Bangkok: 123 Milliarden Baht wurden vom thailändischen Anleihenmarkt abgezogen

Laut der Thai Bond Market Association (TBMA) haben mehr als 123 Milliarden Baht ausländisches Kapital den thailändischen Anleihenmarkt verlassen. Seit Russland die Ukraine angegriffen hat, wurde das Kapital als Teil einer Flucht auf den US-Dollar-Markt gesehen.

Sirinart Amornthum, der Senior Vice President von TBMA, sagte, dass die ausländischen Investoren vom Beginn des Krieges am 24. Februar bis zum 28. März Nettoverkäufe von mehr als 123 Milliarden Baht bei den thailändischen Anleihen verzeichneten.

Der Markt verzeichnete im März einen Abfluss von 100 Milliarden Baht, da die Stimmung durch die Zinserhöhung der US-Notenbank weiter unter Druck geriet.

Poon Panichpibool, ein Marktstratege bei der Krungthai Bank, sagte, dass die ausländischen Gelder in der zweiten Jahreshälfte auf den thailändischen Anleihemarkt zurückkehren werden, wenn sich die Wirtschaft zu erholen beginnt wenn die Fed eine klarere Richtung für ihre Geldpolitik hat und die Kriegssituation sich zu verbessern beginnt.

Inzwischen ist die Rendite 10-jähriger thailändischer Staatsanleihen auf 2,54 % gestiegen, da der Markt davon ausgeht, dass die internationalen Ratingagenturen Thailand in diesem Jahr aufgrund der durch höhere Energiepreise und Produktionskosten verursachten wirtschaftlichen Verlangsamung herabstufen werden.

Analysten von Yuanta Securities Research erwarten auch, dass die thailändische Regierung in diesem Jahr Anleihen ausgeben und Kredite im Gesamtwert von rund 1,5 Billionen Baht aufnehmen wird, um die Wirtschaft wiederzubeleben, was zu einem dramatischen Anstieg des Angebots an Staatsanleihen und folglich zu Druck auf den Preis führen wird.

Die Analysten sagten, dass der thailändische Aktienmarkt auch von der steigenden Rendite 10-jähriger thailändischer Staatsanleihen betroffen sei, da dies die Finanzkosten für börsennotierte Unternehmen erhöht habe.

Der Aufwärtstrend der Anleiherenditen spiegelt jedoch auch eine sich erholende Wirtschaft wider, und einige Aktien werden durch bullische Anleiherenditen unterstützt, insbesondere in den Bereichen Energie, Petrochemie, Landwirtschaft, Finanzen, Elektronik, Einzelhandel und Lebensversicherungen.

Zu den Top-Picks der Yuanta-Analysten gehören Bangkok Life Assurance, Indorama Ventures, Thai Oil, Kiatnakin Phatra Bank und Kasikornbank.

„Wenn die Anleiherenditen steigen, gerät der Aktienmarkt theoretisch kurzfristig unter Druck, aber das ist ein Zeichen für eine wirtschaftliche Erholung“, sagten die Analysten.

Die Forschungsabteilung von Yuanta untersuchte von September 2010 bis Juli 2011 und von Juli 2016 bis Dezember 2016 zwei Mal den Anstieg thailändischer Staatsanleihen. Die thailändische Börse legte in diesen Zeiträumen um 17,5 % bzw. 13,4 % zu. / Bangkok Post

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berndgrimm
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berndgrimm
3. April 2022 8:54 am

da der Markt davon ausgeht, dass die internationalen Ratingagenturen Thailand in diesem Jahr aufgrund der durch höhere Energiepreise und Produktionskosten verursachten wirtschaftlichen Verlangsamung herabstufen werden.

Na ja, dann setzt STIN eben seine Freunde Moody's und Bloomberg zu mir auf die Liste der Thailandhasser.

Tatsache ist dass die Geldanlage in thailaendischen Aktien und Anleihen bisher sehr lukrativ war. Jedenfalls besser als die Anlage in thailaendischen Wohnimmobilien.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
4. April 2022 11:49 am
Reply to  STIN

Im deutschen Sozialstaat leben und sich dann ueber die hohen Schulden beschweren. Putin hat der notleidenden deutschen Ruestungsindustrie zu neuen Auftraegen verholfen.

Wenn man Hamsterkaeufe macht zu einer Zeit wo die Preise am hoechsten sind, treibt man sie dadurch noch hoeher.

Man sollte nie vergessen dass die Oel und Gaspreise deshalb so niedrig waren um die Leute vom Kauf von Elektroautos abzuhalten.

Aehnliche Preise wie jetzt hatten wir vor ein paar Jahren auch schonmal.Aber die Leute koennen nur selektiv rechnen.

Da rechnen uns Leute die 5000+EUR im Monat Netto haben die Probleme von Hartz 4 Empfaengern vor.

Oder der (gluecklicherweise Ex) Ministerpraesident des Saarlandes stellt an der Tankstelle entsetzt fest dass Diesel echt Geld kostet.