Bangkok/Kiew: Thailänder erzählen, wie sie den Krieg in der Ukraine erleben

Als die 33-jährige Ramphan Laehwong am 25. Februar im U-Bahn System der Stadt Kiew Zuflucht suchte, hörte sie, dass ein Gebäude, in dem sich auch ihr Spa Salon befand, bei einem Angriff getroffen worden war.

„Wir verließen die Wohnung und suchten einen Tag nach der Ausrufung der Notsituation Schutz in der U-Bahn. Wir waren ungefähr sechs Stunden dort, als wir erfuhren, dass das Spa Gebäude angegriffen wurde“, sagte sie.

Frau Ramphan und 16 thailändische Arbeiter beschlossen, in der U-Bahn Zuflucht zu suchen, nachdem ihr Arbeitgeber ihnen befohlen hatte, die Stadt zu verlassen.


Eine Frau mit Brille umarmt ihre Mutter, die aus der Ukraine evakuiert wurde.
Sie traf sie am Mittwoch im Quarantänezentrum des Bamrasnaradura Infectious Diseases Institute in der Provinz Nonthaburi. (Foto: Chanat Katanyu)

Während sie sich dort versteckt hielten, gelang es ihnen, die thailändische Botschaft in Warschau zu kontaktieren und ihnen wurde geraten, einen Zug zum thailändischen Hilfszentrum in Lemberg zu nehmen.

„Es war chaotisch. Die Menschen flohen um ihr Leben und kämpften darum, in den Zug einzusteigen. Ich habe alles aufgegeben, um in diesen Zug zu steigen. Ich hatte nur zwei Kleidungsstücke“, sagte die gebürtige Thai aus Chiang Mai, die zu den thailändischen Evakuierten gehörte, die aus der Ukraine am Mittwoch ankamen.

Sie sagte, sie habe während der Flucht aus Kiew, die etwa 16 Stunden gedauert habe, die Unterstützung und Kraft ihrer Eltern gehabt.

Aree Thumboon, 35, gebürtig aus Khon Kaen, sagte, sie fühle sich verloren, als sie bei ihrem ersten Versuch nicht in den Zug steigen konnte. Aber mit der Ermutigung ihrer Freunde kam sie schließlich weiter.

„Sie haben mich ermutigt, weiterzumachen. Es war nicht sicher, auf den nächsten zu warten. Ich hatte Glück, sie zu haben“, sagte sie.

Frau Aree sagte, sie fühle sich sicher und dankbar, am Leben zu sein, als der Zug in Lemberg ankam und sie von thailändischen Beamten begrüßt wurden.

Für die 46-jährigen Suphap Pothiladao war es die härteste Heimreise. Die gebürtige Frau aus Maha Sarakham hielt sich zu Beginn der Invasion in Odessa im Süden der Ukraine auf.

Obwohl sie nicht in der Nähe des Kampfgebiets wohnte, machte ihr das Geräusch der ersten Explosion weiche Knie. Mit der Option zu gehen, zögerte Frau Suphap nicht und plante, die Grenze auf dem Seeweg in die rumänische Hauptstadt Bukarest zu überqueren, wo sie einen Flug nach Hause besteigen würde.

Sie fuhr am Morgen mit dem Auto zum Hafen, aber da Brücken und Straßen durch die Explosionen abgeschnitten waren, dauerte die Fahrt länger als erwartet. Dann wurde ihr Auto an einem Checkpoint aufgehalten.

Nachdem ihre Papiere von den Beamten überprüft worden waren, ging sie zu Fuß zwei Kilometer weiter, um zum Hafen zu gelangen. Es dauerte vier Stunden, um Rumänien zu erreichen, wo sie von thailändischen Beamten begrüßt wurde.

Sie beschrieb die Lebensbedingungen der Menschen als schwierig, sie suchten Schutz in den Hauseingängen und kämpften um Nahrung. Alle thailändischen Staatsangehörigen haben Odessa verlassen, außer denen, die dort Familien haben, sagte sie.

Frau Suphaps Gruppe war die erste Gruppe thailändischer Evakuierter aus der Ukraine, die um 6.25 Uhr mit dem Thai Airways International Flug TG923 über Frankfurt in Thailand ankamen.

Die zweite 58-köpfige Gruppe aus Polen traf gegen Mittag mit dem Emirates-Flug EK384 ein.

Die Evakuierten wurden bei ihrer Ankunft am Flughafen Suvarnabhumi RT-PCR Tests unterzogen und werden im Bamrasnaradura Infectious Diseases Institute in der Provinz Nonthaburi unter Quarantäne gestellt. Dreizehn von ihnen wurden positiv auf Covid-19 getestet.

Eine weitere Gruppe von 40 Thailändern soll am heute am Donnerstag eintreffen, 31 von ihnen sind Arbeiter.

Boonchob Suthamanaswong, der ständige Arbeitsminister, sagte, es gebe 139 thailändische Arbeiter in der Ukraine und etwa 100 hätten dem Ministerium mitgeteilt, dass sie nach Hause zurückkehren wollten.

Er sagte, das Arbeitsministerium werde Evakuierten, die Mitglieder eines Fonds seien, finanzielle Hilfe in Höhe von jeweils 15.000 Baht gewähren, um ausländische Arbeitnehmer zu unterstützen und ihnen bei der Suche nach neuen Jobs zu helfen.

Premierminister Prayuth Chan o-cha hat die Situation in der Ukraine beobachtet und die Behörden angewiesen, den Thailändern, die nach Hause zurückkehren wollen, ihre Hilfe anzubieten, sagte Regierungssprecher Thanakorn Wangboonkongchana.

Unter Berufung auf das Außenministerium sagte er, dass insgesamt 142 Personen aus der Ukraine evakuiert wurden und zwei Gruppen mit insgesamt 96 Personen am Mittwoch aus Polen und Rumänien eintreffen sollten.

Er sagte, die thailändischen Staatsangehörigen, die immer noch in anderen Städten der Ukraine gestrandet seien, seien in Sicherheit, und eine weitere Gruppe von 35 reiste zur Evakuierung zum Operationszentrum.

In der Zwischenzeit äußerte das Außenministerium Bedenken, nachdem berichtet wurde, dass Thailänder in der ukrainischen Botschaft erschienen waren, um sich freiwillig für den Kampf gegen russische Streitkräfte in der Ukraine zu melden.

Der Sprecher des Ministeriums, Tanee Sangrat, machte diesen Kommentar, nachdem die ukrainische Botschaft in Bangkok auf ihrer Facebook Seite eine Mitteilung veröffentlicht hatte, in der sie an die ausländischen Bürger appellierte, der Ukraine zu helfen, sich der russischen Aggression zu widersetzen.

Er sagte jedoch, das Ministerium könne die ukrainische Botschaft für weitere Einzelheiten nicht kontaktieren. / Bangkok Post

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berndgrimm
Gast
berndgrimm
8. März 2022 8:55 am

STIN sagt:

7. März 2022 um 2:35 pm

Vielleicht wundert sich jemand dass seit einiger Zeit keine Beitraege von mir hier erschienen sind.
Alle meine Beitraege werden hier seit langer Zeit zensier und erst mit stundenlanger Verzoegerung
publiziert.Aber sie wurden jedenfalls in letzter Zeit alle publiziert.Seit dem Wochenende wurde
nix mehr von mir publiziert obwohl ich einige Beitraege geschrieben habe.

Alle Beiträge von dir wurden freigegeben. Nicht einer zensiert.
Ja, ich habe den Filter etwas nachjustiert, nachdem der Blog von Devin attackiert wird.
Der kann es nicht verwinden sein Bashing hier weiter zu führen – vermutlich sitzen ihm die Auftraggeber
im Nacken.

 

Keiner meiner Beitraege von SA und SO ist veroeffentlicht worden und dies weiss natuerlich auch STIN oder um mit Siamfan zu sprechen die STINs wieviele es auch seien moegen.

Leider hatte ich mich wieder einlullen lassen und meine Beitraege nicht auf Wordpad vorgeschrieben.

Ja, der boese Devin zerschiesst STIN seinen Propaganda Blog und wird dafuer auch noch bezahlt.

Dass die beiden sich kennen ist mir schon klar und dass sie beide Propagandisten sind ist wohl unuebersehbar.Ich war 2009/10 ff gegen die Thaksin Propagandisten und bin spaetestens seit 2015 gegen die Propagandisten dieser Militaerdiktatur.

Mich bezahlt leider keiner und ich werde ,wo auch immer, meine Meinung  ueber die Vorgaenge in TH sagen und schreiben.Nicht weil ich TH hasse , im Gegenteil ich wuerde sehr gern bis zu meinem Lebensende (wie einst geplant) hier bleiben, aber sicher nicht zu den Konditionen dieser Militaerdiktatur. Falls sie ueberhaupt mal zu Potte kommen und klare Konditionen vorlegen.

Da ich nicht weiss wie lange ich ueberhaupt noch hier veroeffentlicht werde habe ich mich  bei Twitter angemeldet und werde dort als berngrimm74 auftreten.

Ich war vor vielen Jahren schon bei Twitter als berndgrimm angemeldet aber komischerweise waren jetzt auch berndgrimm 1-14 schon vergeben.

ben
Gast
ben
6. März 2022 7:46 pm

@ berndgrimm:  …Die Ukraine ist gegessen und Putin der grosse Sieger. Der Westen macht garnix, die Sanktionen werden nicht eingehalten und sind sowieso nutzlos weil China natuerlich nicht mitmacht. Zar Putin plustert sich so auf weil Xi ihn deckt. China wird Weltherrscher und Putin Xi s Melkkuh und Kampfhund…

Bernd Analyse auf höchstem Niveau! schlägt sogar alles was er sonst so gegen Thailand textet!

so sehen Sieger aus: er sperrt sämtliche westlichen Medien – locht alle Andersdenkenden ein oder vergiftet sie – droht mit einem atomaren Krieg… Dein Sieger macht sich in die Hosen, dass seine Verbrechen in Russland raus kommen! Das neue Gesetz, dass man bis 15 Jahre Haft fasst, wenn man den Krieg und das Gemetzel Krieg nennt sagt auch alles aus! wenn sich noch mehr Oligarchen gegen Putin wenden, wäre es durchaus möglich, dass er einknickt..

berndgrimm
Gast
berndgrimm
7. März 2022 6:17 am
Reply to  ben

Genauso sehen auch Sieger in Thailand aus.Z.B. die seit 8 Jahren herrschende Militaerdiktatur.Wo sind denn die westlichen Medien die waehrend Thaksins Herrschaft und in der Abhisit Regierungszeit immer nach Demokratie gerufen haben? Alles Paletti weil der Urlaub in TH jetzt besonders billig ist?Und immer noch besser als in der Dom Rep oder Kuba oder Mexiko.

Nochetwas in eigener Sache:

Vielleicht wundert sich jemand dass seit einiger Zeit keine Beitraege von mir hier erschienen sind.Alle meine Beitraege werden hier seit langer Zeit zensier und erst mit stundenlanger Verzoegerung publiziert.Aber sie wurden jedenfalls in letzter Zeit alle publiziert.Seit dem Wochenende wurde nix mehr von mir publiziert obwohl ich einige Beitraege geschrieben habe.

Es ist deshalb vergebens hier weiter zu schreiben.Nach Wolf/Devin hat STIN auch mich mundtot gemacht.

Ich habe frueher schon geschrieben dass ich weder Zeit noch Lust habe meinen eigenen Thailand Blog aufzumachen. Es braucht keinen weiteren notleidenden Blog im Net. Und ich brauche auch die paar Euro Werbeeinnahmen nicht.

Trotzdem moechte ich auch zukuenftig noch meine Meinung ueber die Vorgaenge in TH und in der Welt publizieren. Wenn es hier nicht mehr moeglich ist werde ich wohl oder uebel bei Twitter schreiben und zwar angehaengt an den Karrikaturisten Stephff der , bevor er hier Berufsverbot erhielt in der Nation und in der BP publiziert wurde.Seine Meinung ueber das heutige Thailand deckt sich weitgehend mit meiner Meinung.

Ich werde natuerlich dort auch als berndgrimm schreiben und in Deutsch.

Obwohl ich natuerlich auch gerne in Englisch oder Franzoesisch antworte.

 

Siamfan
Gast
Siamfan
5. März 2022 5:57 pm

Es ist einfach lächerlich,  daß keiner das NATO-Mitglied Türkei unter Druck setzt,  worauf die Rußland keine Dzrchfahrt mehr ins Mittelmeer gewähren. 

STIN löscht wieder überall die Hinweise darauf! 

Der Vertrag mit Rußland ist NICHTIG!!! 

berndgrimm
Gast
berndgrimm
5. März 2022 11:18 am

Abgesehen von der duemmlichen Thai Propaganda wegen nix und wieder nix!

Die Ukraine ist gegessen und Putin der grosse Sieger.Der Westen macht garnix, die Sanktionen werden nicht eingehalten und sind sowieso nutzlos weil China natuerlich nicht mitmacht. Zar Putin plustert sich so auf weil Xi ihn deckt.China wird Weltherrscher und Putin Xi s Melkkuh und Kampfhund.

Die NATO ist am Ende, deshalb geht Stoltenberg ja auch.Der Westen hat es verdattelt. Nicht erst jetzt sondern 2014  als man Putin reaktionslos die Krim ueberliess.

Waffenkaeufe helfen jetzt bestimmt nicht mehr , besonders weil man die falschen Waffen naemlich veralteten Metall und Plastikschrott kauft.

Gerade hier habe ich immer von den gefaehrlichen russischen Hackern gelesen.

Warum hat man denen nix entgegenzusetzen?