Tokio/Moskau: Russland hält militärische Übungen auf den von Japan beanpruchten Kurilen ab

3.000 Soldaten sollen an Übungen auf den von Tokio beanspruchten südlichen Kurilen beteiligt sein, melden die japanischen Medien. Russland führt Übungen auf von Tokio beanspruchten Inseln durch, sagten japanische Medien am Samstag (26. März), nur wenige Tage nachdem Moskau die Friedensgespräche mit Japan wegen seiner Sanktionen wegen Russlands Invasion in der Ukraine eingestellt hatte.

An den Militärübungen auf den Kurilen seien mehr als 3.000 Soldaten und Hunderte Armeeausrüstung beteiligt, teilte die russische Nachrichtenagentur Interfax am Freitag unter Berufung auf Beamte des östlichen Militärbezirks des Landes mit.

Es wurde nicht gesagt, wo auf der Inselkette, die die russische Halbinsel Kamtschatka und Japans nördlichste Hauptinsel Hokkaido verbindet, die Übungen stattfanden. Japanische Medien sagten, sie befänden sich auf einem Territorium, das die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkriegs beschlagnahmt habe und das von Tokio beansprucht werde.

Kunaschir ist eine von vier Inseln, die in Russland als Südkurilen und in Japan als Nordterritorien bekannt sind. (Foto der Reuters-Datei)

Das japanische Außenministerium und das Büro des Premierministers konnten außerhalb der Geschäftszeiten nicht erreicht werden, um sich zu den Übungen zu äußern.

Der territoriale Streit um die vier Inseln – von denen Russland sagt, dass sie Teil seiner Kurilenkette sind und die Japan die Nordterritorien nennt – hat Tokio und Moskau daran gehindert, einen Friedensvertrag zu schließen, der die Feindseligkeiten formell beendet.

Japan reagierte am Dienstag (22. März) verärgert, nachdem Russland sich aus den langjährigen Vertragsverhandlungen zurückgezogen und gemeinsame Wirtschaftsprojekte im Zusammenhang mit den Inseln eingefroren hatte, als Vergeltung dafür, dass Japan sich den westlichen Sanktionen wegen der monatelangen Invasion Moskaus anschloss.

Russlands Übungen umfassten die Abwehr von Amphibienkriegen, einschließlich der Zerstörung von Verteidigungsflugzeugen mit Truppentransporten und der Erprobung von Fähigkeiten zum Betrieb von Feuerleitsystemen von Panzerabwehr Lenkflugkörpern, sagte Interfax.

„Darüber hinaus führen die Einheiten der Luftverteidigungskräfte eine Reihe von Maßnahmen durch, um Flugzeuge eines Scheinfeindes zu entdecken, zu identifizieren und zu zerstören, die einen Luftangriff durchführen würden“, zitierte die Agentur russische Militärbeamte. / Bangkok Post

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berndgrimm
Gast
berndgrimm
29. März 2022 10:00 am

Na ja, jetzt wo es an der Westfront nicht so rund laeuft macht man eben (wie jedes Jahr) die Ostfront wieder auf.

Das Theater um die Kurilen geht seit dem 2.Weltkrieg.Die Kurilen gehoerten urspruenglich zu Japan aber wurden im 2.Weltkrieg von der Sowjetunion besetzt.

Im Entwurf zum Friedensvertrag von San Francisco 1951 verzichtete Japan auf die noerdlichen Kurilen,beanspruchte aber weiterhin die suedlichen Kurilen.

Die Sowjetunion kam nicht zum Friedensvertrag und der Kalte Krieg begann.

Seitdem machte die Sowjetunion fast jedes Jahr Militaeruebungen auf den Kurilen.

Ich war einmal in Wakkanai dem noerdlichsten Ort und Flughafen Hokkaidos von wo aus regelmaessig Versorgungsschiffe auf die Kurilen fahren.Der Kleinhandel funktioniert problemlos.Die Kuriler verkaufen Fisch und kaufen aus Japan Konsumprodukte.

Wenn Putin die Ostfront aufmacht dann heisst es dass er im Westen verliert.Gestern hiess es im Fernsehen er wolle sich auf die Besetzung des Donbass zurueckziehen. Mal sehen was passiert.Zuende ist es leider so schnell nicht.