Beide Seiten sehen sich als Sieger

„Beide Seiten können zufrieden sein“, meinte Außenminister Suraphong Tovichaichaikul nach der Urteilsverlesung zum Preah-Vihear-Grenzstreit in Den Haag. Jetzt sollten beide Länder das Gebiet gemeinsam entwickeln. So sieht es auch Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra. „Thailand und Kambodscha werden nach Lösungen suchen, von denen beide Länder profitieren.“ Die Regierung werde die nationalen Interessen Thailands schützen, betonte Yingluck weiter. Und Thailands Botschafter in den Niederlanden, Virachai Plasai, sagte: „Wir müssen nun das Thailand zugesprochene Gelände genau bestimmen. Kambodscha hat nur ein schmales Stück des umstrittenen Areals gewonnen.“ Da die Richter beide Länder aufgefordert haben, die Grenzziehung friedlich zu lösen, herrscht im Königreich überwiegend die Meinung vor, weite Teile des umstrittenen Gebiets würden auch künftig thailändisches Staatsgebiet bleiben.

Die Richter hätten zwar das Gelände am Tempel Kambodscha zugesprochen, aber weder die Fläche noch die künftige Grenze bestimmt. Deshalb sieht sich Thailand ebenfalls als Sieger. Und in der kambodschanischen Hauptstadt kommentierte ein Sprecher des Ministerrats den Urteilsspruch: Für beide Regierungen, Phnom Penh und Bangkok, habe der Frieden Vorrang.

Der Internationale Gerichtshof hatte am Montag aufgrund des Urteils aus dem Jahr 1962 Kambodschas Interpretation bestätigt und dem Land die Souveränität über das Gelände am Hindu-Tempel Preah Vihear zugesprochen. Allerdings haben die Richter auch geurteilt, dass nicht das gesamte umstrittene Areal von 4,6 Quadratkilometern Kambodscha gehört. So sei ein Hügel, der in Thailand Phnum Trap or Phu Makheu genannt wird, thailändisches Staatsgebiet. Das Gericht hat Thailand verpflichtet, aus dem Areal alle Truppen abzuziehen. Weiter riefen die Richter beide Staaten auf, den Konflikt friedlich zu lösen und eine Grenzziehung zu finden.

Der Internationale Gerichtshof hatte im Jahr 1962 den jahrhundertalten Tempel, inzwischen Weltkulturerbe, Kambodscha zugesprochen, nicht aber über das umgebende Gelände geurteilt. Nach thailändischer Version sind es 0,35 Quadratkilometer, Kambodscha pocht auf 4,6 Quadratkilometer, Thailand sieht das Gelände als Teil seiner Provinz Sisaket an, Kambodscha sagt, es sei Teil seiner Provinz Preah Vihear. Der Konflikt hat mehrfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern geführt. Im Jahr 2011 wurden bei den Kämpfen 18 Menschen getötet.

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2 Antworten zu Beide Seiten sehen sich als Sieger

  1. Avatar emi_rambus sagt:

    Was soll das jetzt?

    Preah Vihear temple replica faces the wrecking ball
    http://www.bangkokpost.com/news/politics/960865/preah-vihear-temple-replica-faces-the-wrecking-ball

    Das war doch eine grossartige Idee! Das ist auf Thai-Gebiet und es ist eine Nachbildung des Original Tempels (was ich fuer eine enorme Leistung halte!) und nicht der Ruinen!
    Da brauchte es nur noch einige “Bonsai”-Baeume , da kaeme das voll gut!!

    Wie weit muss man den Kambotschanern noch wo rein kriechen??
    Die haben sich das durch Betrug erschlichen, in dem sie eine falsche Karte vorgelegt haben. Da gab es auch noch ein Foto , was heute verschwunden ist, wahrscheinlich weil jeder erkennt, es ist eine Foto-Montage?!
    Das Gericht hat TH vorgeworfen, sie haetten den Betrug mit der Karte nicht aufgedeckt. 🙄
    An der nicht durch das Parlament genehmigten Zustimmung (wurde das jemals geheilt?) hat auch nur EINER verdient. 👿

  2. Avatar berndgrimm sagt:

    Der Konflikt hat mehrfach zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Ländern geführt. Im Jahr 2011 wurden bei den Kämpfen 18 Menschen getötet.

    Es war eine von Thaksin und Hun Sen abgesprochene Aktion um die damalige
    Abhisit Regierung in Schwierigkeiten zu bringen.
    Natürlich haben TNP Extremisten dabei auch noch geholfen.
    Passieren wird dort überhaupt nix weil sowohl Thaksin
    als auch Hun Sen gemeinsame Öl Geschäftsinteressen haben.
    Prah Viharn war immer nur eine blutige Tragikkomödie der beiden.

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