Bangkok: In Thailand erholen sich Natur langsam wieder vom Massen-Tourismus – Hotels setzen nun auf Nachhaltigkeit

Wegen der Pandemie verschwanden die Touristen aus Thailand. Die Natur, etwa die berühmte Maya Bay, konnte sich von Besucheranstürmen erholen. Nun will das Land aus früheren Fehlern lernen – mit Alternativen zum Massentourismus.

Motorboot-Fahrten im Minutentakt

Bis zu 6000 Touristen besuchten plötzlich täglich die sonst unbewohnte Insel, insgesamt drangen zwei Millionen Besucher im Jahr ins kleine Paradies ein. Sie wurden im Minutentakt mit Motorbooten zur Bucht gebracht und vertrieben die hier lebenden Haie. Achtlos ausgeworfene Anker beschädigten das Korallenriff.

“Innerhalb von zehn Jahren verschwanden 70 Prozent des Korallenbestands”, sagt Thon Thamrongnawasawat von der Kasetsart-Universität in Bangkok. Der Meeresbiologe warnte schon früh vor den Folgen des unkontrollierten Massentourismus für das fragile Ökosystem der Insel. Er sorgte dafür, dass Maya Bay bereits 2018 für Besucher geschlossen wurde. Sein Plan war auch schon damals eine umfassende Renaturierung der Bucht. Unklar war jedoch, wie lange eine Schließung wirtschaftlich zu vertreten gewesen wäre.

Lockdown als Chance für die Natur

Zu Beginn der Corona-Pandemie schloss Thailand dann die Grenzen für den Tourismus landesweit, und Maya Bay blieb für weitere zwei Jahre sich selbst überlassen. Damit konnte sich das Ökosystem dort insgesamt fast vier Jahre lang ungestört regenerieren. Die Verantwortlichen konnten derweil in Ruhe ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept für die Bucht entwickeln.

Um den Nationalpark langfristig zu schützen, wurden auf der Insel nun zahlreiche Regeln eingeführt, deren Nichteinhaltung mit Geldstrafen geahndet wird. So können sich nur noch 300 Interessierte am Tag für einen einstündigen Aufenthalt in der Maya Bay anmelden. Der Strand darf nicht mehr betreten werden, hölzerne Stege leiten die Besucher durch die Bucht. Auch Schnorcheln ist verboten, denn die hier lebenden und bedrohten Schwarzspitzenhaie pflanzen sich im seichten Wasser fort und bekommen jetzt ihren Lebensraum zurück.

Auch Hotelanlagen der Region setzen auf nachhaltigen Tourismus und finanzieren Forschungsprojekte, deren Ziel die Wiederanpflanzung von Korallen und die Zucht von bedrohten Fischen ist. Sirithon Thamrongnawasawa ist für die Nachhaltigkeitskonzepte der lokalen Singha-Hotelgruppe zuständig – sie ist stolz auf das neue “Marine Discovery Centre” ihres Hotels. “Wir wollen den Touristen zeigen, dass ihr Handeln eine direkte Auswirkung auf das hiesige Ökosystem hat”, sagt Thamrongnawasawa. Dutzende Schwarzspitzenhaie und diverse Schildkrötenarten seien nun wieder in Maya Bay gesichtet worden. Auch die neu eingepflanzten Korallen entwickeln sich gut, wenn auch langsam. Es wird wohl noch 20 Jahre dauern, bis das Korallenriff wieder vollständig nachgewachsen ist.

Hoffnung auf die “guten Touristen”

Auch der Motorbootbesitzer Pailin Naowabutr versteht, dass Maya Bay geschützt werden muss, allerdings ist er auf jeden Besucher angewiesen. Vor sieben Jahren begann er, Touristen in die berühmte Bucht zu schippern. “Vor Covid habe ich 26 Euro pro Tag verdient, seitdem bekomme ich mit kleinen Jobs nicht mehr als ein Drittel”, sagt er. Nun hofft Naowabutr, dass die Geschäfte bald besser laufen. Insgesamt rund 50.000 Euro am Tag brachte Maya Bay vor der Schließung 2018 ein – es wird sich noch zeigen, ob unter den neuen Regeln an frühere Einnahmen angeknüpft werden kann.

Wenn die Corona-Variante Omikron nicht doch noch alle Pläne durchkreuzt, werden ab dem 1. Januar die ersten internationalen Touristen in Maya Bay erwartet. Dort fühlt man sich gut vorbereitet auf die neue Art von Tourismus. Sirithon Thamrongnawasawat sagt: “Wenn wir eines aus der Pandemie gelernt haben, dann, dass wir die Touristen brauchen. Wir müssen sie nur dabei unterstützen, gute Touristen zu sein.” / Quelle Tagesschau

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Devin
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Devin
30. Dezember 2021 10:35 am

Hinweis an berndgrimm – nicht Mexiko sondern Gran Canaria.:

in dem von stin eingestellten Link

https://www.dw.com/de/die-schattenseiten-des-tourismus/a-45143568

wird als Quelle genannt:

„Sandstrand und Sonnenbrand:
Im Sommer ist die “Playa de las Canteras” auf Gran Canaria überfüllt“

berndgrimm
Gast
berndgrimm
29. Dezember 2021 11:25 am

Diesen wiederholten Propagandaquatsch den STIN hier in regelmaessigen Abstaenden reinstellt um von der Realitaet abzulenken haette ich beinahe uebersehen.

Ich masse mir hier ein besseres Urteilvermoegen als STIN an weil ich selber schwimme ,tauche und segle und seit nunmehr 11 Jahren im Golf von TH lebe.

Was die Korallen angeht muss ich Forentroll vollkommen zustimmen und noch ergaenzen dass bei uns die Schleppnetzfischerei die immer noch nicht unterbunden wird dafuer sorgt dass sich die Korallen nicht erholen koennen.

Wir haben in unserer Bucht ein Kontrollboot des Fischereiministeriums welches ausschliesslich die Grenzen der Muschelzuechterbaenke kontrolliert weil sie von denen geschmiert werden.

Es gibt eine grosse Marinepolizeistation (bestens ausgeruestet) die so vollkommen inaktiv ist dass ich davon ausgehe dass die Leute dort alle Nichtschwimmer mit Aquaphobie sind.

Die habe ich nur einmal aktiv gesehen. 2011 fuhren sie Alle (mit der Faehre) nach Ko Sichang um ihre "Freunde" dort zu warnen weil die Abhisit Regierung Polizei Elitetruppen per Hubschrauber nach Sichang schickte um gegen den Schmuggel (hauptsaechlich Drogen) dort vorzugehen.

Viel groessere Umweltschaedlinge als die Touristen sind die Thai Fischer.

Ihre Boote sind Umweltverschmutzer Nummer 1 hier.Dazu kommen die verbotenen Fangmethoden die nicht geahndet werden.

Und nun zu den Touristen! Wir liegen nur 12 km von Bang Saen Beach entfernt wo fast nur Thai Urlauber hinkommen. Die Vermuellung und Verschmutzung dort ist viel groesser als in Pattaya/Jomtien wo hauptsaechlich auslaendische Touristen hinkommen.

An den Straenden rund um unsere Halbinsel findet wegen des vielen steinigen Muschelkalkes kaum Badetourismus statt, es kommen fast nur Muschelsucher die selber keinen Muell mitbringen.

Trotzdem sind die Straende genau wie unsere Straende voll von angeschwemmten Muell und Sperrmuell.Unsere Angestellten und wir sammeln pro Woche 3-4 grosse schwarze Muelltueten voll auf Der Muell kommt meistens von den umliegenden Gemeinden oder je nach Wind aus Ko Sichang oder aus Bang Saen!

Es stimmt auch nicht was STIN hier immer ueber die Chinesen verbreitet.

Die Chinesen in BKK die meist in Gruppen kommen machen nicht soviel Muell wie die Thai Animateure und Aufpasser.Auch am Strand von Jomtien haben dort urlaubende Chinesen,Russen und Araber weniger Muell hinterlassen als die wenigen Thai die an den Strand kommen oder dort Geschaefte/Restaurants betreiben.

Ausserdem: Wenn man nicht genug Muelltonnen/-saecke aufstellt oder die Leute auf den Schiffen nicht ermahnt keinen Muell ins Wasser zu werfen muss man sich nicht wundern.

Wie schlimm die Vermuellung in TH durch die Eingeborenen ist zeigt folgender Vergleich:

Obwohl bei uns 3 mal woechentlich der Muell abgeholt wird und auf allen Stadtstrassen Strassenfegerinnen unterwegs sind die trotz Hungerlohn richtig arbeiten gibt es hier viel mehr Muell als in Sizilien wo im Sommer die Muellabfuhr streikt und es ausserhalb des Aetna Nationalparks garkeine Strassenkehrer gibt!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
30. Dezember 2021 8:45 am
Reply to  STIN

Na ja, ich geh mal davon aus dass STIN ein Thai “Fischerboot” noch nie bei der “Arbeit” gesehen hat.

Die machen mehr Umweltschaeden als sie Umsatz mit ihren Fischen machen.

In unserer Bucht gibt es keine Tauchtouristen und die Fischerboote fangen auch nicht “weit draussen” sondern 100-500m vom Strand.Die trauen sich garnicht weiter raus weil die meisten garnicht schwimmen koennen!

Massentourismus ist ein grosses Problem, ueberall, und ueberall werden eigene Versaeumnisse auf die Touris geschoben.

Thailand ist dabei ganz vorne.

STIN trampelt hier deshalb so auf den Korallen rum weil die meisten Thai weder schwimmen koennen noch tauchen.

Trotzdem sind sie es die die Umwelt massgeblich zerstoeren.

Und nun zu den boesen Touris!

Wer hat denn die Zero Baht Chinesen ins Land geholt um sie auszunehmen? Und die Russen Mafia um mitzukassieren?

Nur fuer die japanische Yakuza sind sie zu bloed!

Es haengen in jedem irgendwie touristisch geeignetem Ort dutzende bezahlte Nichtstuer von der TAT herum, warum laesst man sie nicht die auslaendischen Touristen kontrollieren und belehren?

Und die Tourist Police , wofuer ist die da?

Natuerlich nicht um fuer Recht und Ordnung zu sorgen sondern um beim Betruegen der Auslaender zu helfen!

Nein, jeder der in TH lebt und wirklich etwas fuer die Umwelt uebrig hat weiss was hier los ist und wer der groesste Umweltschaedling in TH ist.

Vor 37 Jahren als ich das erste Mal in Phayao war gab es ueberhaupt keinen Plastikmuell weil es noch kein 7-11 kein Big-C und nur ein kleines Central Kaufhaus gab.

Die Getraenke wurden alle in Glasflaschen (auch Trinkwasser)verkauft die wieder eingesammelt wurden weil man fuer jede leere Flasche ein paar Satang bekam.

Die wenigen Plastiktueten der privaten Supermaerkte und von Central wurden als Prestigeobjekte getragen.

Ich habe ausserhalb der USA nirgendwo soviele Konsumidioten getroffen wie im heutigen TH!

Als der “Massentourismus” in TH anfing waren die meisten Touris Japaner,DACHler,Skandinavier und Briten.

Also Landsleute denen man (damals) wirklich keine uebermaessige Vermuellungssucht nachsagen konnte.

Ja, Thailand war wegen des Sextourismus immer ein Traumland fuer die Ballermann Touris.

Aber die konnten sich meist selbst den Flug im Condor Bumsbomber nicht leisten!
Nachtrag: Das obige Foto ist wohl aus Puerto Vallarta Mexiko

Sniper
Gast
Sniper
30. Dezember 2021 1:14 pm
Reply to  berndgrimm

Überall da, wo der Massentourismus zurückgeht, erholt sich die Natur.

Deinen Thai Hass mal beiseite gelassen, hast Du schon teilweise Recht.

Wenn ich mir die Gegend bei uns ansehe, ist sie schon sehr vermüllt. Man fährt hinter einem Pickup her auf dem Leute sitzen, die dann ihren Müll während der Fahrt in die Gegend werfen.

Sehr angenehm ist auch, wenn man hinter einer dieser Rußschleutern her fährt.

Nur, in meiner Heimatstadt sieht es außerhalb der Innenstadt auch nicht sauber aus. Vielleicht nicht so schmutzig wie hier in HS, aber wir haben, was das betrifft keine Berechtigung auf andere zu zeigen.

Erstmal vor der eigenen Haustür kehren.

Aber:

Ja, Thailand war wegen des Sextourismus immer ein Traumland fuer die Ballermann Touris.

Aber die konnten sich meist selbst den Flug im Condor Bumsbomber nicht leisten!

Nun erklär mir doch bitte einmal, wenn sie sich nicht mal den Flug im Condor Bumsbomber leisten konnten, wie kamen sie dann nach Thailand? Mit dem Fahrrad?

Devin
Gast
Devin
29. Dezember 2021 10:53 am

Wem oder was sollte man mehr Beachtung schenken:

Die Natur erholt sich und gleichzeitig sterben viele Menschen, weil sie keinen Ausweg mehr für sich sehen.

Thais neigen zu höherem Stress, insbesondere während der jüngsten Corona-Welle.

Das Selbstmordrisiko ist 2021 im Vergleich zu 2020 um das Zehnfache gestiegen, teilte die Behörde für psychische Gesundheit (DMH) mit.

Ein führender Experte für psychische Gesundheit sagte, dass die Selbstmordrate vor allem unter Teenagern steigt, was vor allem auf Stress und Konflikte in den Familien zurückzuführen ist.

Junge Menschen im Alter von zehn bis 19 Jahren seien die am stärksten gefährdete Gruppe mit der höchsten Rate von fünf Selbstmorden pro 100.000, sagte er.

Selbstmordrisiko steigt um das Zehnfache

Forentroll
Gast
Forentroll
27. Dezember 2021 3:09 pm

Da kann man vieles nicht gelten lassen,  was da behauptet wird. 

Vor ~30 Jahren,  mußte man im Golf schon ganz schön weit fahren,  um um größere, erhaltene Korallen zu finden. 

Koh Wai,  Koh Tao,  … waren Ausnahmen. 

In der Andamansee war dagegen noch vieles intakt.

PhottaIsland bei Krabbi,  war für mich das absolute Traumerlebnis!!!! Korallenwälder (!!!) unter Wasser,  soweit das Auge reicht,  und das war bei dem sauberen Wasser sehr weit. Aller für normale Schnochler geeignet! 

Nur 12 (!!!) Monate später war alles bis auf zeigefingergröße zertrümmert.  Dynamitfischen!!!!

An fast allen Westküsten in der Andaman….. im Juni  Millionen von Tonnen angespült. 

Was da überlebte,  wurde mit Zyankali-Fischen (Korallenbleiche)  plattgemacht!!! 

Auch Tauchschulen zeichneten sich dadurch aus,  solche "Fischer" on entlegene Ecken zu bringen!!! 

Es überlebten nur so Ecken wie die Majabucht. 

Und dann kam der Tsunami! 

Fortsetzungen können folgen! 

Muß aber jetzt das neue Moped abholen!