Bangkok: Gastonomen kritisieren Plan der Regierung, zusätzlich zur Impfung Tests von Gästen zu fordern

Wir bereits im Vorjahr fing das neue Jahr für Pattayas Gastronomen gleich mit einer Hiobsbotschaft an. Wie bereits berichtet, wurde in der Provinz Chonburi, zu der auch Pattaya gehört, eine neue Verordnung erlassen, die vorschreibt, dass alle Mitarbeiter in Gastronomiebetrieben, einschließlich Musiker, Künstler, Entertainer usw., täglich einen Covid-19-Antigen-Schnelltest (ATK) durchführen müssen und Gäste, die in einem Lokal speisen möchten, unabhängig ihres Impfstatus entweder direkt vor Ort einen ATK absolvieren müssen oder ein negatives Testergebnis vorlegen müssen, das nicht älter ist als 72 Stunden.

Restaurants, die sich nicht an die neue Verordnung halten können oder wollen, sind zur vorübergehenden Schließung gezwungen – so die Gesetzeslage. In der Praxis ergibt sich für beide Seiten – sowohl für die Gastgeber als auch für die Gäste – ein Dilemma:

Viele Restaurantbesitzer fühlen sich von der Regierung gegen den Kopf gestoßen und beklagen die vielen offenen Fragen, die die Verordnung mit sich bringt, z.B. bezüglich der Haftung, wenn bei der Durchführung eines ATK-Tests ein Gast verletzt wird, schließlich verfügen sie über kein medizinisches Fachpersonal.

Doch besonders, dass sie zur Meldung positiv getesteter Gäste – darunter treue Stammgäste und gute Freunde – verpflichtet sind, geht vielen Restaurantbesitzern definitiv zu weit, denn die Folgen eines positiven Testergebnisses sind – insbesondere für Urlauber – ein sehr zeitaufwändiges und kostspieliges Unterfangen für die betroffene Person (siehe unten).

Für die Restaurantgäste wiederum birgt die Testpflicht vor jedem Restaurantbesuch das Risiko, in die staatliche Quarantäne-Mühle zu geraten, was für Urlauber das sichere Ende ihres unbeschwerten Urlaubs im Land des Lächelns bedeutet.

Denn wenn eine Person in Thailand positiv auf Covid-19 getestet wird, erwartet sie in der Regel nachfolgendes Prozedere:

Die Person wird sofort mit einem Krankenwagen in ein Krankenhaus oder ein medizinisches Zentrum gebracht, wo ein RT-PCR-Test durchgeführt wird.
Während des Wartens auf die Ergebnisse bleibt die Person in einem Krankenhaus oder einer Quarantänestation.

Bei positivem Befund wird anhand einer Reihe von Faktoren wie Alter, Gesundheitszustand, Risikofaktoren, Impfstatus, häusliche Umgebung usw. ermittelt, wohin die Person gebracht wird. Die meisten werden in Quarantäne-Hotels untergebracht, in denen die medizinische Behandlung erfolgt. Die Anzahl der Tage kann je nach Faktoren zwischen 7 bis 14 Tagen variieren.

Für thailändische Staatsangehörige ist die Behandlung und Unterbringung in einem Quarantäne-Hotel kostenlos. Bei ausländischen Staatsangehörigen muss die vor der Reise abgeschlossene Krankenversicherung die Kosten tragen oder aber der Patient selbst. Denn nicht jede Krankenversicherung erklärt sich zur Kostenübernahme für die Hotel-Quarantäne bereit, wenn z.B. ein Patient positiv getestet wurde, aber keine Symptome zeigt, bzw. keine Beschwerden hat.

Bei in Thailand arbeitenden Ausländern mit „work permit“ trägt wie bei Thailändern das staatliche Krankenversicherungssystem die Kosten.
Es gibt zwar eine Selbstisolierung, die aber nicht garantiert wird und an bestimmte Bedingungen geknüpft ist. Im Falle eines positiven Bescheids wird man Sie auf keinen Fall einfach wieder gehen lassen!

Auch wenn der zweite Test negativ ausfällt, wird man die betroffene Person auffordern, sich 10 bis 14 Tage zu Hause zu isolieren und sich regelmäßig untersuchen zu lassen.
Ob nachvollziehbar oder nicht – viele Personen, insbesondere Urlauber, werden sich diesem Risiko ganz sicher nicht aussetzen und es – im Falle eines positiven Heimtests – vorziehen, sich selbst häuslich zu isolieren, anstatt in die staatliche Quarantäne-Mühle Thailands zu geraten.

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Morun
Gast
Morun
5. Januar 2022 1:54 pm

Schon klar, die mamasan kritisieren auch, dass Thailand entlich wegkommen will von diesen sextouristen, die zum Preis einer Pizza einkaufen…….was wohl? 

berndgrimm
Gast
berndgrimm
5. Januar 2022 8:53 am

OK, die Maske ist das kleinste Problem (offensichtlich nur in D ein Problem)

Natuerlich wuerde ich zum Essen und Trinken die Maske abnehmen

und zwar solange bis ich fertig bin. Egal ob im Restaurant oder im Flugzeug!

 

Ich bin zweimal geimpft aber noch nie Covid getestet worden.

Weder PCR noch ATK!

Aber ich habe ein Schnelltestset aus UK welches ich zur Kontrolle benutzen moechte wenn ich hier mal "Positiv" getestet werden sollte.

Die Restaurants sind sicherlich die Verlierer waehrend Covid ueberall auf der Welt.

In unserer Gegend ist mindestens jedes 3. Restaurant geschlossen oder zu verkaufen.

Aber das Geschaeft der mobilen Strassenverkaeufer und von Grab boomt.

Ich hab mir die Grab Essenausfahrer die haeufig in unsere Anlage kommen mal genauer angesehen. Viele von denen sind echt ueberqualifiziert. Grab statt Hartz4.Fuer mich begruessenswert.

Sniper
Gast
Sniper
6. Januar 2022 8:48 am
Reply to  berndgrimm

In unserer Gegend ist mindestens jedes 3. Restaurant geschlossen oder zu verkaufen.

Aber das Geschaeft der mobilen Strassenverkaeufer und von Grab boomt.

Ja sicher boomt das Geschäft für Grab, Line Man, Foodbanda…

Und die holen ihre Speisen, die sie Ausliefern, alle aus den geschlossenen und zum Verkauf stehenden Restaurants.

Schon klar Berndchen.

Sniper
Gast
Sniper
6. Januar 2022 3:56 pm
Reply to  STIN

Wo ist "hier".
DL oder HS?

Bei uns im Norden, HS, sehe ich kein Restaurantsterben.

Alle offen, alle liefern.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
7. Januar 2022 9:55 am
Reply to  STIN

Bei uns im Norden, HS, sehe ich kein Restaurantsterben.

Das ist eben der Unterschied zwischen

auf dem Lande und dem EEC , dem wirtschaftlichen Zentrum Thailands.

 Bei uns gibt es viel mehr teure Restaurants pro Einwohner und relativ hohe Preise .

Nein, Grab liefert nicht aus den geschlossenen Restaurants sondern aus den offenen.

Die geschlossenen sind wirklich nur zu verkaufen oder eben suchen einen Paechter.

Eines der groessten Thai Restaurants in der Innenstadt hat die Zeichen der Zeit erkannt und ist in ein Sanitaetsgeschaeft umgebaut worden.