einem Grundstück erbaut hatte, das eigentlich unter Schutz stand, dass seine Möbel aus Holz gebaut worden war, das auf diesem Grundstück geschlagen worden war, und dass er eigentlich selbst die Aufsicht in einem Gremium zum Schutz eben diesen Gebietes vorgesessen hatte. Zwar wurde Surayud nicht wie normale Bauern, die kleinere Vergehen begangen hatten, mit Gefängnis bestraft, aber immerhin erreichte die Bewegung, dass das Haus abgerissen und Surayud das Grundstück an den Staat zurück geben musste.

Dann folgte ein Femeprozess gegen den ehemaligen Premierminister Thaksin Shinawatra, in dem ein großer Teil seines eingefrorenen Vermögens verstaatlicht wurde. Angeblich wurden ca. 10% der Summe als „Finderlohn“ an seine Gegner ausgezahlt, die Empfänger wurden jedoch geheim gehalten. Selbst fünf Professoren für Rechtswissenschaften der Thammasat Universität kamen in einer Analyse zu der Meinung, dass das Urteil jeder Grundlage entbehrte. Das Verfahren grenzte an Lächerlichkeit und hatte keine Ähnlichkeit mit einem rechtsstaatlichen Vorgehen.

Auch wurde Da Torpedo (Daranee Chanchoengsilapakul), die eine wütende Rede gehalten, und dabei über die Monarchie gesprochen hatte, wegen Majestätsbeleidigung und Gefährdung der Nationalen Sicherheit, unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu 18 Jahren Haft verurteilt. Wegen Beleidigung der Putschisten, die den illegalen Militärcoup von 2006 betrieben, und daher für die Zeit bis zur Bestätigung ihrer Macht durch den König als Hochverräter anzusehen waren, wurde sie später noch einmal verurteilt.

Wenn die Beweise, die für eine 18-.jährige Gefängnisstrafe herangezogen werden, auf der Auslegung einer Rede beruhen, dann wird die Auslegung zu einer Überlebensfrage. Wenn Darunee Charnchoengsilpakul unter diesen Bedingungen verurteilt werden kann, dann können auch andere verurteilt werden. Eine Verlängerung dieser Logik die gegen Darunee verwendet wurde ist, dass alleine schon durch die Existenz des Urteils des Gerichtes das Gericht sich selbst als gerecht bezeichnet.

Die Verfolgung wegen Lèse Majèsté erlebte einen neuen Höhepunkt mit geschätzten 200 Gefangenen, die direkt oder indirekt (Computerstrafgesetz) wegen {angeblicher} Verbreitung ihrer Meinung verfolgt wurden.

In diesem Umfeld, in dem selbst konservative Zeitungen nicht mehr von Demokratie, sondern von einem Hybridsystem sprachen, in dem ein ziviles Mäntelchen über eine Militärherrschaft gestülpt worden war, kündigte die UDD einen „Millionenmarsch“ an. Es sollte die größte Demonstration in der Geschichte Thailands werden. Die Demonstrationen, die jeweils die Geschichte verändert hatten, waren 300.000 bis 500.000 Menschen auf die Straßen gebracht. Daher war die Ankündigung eher eine Zielvorgabe denn sichere Schätzung. Und die Regierung unternimmt alles, um die angekündigten „roten Horden“ aus Bangkok fern zu halten. Busunternehmen wird mit dem Entzug der Konzession gedroht, Autos werden angehalten und wegen geringer Mängel weit entfernt von Bangkok vorgeladen, Straßenkontrollen, Tankstellen werden zeitweise geschlossen. Und immer mehr Soldaten werden in und um Bangkok zusammen gezogen. Das im Jahr 2007 von der Militärregierung erlassene „Gesetz zur Inneren Sicherheit“, die Vorstufe zum Ausnahmezustand, wurde schon mit der Ankündigung der Demonstration ausgerufen. Damit wurden die sowieso schon durch die vom Militär geschriebene Verfassung eingeschränkten Bürgerrechte weitgehend außer Kraft gesetzt. (Ebenda S. 581). Und doch kommen Sie, wie ein roter Tsunami treffen sie auf Bangkok, zunächst verhalten, dann immer stärker.

Es kommen nicht die angekündigte Million. Aber

Es ist in jedem Fall die größte jemals in Bangkok gesehene Demonstration und 2) Es ist die größte Demonstration in Bangkok die nicht durch Bangkoks Bürger, sondern durch Menschen aus dem ganzen Land auf die Beine gestellt wurde.

Den größten Eindruck auf das Establishment aber dürfte der begeisterte Empfang gewesen sein, den die Einwohner Bangkoks den „Roten Horden“ gemacht haben. Sie schwenkten alles, was sich in ihren Händen befand und rot war, riefen und klatschten dem schier endlosen Autokorso zu, der durch die Stadt fuhr. The Economist:

Als der Konvoi sich dem Zentrum der Hauptstadt näherte, strömten die Menschen auf die Fußgängerbrücken und jubelten Sympathisanten den Ankommenden zu. Autofahrer, darunter viele die lustige Fahrzeuge bewegten, fuhren an die Seite, um zu Hupen, und ihre Unterstützung zu zeigen. Das machte nicht den Eindruck einer Besatzungsarmee, die Rothemden machten eher den Eindruck von Befreiern.

Und der 14.03.2010 wurde zum größten Ereignis der Demokratiebewegung seit den 1970er Jahren. Und trotz der ungeheuren Massen an Menschen blieben alle Veranstaltungen friedlich, es gab keinerlei Ausschreitungen.

Aber die Regierung lässt keinerlei Bereitschaft erkennen, vorgezogene Neuwahlen, so wie Thaksin Shinawatra im Jahr 2005 unter dem Eindruck von Demonstrationen gegen seine Regierung.

Beobachtungen von CSM und Reuters: Abhisit ist nicht an Wahlen interessiert, außer „es löst die Probleme“. Thanasat, ein Historiker von der Thammasat Universität erklärt, es wäre für die Elite schwierig zurück zu weichen, weil es dem Coup von 2006 die Legitimation nehmen würde.

Unter dem Eindruck der Unnachgiebigkeit der Regierung veranstaltete die UDD am 16.03.2010 die Sammlung von geringen Mengen Blut von ihren Demonstranten, als archaisches Zeichen der Opferbereitschaft und Verbundenheit. Das Blut wird in umstrittenen Aktionen vor den Regierungsgebäuden und dem Wohnsitz des Premierministers ausschüttet. Aber immer noch kommt es zu keinen gewalttätigen Zusammenstößen, da sich die Ordnungskräfte zurückhalten und die Demonstranten äußerst diszipliniert verhalten.
Am 20.03.2010 fand wieder eine Autokarawane statt, die erneut den großen Zuspruch in der Bevölkerung zeigte. Aber am 24.03.2010 besetzt das Militär das Parlament, obwohl Gesetze das Tragen von Waffen im Parlament verbieten. Worauf sich viele Oppositionsabgeordnete weigerten, ins Parlament an ihren Arbeitsplatz zu gehen. Begründet wurde dies mit einer angeblichen Drohung der Rothemden, das Parlament zu besetzen. Aber:

Sie hatten ihn im Gegenteil aufgefordert, sich einem vermutlich bald stattfindenden Misstrauensantrag zu stellen. Diese Äußerung stellt die Umstände wieder geschickt auf den Kopf.

Als die Rothemden nicht zum Parlament drängten, aber der öffentliche und internationale Druck immer größer wurde, zog das Militär schließlich ab.

Unabhängig von den friedlich verlaufenden Kundgebungen und Demonstrationen finden an verschiedenen Orten Bomben- oder Granatanschläge statt, die von der Regierung den Rothemden angelastet werden, und als Anlass, die Sicherheitsgesetze weiter zu verschärfen. Der Anwalt der UDD spricht von einer „Strategie der Spannungen“ und weist nach, dass während der gesamten Zeit der Sicherheitsgesetze und des Ausnahmezustandes, jeweils kurz vor dem Auslaufen einer Regelung wieder ein Anschlag verübt wurde.

Mit dem 27.03.2010 begann eine Wende in den Demonstrationen. Wir sahen plötzlich eine aggressivere Organisation, die aktiv gegen Soldaten vorgeht. Zwar ohne Waffen, aber durchaus in entschlossener Weise.

Dann fand eine Fernsehdiskussion zwischen der Regierung und der UDD statt. Von Anhängern der Regierung wird erklärt, PM Abhisit hätte Wahlen angeboten. Tatsächlich stimmte das aber nicht. Wer die Diskussion aufmerksam verfolgte, stellte fest, dass das Angebot immer dann relativiert oder zurück gezogen wurde, wenn Redner der UDD das Thema konkretisieren wollten.  Eine spätere Analyse sollte zeigen, dass die Regierung niemals vor gehabt hatte, im Jahr 2010 Wahlen zuzulassen.

Neben Drohungen versuchte die Regierung durch offensichtliche Geschenke, die weit über die bereits verteilten Schecks hinausgeht, die Zuneigung der Demonstranten zu kaufen, die angeblich ja zum größten Teil von Thaksin gekauft wurden. Aber die Aktionen der Demokratieaktivisten gehen weiter. Am 03.04.2010 veranstalten die Demonstranten wieder einen Marsch. Inzwischen sind die Gegner so aufgestachelt, dass offen von Lynchen und Morden der Rothemden die Rede ist. An diesem Tag fährt ein Porschefahrer, der seine Tat angekündigt hatte, die Rothemden umzubringen, in eine Gruppe von Demonstranten.  Aber statt die Wogen zu glätten, wurde die Atmosphäre weiter angeheizt und für einen bevorstehenden Einsatz der Armee wie im Jahr 2009 vorzubereiten. An den Demonstrationsorten werden Schilder aufgestellt: „Please do not kill us“. Die Regierung nennt die Demonstranten Terroristen, worauf diese ein Banner errichten: Peaceful Protestors, no Terrorists. Immer noch sind gewalttätige Ausschreitungen ausgeblieben.

Am 06.04.2010 rast eine Frau mit dem Auto in die Demonstration. Immer wieder verlassen größere Gruppen von Demonstranten ihre Bereiche, in denen sie lagern. Die Businessweek schreibt:

Jubelnde Mengen (Anm. Isaaner aus BKK) begrüßen Rothemden.

Am 07.04.2010 schließlich passierte das Gleiche wie in Pattaya im Jahr 2009. Durch Gasgranaten aufgestachelt, die, ohne hochzugehen in den Reihen der Demonstranten gefunden wurden, und angeblich aus dem Bereich des Parlaments gekommen waren, stürmten ca. 2 Dutzend Rothemden in das Parlamentsgebäude, dessen Tor erstaunlicherweise zwar verschlossen, aber nicht bewacht war. Die Handvoll Rothemden liefen ins Parlament, während Wachen der Rothemden die Masse der Demonstranten davon abhielten, auf das Parlamentsgelände zu drängen. Nach 20 Minuten kamen die Rothemden wieder aus dem Parlamentsgebäude, wo sie Wächtern Waffen abgenommen hatten, da das Tragen von Waffen im Parlament verboten war. Sie gaben die Waffen bei der Polizeistation ab und erstatteten Anzeige. Zu diesem Zeitpunkt aber hatte die Bangkok Post, weniger als fünf Minuten nachdem die Gruppe Rothemden durch das Tor gebrochen waren, die Schlagzeile „Rothemden stürmen das Parlament“, verbreitet, die sofort innerhalb von Sekunden von fast allen Nachrichtenorganisationen übernommen wurde. Bevor die letzte Nachricht erschienen war, waren die Rothemden bereits wieder abgezogen. Aber für die Regierung war dies der Anlass, den Ausnahmezustand auszurufen, wodurch Sicherheitskräften Immunität zugesagt wird. (Ebenda, S. 1246 – 1277)

Die Regierung versuchte die letzten verbliebenen kritischen Medien in thailändischer Sprache zu blockieren, schließen oder beschlagnahmen. Und schließlich wurde auch die Übertragung des Fernsehsenders der UDD, People’s TV oder PTV, unterbrochen.

Am 09.10.2010 brachen Demonstranten nach Pathumthanee auf, wo die Armee die Übertragung des Senders in 7 Länder unterbrochen hatte. Die Demonstranten sind in großer Überzahl und drängen durch den Zaun. Tränengaskanister, die auf die Demonstranten abgeworfen wurden, entluden das Tränengas in Richtung der Soldaten. Die warfen ihre Waffen weg und flohen auf ein offenes Feld. Die Demonstranten versorgten die Soldaten, sammelten die Waffen ein und gaben sie schließlich komplett wieder zurück. Die Armeeführung willigte in eine Wideraufnahme der Sendung ein, worauf die Demonstranten sich teilweise überschwänglich von den Soldaten verabschiedeten. Aber nur Stunden danach wurde der Sender wieder durch eine Gruppe von Soldaten unterbrochen, die sich auf dem Dach des Gebäudes versteckt hatten, und mit vorgehaltener Waffe die Abschaltung durch die Servicefirma erzwangen.

Die Abschaltung des Senders hatte aber wieder mehr Menschen auf die Hauptdemonstrationsorte gelockt. Sie wollten die Lieder, die Reden, die Mitteilungen auf der Bühne hören. Aber nachdem die Medien der Rothemden komplett ausgeschaltet schienen (der Sender übertrug jedoch ins Ausland und teilweise nach Thailand noch über das Internet), begann am 10.04.2010 das Massaker, mit dem die Demokratiebewegung ausgeschaltet werden sollte. Gegen Mittag erklärt die UDD, noch einmal zur Sendestation marschieren zu wollen. Aber kurz darauf fuhren gepanzerte Fahrzeuge auf Bangkoks Straßen in Richtung der Demonstranten. Die Soldaten waren mit großkalibrigen Waffen, mit Sturmgewehren, aber auch mit Schilden und Gummigeschossen ausgerüstet.

Scharfschützen der Armee hatten schon längst in strategischen Bereichen der Demonstration Stellung bezogen. Der für die Öffentlichkeit sichtbare Teil begann dann um 13:00 Uhr.

Die Soldaten begannen mit scharfer Munition über die Köpfe der Demonstranten hinweg zu schießen, was ein lebensgefährliches Risiko für vollkommen Unbeteiligte darstellte. (Eine US-Amerikanisch Untersuchung zeigte, dass während Neujahrs- und Unabhängigkeits-Feierlichkeiten in die Luft geschossene Projektile, 38 der danach Behandelten getötet hatten. Gegen 17:00 Uhr begannen professionelle Scharfschützen an der Khok Wua Kreuzung mit scharfer Munition Kaliber -22 auf die Demonstranten zu schießen. Um 18:00 Uhr begannen Scharfschützen auf der Streewit Schule mit Kaliber-22 auf Beine von Demonstranten vor dem Demokratie Monument zu schießen. Soldaten der 2. Division feuerten Kaliber.50 Munition von einem Maschinengewehr auf das Demokratiedenkmal.

Gegen 19:15 Uhr detonierten zwei Explosionen zwischen den Truppen der 2. Infanterie Division auf der Dinso Road, wodurch mindestens sechs Soldaten getötet, und weitere verwundet wurden. Unmittelbar nach diesen Explosionen (sie erfolgten in einem Zeitabstand von 34 Sekunden) begannen auch die Soldaten auf der Dinso Road ohne Zurückhaltung in die Menge zu schießen, wobei sie hunderte Menschen verletzten und zahlreiche Demonstranten töteten. Die Regierung erklärte, dass es Terroristen unter den Demonstranten gewesen wären, während die UDD erwiderte, dass es ein Insider-Job gewesen sein müsse, und entweder von rivalisierenden Gruppen oder sogar als Vorwand zum gezielten Einsatz tödlicher Schüsse veranstaltet worden wäre. Schockierende Bilder von durch Scharfschützen in den Kopf geschossenen unbewaffneten Demonstranten gehen um die Welt. Auch einzelne Bewaffnete die offenbar auf die Scharfschützen schossen, konnten auf einem Video gesehen werden. Am Ende der Nacht waren 21 Zivilisten erschossen worden und mehr als 600 teilweise lebensgefährlich verletzt. Einige überlebten wie durch ein Wunder und treten heute bei Demonstrationen der Rothemden, z.B. mit einem zur Hälfte entfernten Schädel auf.

Während die UDD eine neutrale internationale Untersuchung fordert, und eine Petition beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht hat, verweigert sich die Armee jeder Rechtfertigung und neutralen Untersuchung.

Die Demonstranten zogen sich auf den Bereich an der Ratchaprasong-Kreuzung zurück. Sie forderten nun nicht nur Neuwahlen, sondern neutrale Untersuchungen der Tötungen vom 10. April, und Bestrafung der Verantwortlichen.

Am 03. Mai erklärte der Premierminister einseitig einen Plan zur Versöhnung, der unter anderem die Möglichkeit von vorgezogenen Neuwahlen im November enthielt, unter der Voraussetzung, dass die Rothemden sich einverstanden erklärten, sich freiwillige aufzulösen. Aber Abhisits Angebot, das Repräsentantenhaus aufzulösen, wurde ohne Garantien abgegeben. Die Regierung tat nichts, was Anlass zu der Vermutung hätte geben können, dass die Zensur, die während der Demonstration verhängt worden war, vor der Wahl aufgehoben werden würde, ebenso wenig ließ ihr Verhalten erkennen, dass sie eine ordentliche, unabhängige Untersuchung über die Gewalt, die am 10. April vorgefallen war, zulassen würde.

Am 13. Mai 2010, einem Tag, nachdem die Regierung ihr Angebot für vorgezogene Neuwahlen zurück gezogen hatte, wurde Generalmajor Khattiya Sawasdipol, ein widerspenstiger Armeeoffizier, besser bekannt als Seh Daeng, der angebliche Kopf der extremistischen Fraktion der Bewegung, durch einen Scharfschützen in den Kopf geschossen, während er vor Kameras und Mikrofonen stand, direkt vor den Augen von westlichen Reportern, an der südwestlichen Ecke des Lumphini Parks.

Der Schuss, der Seh Daeng tötete (er starb wenige Tage später) war nur das Vorspiel zu tausenden von Schüssen, die das Militär auf unbewaffnete Demonstranten, unschuldige Passanten, medizinisches Personal und Journalisten, in den folgenden Wochen abgeben sollte. Während die Rothemden wiederholt um internationale Hilfe baten, um einen Dialog zu beginnen, der zu einer politischen Lösung der Krise führen könnte, hatte die Regierung entschieden, sie militärisch zu zerschlagen, und verlegte gepanzerte Mannschaftstransportwagen und tausende von Soldaten in die Straßen von Bangkok.

Einige Gebiete, wie die Ratchaprarop Road in Richtung Norden und die Rama IV Road in Richtung Süden, wurden durch das Militär zu „Zonen in denen scharf geschossen wird“ erklärt. In diesen hatten die Soldaten die Erlaubnis erhalten, auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen, sobald sie diese sahen, wie in einer Vielzahl von Augenzeugenberichten sowie dem schriftlichen Bericht des Fotojournalisten Nick Nostitz festgehalten ist.1  Dagegen wurde kein einziger Soldat zwischen dem 13.05. und dem 19.05. getötet, obwohl die Regierung behauptete, dass jede Nacht Angriffe durch „Terroristen“ auf Soldaten stattgefunden hätten. Ob es diese Angriffe gab, wer sie ausführte und welchen Zweck sie hatten, ist nicht bekannt.

Am 18.05.2010 versuchte noch eine Gruppe von Senatoren zu vermitteln. Und die Anführer der Demonstranten hatten bereits gegenüber den Demonstranten auf Ratchaprasong erklärt, aufgeben zu wollen, was die Anhänger aber zu diesem Zeitpunkt einfach nicht akzeptieren wollten. Zu diesem Zeitpunkt war es eine Frage der Zeit, dass die Demonstration beendet werden würde. Aber dazu sollte es nicht kommen.

Am 19.05.2011 stürmte das Militär mit einer Macht, die der Armee der Briten bei der Invasion des Irak entsprach, die Ratchaprasong-Kreuzung. Dabei schossen sie auf alles was sich bewegte, schossen ohne hinzusehen mit Salven aus automatischen Waffen um Ecken und töteten viele unbewaffnete Demonstranten. Bilderserien und Videos zeigen, wie Heckenschützen auf unbewaffnete Demonstranten und jeden schossen, der versuchte, diesen zur Hilfe zu eilen.  Auch ein Schütze, von dem die Regierung sagte, dass es einer der Demonstranten war, der anscheinend auf Soldaten schoss, wurde auf einem Foto festgehalten, ein Granatangriff fand ebenfalls statt. Aber keiner der bewaffneten „Terroristen“ wurde erschossen oder gefasst. Bis heute ist auch nicht bekannt, welche Aufgaben Soldaten in Zivil ausführten, die immer wieder auf Video und Fotos festgehalten wurden und die als Soldaten erkannt wurden, weil sie aus den Linien der Demonstranten in die der Soldaten liefen.

Schließlich schossen Heckenschützen der Armee von Hochbahngleisen aus in ein Wat, das die Demonstranten als „sicheren Zufluchtsort“ aufgesucht hatten, als der Angriff der Soldaten auf die Demonstrationsgegend begann. Am Ende lagen sechs Tote, darunter mehrere klar gekennzeichnete Ersthelfer, tot im Hof des Wat, viele wurden verletzt. Die Armee bestreitet bis heute den Angriff geführt zu haben, obwohl sie schon zu Beginn die Hochbahn gesichert hatte, und Zeugenaussagen, auch Aussagen von beteiligten Soldaten, Fotos und Patronen und Projektile eine andere Sprache sprechen. Nachdem Wochen nach dem Ende der Demonstranten ein Demonstrant seinen Verwundungen erlag, war die Zahl der Todesopfer auf 93 gestiegen, die absolute Mehrzahl bestand aus unbewaffneten Demonstranten. Und ca. 2000 Verletzte werden zum Teil ihr Leben lang unter ihren Verwundungen leiden.

Nach der Aufgabe des Demonstrationsortes brach in Teilen der Stadt das Chaos aus. Wütende Demonstranten legten verschiedene Brände, Chaoten und Plünderer verschlimmerten das Chaos, profimäßig auftretende Gruppen von Gangs erschienen auf der Bildfläche. Am Ende steht eines der größten Kaufhäuser Asiens in Flammen. Von denen Jim Taylor behauptet, dass die Armee sie gelegt hätte, während der kürzlich verstorbene Bernd Mechsner, der Augenzeuge war, nachwies, dass dies ebenso wenig bewiesen ist, wie die Behauptung, dass Rothemden den entscheidenden Brand gelegt hätten, der zum Einsturz führte.

Nach der Zerschlagung wurden hunderte von Rothemden verhaftet, teilweise in Schnellverfahren zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, wegen Verstoß gegen den Ausnahmezustand zu 12 bis 18 Monaten Gefängnisstrafe. Andere wurden über viele Monate ohne jede Verhandlung inhaftiert gehalten, einige gefoltert, viele ohne dass ihre Angehörigen erfuhren, wo sie sich aufhielten. Verletzte wurden an Betten gekettet, ohne Verfahren festgehalten.

Viele Rothemden wurden wegen Terrorismus, und später wegen Majestätsbeleidigung, angeklagt. In einem Fall, weil sie „durch Körpersprache“ ihre Zustimmung ausdrückten, als Jatuporn eine angeblich beleidigende Äußerung tätigte. Die Zensur wurde weiterhin aufrechterhalten, sogar noch verschärft. Mehrere Aktionen zur Verfolgung von Verstößen gegen Lèse Majèsté wurden gestartet, die Menschen angehalten, jeden vermeintlichen Verstoß zur Anzeige zu bringen.

Der Ausnahmezustand, unter dem der Armeechef Anordnungen erließ, die Gesetzeskraft hatten, ohne dass Sicherheitskräfte für ihre Taten rechenschaftspflichtig waren, wurde erst Ende des Jahres aufgehoben … und durch das Gesetz zur Inneren Sicherheit ersetzt.

Im Oktober 2010 wird die ganze Farce der Justiz offenbar. Videos in YouTube zeigen z.B., wie Verfassungsrichter mit Vertretern der Democrat Party darüber diskutieren, wie man die drohende Auflösung der Partei abwenden könnte. Am 29.11.2010 wird bekannt, dass das Verfassungsgericht entschieden hatte, dass es die Democrat Party nicht auflösen konnte, weil der Vorsitzende der Wahlkommission die Klage zu spät eingereicht hätte. Wie Matichon nachwies, wäre dieser Grund auch bei fast allen vorhergehenden Parteiauflösungen anwendbar gewesen. Auch ein zweites Verfahren wurde mit der gleichen Begründung abgewiesen. (Der Vorsitzende der Wahlkommission blieb im Amt und wachte auch über die Wahl vom 03.07.2011.)

Aber schon kurz nach der Zerschlagung, noch schneller als 2009, trotz Ausnahmezustand, begannen wieder Demonstrationen. Und immer mehr Menschen begannen sich ihre eigenen Gedanken über die Vorgänge zu machen, obwohl die Regierung eine massive Propagandaaktion startete, um die Rothemden als Terroristen und Monarchiefeinde zu beschreiben.

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5 Antworten zu Der Coup von 2006 – Ein Jahrestag- Teil 04

  1. Avatar Markus sagt:

    Ta kk i soll jetzt wieder einen PASS bekommen. Begruendung , auch jeder Knacki haette einen.
    Ob das eine “Andeutung” ist? 😉

  2. Avatar berndgrimm sagt:

    Nicht zu vergessen warum der Dichterfürst seine Märchen gerade jetzt
    ständig wiederholt.
    Er muss von der hyperaktiven Untätigkeit der Revolutionsregierung
    ablenken und von dem was hinter Yinglucks Puppentheater
    sich wirklich abspielt.
    Takki rüstet für seine Machtergreifung.
    Die Zweidrittelmehrheit ist fast erreicht und wenn die Spielschar
    der PMiss das gesamte Budget verdattelt (oder in die eigen Taschen gebracht)
    haben, wird der Ruf nach dem selbsternannten grössten CEO Thailands
    natürlich lauter.

  3. Avatar emi_rambus sagt:

    Am 10.4.2010 hat man keine Rekruten eingesetzt!
    Es waren Soldaten fuer eine normale Demo geruestet waren. Also Steinewerfer, Schleudern, Zurueckwerfen von Gaskartuschen.
    Dafuer hatten sie Waffen fuer Gaspatronen und Gummi/Plastik-Geschosse.
    Sonst nichts!
    Die Gummigeschosse hatte auf einer Entfernung ueber 30 Meter eine Wirkung wie die Schleudern der Randalierer. Die Soldaten konnten lediglich schneller und mehr schiessen.
    Die Randalierer wurden mit dem Gas auf Distanz gehalten.
    Die Taktik brach in dem Moment zusammen, wo die erste Granate einschlug.
    Aber auch dann wurden nur Gummigeschosse abgefeuert.
    Gefechtsmunition wurde erst am 20.04.2010 ausgegeben:
    http://www.bangkokpost.com/news/security/175196/troops-allowed-live-rounds

  4. Avatar berndgrimm sagt:

    Ich bewundere Bukeo der die sich ewig wiederholenden und
    sich selbst bestätigenden Lügen des Dichterfürsten im ST.de
    so emotionslos widerlegt.
    Bei mir geht das leider nicht.
    Wenn ich diesen ideologischen Bockmist von jemanden lese,
    der vom 8.3. Da begann der Aufmarsch der Roten schon in Bang Na.
    Waren nur ein paar hundert Leute aber damals schon zusammengekarrt.
    Bis zum bitteren Ende am 19.5. nicht näher als 9000 km an den Bühnen
    an Phan Fa und Ratchaprasong dran war.
    Ich war auch nur bis zum 29.4. dort weil ich dann nach Europa in Urlaub
    geflogen bin.
    Aber es war seit dem 10.April schon zu spüren dass die Roten immer
    aggressiver wurden.
    Sie hatten sich in etwas verrannt aus dem sie nicht mehr zurück konnten
    und auch wollten.
    Man hoffte klar darauf das Takki genug Unterstützung beim Militär
    zusammengekauft hatte.
    Ende April war ich meistens auf der Sala Daeng Seite weil ich auf der
    Pratunam Seite von den Roten Securities (neue Leute)
    weggejagt wurde weil ich Fragen gestellt hatte.
    Als Antwort hat man mir Schläge angeboten.
    Jedenfalls konnte man auf der Sala Daeng Seite klar die Aggression
    spüren die von den Roten kam.
    Es sind ja auch einige Leute die dort gegen die Roten demonstrierten
    getötet und verletzt worden.
    Bei 2 Fällen war ich selbst in der Nähe.
    Jedenfalls war klar dass die nicht weggehen würden und auf
    “Bürgerkrieg” aus waren.
    Das bei der Abräumung nicht mehr Leute umgekommen sind
    ist für mich ein Wunder und nur der Tatsache zu verdanken
    dass meist Elite Soldaten eingesetzt wurden.
    Hätte man ähnliche Büffel wie bei den Roten eingesetzt
    hätte es ein wirkliches Massaker gegeben.

  5. Avatar bukeo sagt:

    wie immer Bild-mässig reisserisch verdreht!

    Mit dem Ende 2009 war die Demokratiebewegung in Thailand noch stärker, als vor den Demonstrationen im April 2009, kurz bevor sie blutig vom Militär zerschlagen wurde.

    die Regierung Abhisits hatte nie vor, die Bewegung der Rothemden zu zerschlagen, sondern er versuchte, die nationale Sicherheit zu gewährleisten – also kann man nicht von einer Zerschlagung sprechen, sondern von einer Gefahrenabwehr für die Bevölkerung.
    Immer wenn die Rothemden merken, das sie mit friedlichen, legalen Demos nicht weiterkommen, mischen sich 2-3000 tw. bewaffnete Hardcores und Provozierer zwischen die friedlichen Rothemden und provozieren mit Gewalt. 2009 war das eben der Gastanker im Wohngebiet, der Überfall, Geiselnahme von städt. Bussen, die Attacke auf den Fahrer Abhisits usw.
    Diese 2-3000 Hardcores wurden damals von Jakropop geführt, der sich ja dann am Ende – als die Hardcores schon eingekesselt waren, immer noch weigerte – aufzugeben.
    Die Auflösung der gewaltbereiten Hardcore-Rothemden wurde international als professionell eingestuft. Saeh Daeng war damals noch nicht richtig aktiv mit seinen Söldner beteiligt, sonst hätte es schon seinerzeit viele Tote gegeben.

    Insbesondere in den Provinzen fanden riesige Veranstaltungen statt, die von den Normalbürgern in Bangkok praktisch nicht wahrgenommen wurden, weil die Massenmedien die Rothemden weitgehend ignorierten.

    die Bevölkerung in den Provinzen haben das schon mitbekommen – wann gibt es denn schon mal Gratis-Somtam und Aufführungen. Da gingen hier sogar bekannte Gelbhemden hin.

    Die Armee macht von sich reden, weil sie Gelder in noch nie gesehenen Ausmaß für Rüstung ausgibt, weil ständig das Land unter Putschdrohung stand, und weil Diebstähle von Waffen und Munition einen kleinen Einblick in die korrupten Zustände erlaubten.

    richtig, auch jetzt unter dieser Regierung geht die Rüstung weiter – Yingluck hat schon alles abgezeichnet (Helikopter, U-Boote,Panzer usw)
    Auch richtig das es Waffendiebstähle gab. Grosse Mengen davon wurden in Privaträumen Saeh Daengs gefunden, andere Waffenlager hob man bei Freunden von Saeh Daeng in Bangkok/Sukhumvit aus. Saeh Daeng bereitete mit diesen geklauten Waffen wohl schon Plan B vor.

    Ebenso wie die Verfahren gegen die Flughafenbesetzer und Belagerer der Regierungsgebäude von 2008 keinen Schritt weiter kommen, niemand deshalb in Haft genommen wird, und nur in Einzelfällen lächerlich geringe Bewährungsstrafen verhängt werden, ohne dass die Täter einen Tag im Gefängnis verbracht hätten.

    auch hier kann man nicht von Double Standard sprechen. Auch ist bis heute noch kein Rothemd von 2009 verurteilt, die in Pattaya Staatsgäste als Geiseln genommen haben. Auch die Brandstifter der Busse usw. – laufen noch frei rum.

    Die Demonstrationen, die jeweils die Geschichte verändert hatten, waren 300.000 bis 500.000 Menschen auf die Straßen gebracht.

    es war der grösste Gesichtsverlust der Rothemden-Führer, als statt der 1 Million – lediglich um die 100.000 Rothemden kamen und das – obwohl die Summen, die die Teilnehmer pro Tag erhalten sollten – auf bis zu 1500 Baht/pro Tag stiegen und für Autos bis zu 6000 Baht pro Fahrt gezahlt wurden. Auch mir persönlich wurde seinerzeit ein Angebot für unseren Mini-Bus gemacht. Ich war schon fast geneigt, eine Tour zu fahren, meine Frau lehnte aber ab.

    Den größten Eindruck auf das Establishment aber dürfte der begeisterte Empfang gewesen sein, den die Einwohner Bangkoks den „Roten Horden“ gemacht haben. Sie schwenkten alles, was sich in ihren Händen befand und rot war, riefen und klatschten dem schier endlosen Autokorso zu, der durch die Stadt fuhr.

    naja, Einwohner Bangkoks kann man nicht sagen, es waren wohl die Isaaner – die in Bangkok arbeiten. Tw. sehr dunkle Personen und auch mit roten T-Shirt. Gerüchte sagen, das die Fähnchen-Winker tw. sogar bezahlt wurden.
    Die tatsächlichen Einwohner Bangkoks starteten sogar tw. eigene Demos (Rajaprasong-Gruppe) um gegen die Störung zu demonstrieren. Eine dieser Demos
    wurde dann von Rothemden-nahen Gruppen, vermutlich Saeh Daengs Gruppe beschossen – eine unbeteiligte Passantin dabei tödlich verletzt.

    Als die Rothemden nicht zum Parlament drängten, aber der öffentliche und internationale Druck immer größer wurde, zog das Militär schließlich ab.

    ja, dies war ein grosser Fehler, da dann anschliessend bald darauf das Parlament von Arisman – angeblich im Alleingang – gestürmt und zeitweilig besetzt wurde, um Abhisit endlich zu einem EInschreiten zu provozieren, da dieser mittlerweile international schon als “lame duck” bezeichnet wurde und auch die Koalition Abhisit aufforderte, diesen strafbaren Handlungen endlich ein Ende zu setzen.

    Unabhängig von den friedlich verlaufenden Kundgebungen und Demonstrationen finden an verschiedenen Orten Bomben- oder Granatanschläge statt, die von der Regierung den Rothemden angelastet werden,

    wobei die Regierung sich auch auf die Drohung Saeh Daengs: nun beginnt der Granatenwalzer – stützt. Auch die Aussage Saeh Daengs nach dem 10.4. – das Ronin Warriors die Rothemden unterstützen würden, nachdem Oberst Romklao und mehrere Soldaten von dieser mit Kriegswaffen ausgerüsteten und bestens trainierten Gruppe – erschossen wurde, stützt diese These.
    Das die Ronin Warriors eigentlich die Red Siams waren, von denen sich Jatuporn anfangs noch distanzieren wollte, weiss mittlerweile in Thailand jedes Kind.

    Gegen 19:15 Uhr detonierten zwei Explosionen zwischen den Truppen der 2. Infanterie Division auf der Dinso Road, wodurch mindestens sechs Soldaten getötet, und weitere verwundet wurden. Unmittelbar nach diesen Explosionen (sie erfolgten in einem Zeitabstand von 34 Sekunden) begannen auch die Soldaten auf der Dinso Road ohne Zurückhaltung in die Menge zu schießen, wobei sie hunderte Menschen verletzten und zahlreiche Demonstranten töteten.

    richtig, das war ein grosser Fehler Anupongs – hier unerfahrene Rekruten einzusetzen. Wie man im TV bestens mitverfolgen konnte, waren diese Rekruten gegen die tahan pawns (Ranger-Elite-Kommandos) Saeh Daengs, hoffnungslos unterlegen und hier kann es tatsächlich zu Panikreaktionen dieser Rekruten, die um ihr Leben liefen – gekommen sein. Hier hätten gleich Elite-Soldaten eingesetzt werden müssen, dann wäre der Spuk am 10.4. beendet gewesen.
    Hierzu hier die Erklärung Saeh Daengs – einen Tag danach:

    http://www.nationmultimedia.com/home/Ronin-warriors-fire-M79-grenades-at-troops-Khattiy-30127000.html

    Die Regierung erklärte, dass es Terroristen unter den Demonstranten gewesen wären, während die UDD erwiderte, dass es ein Insider-Job gewesen sein müsse, und entweder von rivalisierenden Gruppen oder sogar als Vorwand zum gezielten Einsatz tödlicher Schüsse veranstaltet worden wäre.

    ja, man kann von Insidern sprechen, da ja Saeh Daeng ein aktiver General der Armee war. Man kann nicht von rivalisierenden Gruppen sprechen, da Jatuporn sich am Tag danach bei den Söldner öffentlich für die Hilfe bedankte. Ohne Mithilfe der Rothemden, hätten die Red Siams sich nicht und diesen mischen können. Man hätte sie festnehmen oder vertreiben sollen.

    Die Abschaltung des Senders hatte aber wieder mehr Menschen auf die Hauptdemonstrationsorte gelockt. Sie wollten die Lieder, die Reden, die Mitteilungen auf der Bühne hören.

    das wäre kein Problem gewesen, nur die Reden Nattawuts, Arismans – doch Benzin für Molotows zu spenden, am besten ganz Thailand abzufackeln – sind Aufrufe zu schweren Verbrechen – leider haben die Rothemden diesen Aufforderungen Folge geleistet und zahlreiche City Halls abgefackelt.

    Der Rest besteht aus Wiederholungen, die deshalb auch nicht wahrer werden.

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