Bangkok: Polizei erpresste Familie, nachdem diese im Glücksspiel gewann

Die mutmaßlichen Entführer eines Thailänders und seiner Familie, nachdem sie 2 Millionen Baht beim Glücksspiel gewonnen hatten, wurden nach Angaben der Behörden als Polizisten identifiziert.

„Die erste Untersuchung ergab, dass es sich um echte Polizisten handelte, darunter zwei Beamte des Cyber Crime Investigation Bureau (CCIB), die kürzlich in das Büro versetzt wurden, und zwei weitere Beamte des Metropolitan Police Bureau (MPB)“, sagte Polizeileutnant General Kornchai Klayklueng, der Kommissar des CCIB, am Donnerstagabend (31. März) gegenüber Reportern.

Am Freitag teilte Generalleutnant Trirong Puepun, der stellvertretende Leiter der MPB, Reportern mit, dass eine Gruppe von 15 Verdächtigen zusammengearbeitet habe, um Chai (ein Pseudonym), Karn (ein Pseudonym) und ihre 11-jährige Tochter am 10. März rechtswidrig festzunehmen, um die Familie um Geld zu erpressen.

Der Fall machte am Freitag Schlagzeilen, nachdem Sittra Biebangkerd, eine bekannte Anwältin, am Donnerstag eine Geschichte über ein Ehepaar veröffentlichte, das fast zwei Millionen Baht von Online Glücksspiel Webseiten gewonnen hatte. Ihre Gewinne blieben jedoch nicht unbemerkt von der Cyberpolizei, die das Paar dann angeblich um das Geld erpresste.

Generalleutnant Trirong erklärte, dass die Opfer am 10. März gegen 15:45 Uhr in einem Café in einer Tankstelle in Bang Na saßen, als sie von einer Gruppe von 15 Männern angesprochen wurden, die sie rechtswidrig in ein Fahrzeug zwangen.

Die Verdächtigen forderten sie dann auf, ihr Gewinngeld aufzugeben, oder sie würden wegen illegalen Glücksspiels strafrechtlich verfolgt.

Die Opfer wurden festgenommen und mehr als sechs Stunden lang an mehrere Orte in der Stadt gefahren, bis sie um 23:00 Uhr freigelassen wurden.

Am 11. März brachte Chai das Geld, darunter 400.000 Baht in bar und ein Goldamulett im Wert von 250.000 Baht zu den Verdächtigen in Samut Prakan, bevor das Paar beschloss, Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Das Paar ging auch zu dem prominenten Anwalt Sittra, um sich vertreten zu lassen, bevor sie sich entschieden, mit dem, was passiert war, an die Öffentlichkeit zu gehen. Karn erzählte Sittra, dass sie, nachdem die Geschichte veröffentlicht worden war, erneut von einem der Verdächtigen telefonisch bedroht wurde.

Die Polizei bestätigte später, dass das Paar am 25. März Anzeige bei der Polizei erstattet hatte. Die Beamten sagten auch, dass Videobeweise von Überwachungskameras in ihrer Nachbarschaft darauf hinwiesen, dass mindestens vier der Verdächtigen echte Polizisten waren.

Sittra, die das Paar jetzt vertritt, sagte, die Handlungen der Polizisten und anderer Verdächtiger könnten rechtlich als Entführung, rechtswidrige Inhaftierung und Raub angesehen werden.

Alle vier Polizisten haben ihre Beteiligung bestritten, da die Polizei derzeit den Vorfall untersucht. Das gestohlene Geld im Wert von 650.000 Baht wurde nicht wiederhergestellt und es wurden keine Verhaftungen vorgenommen.

Generalleutnant Trirong sagte jedoch, die Polizei suche Haftbefehle gegen die Verdächtigen. Er fügte hinzu, dass die Öffentlichkeit weitere Informationen erhalten wird, sobald ihre Ermittlungen in den kommenden Tagen fortgesetzt werden.

Auf einer Pressekonferenz fragten Reporter Generalleutnant Trirong, ob die Polizeibehörde die an der Entführung beteiligten Beamten unterstützen und ihnen helfen werde, sich der Justiz zu entziehen.

„Nein, es kommt ständig vor, dass Polizisten Polizisten verhaften“, antwortete er. „Dies ist nicht der erste Fall, in dem Beamte andere Beamte festgenommen haben, die gegen das Gesetz verstoßen haben“, fügte er weiter hinzu. / Thai Enquirer

Dieser Beitrag wurde unter Allgemeines veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
5 Comments
Inline Feedbacks
View all comments
berndgrimm
Gast
berndgrimm
4. April 2022 8:53 am

Wann und wo habe ich verleugnet dass die thailaendische Polizei korrupt und absolut unfaehig zu wirklicher Polizeiarbeit ist ? Da dreht mir STIN meine Worte im Mund um.

Ich kenne die thailaendische Kriminalpolizei nicht und kann STIN deshalb nicht qualifiziert widersprechen.Was er aber als "Kriminalpolizei" bezeichnet naemlich DSI,CSI und CSD bezeichne ich als "politische" Polizei weil sie nur in politisch brisannten Faellen eingesetzt wird.Dort wird dann an Hitech und Manpower nicht gespart.Dies ist fuer mich aber keine normale Kriminalpolizei. Eine "normale" Kriminalpolizei muss in der Lage sein jeden Kriminalfall mit ihren eigenen Mitteln innerhalb akzeptabler Zeit zu loesen.Dies ist in TH nicht der Fall.

Eine effektive Kriminalpolizei kostet Geld, viel Geld siehe DACH. Dies ist in TH aber nicht der Fall. Hier wird das Geld fuer Prestigeanschaffungen herausgeworfen die spaeter wegen der Bloedheit der Bediener oder Fehlbedienung fruehzeitig auf dem Muell landen.

Und nocheinmal weil es so wahr ist: Wie soll es in TH zwischen einer absolut unfaehigen und untaetigen Polizeifuehrung und einer ebensolchen Schutz- und Verkehrspolizei eine funktionierende effektive Kriminalpolizei geben?

Man findet wie ueberal in TH auf allen Stufen einzelne Leute die ihre Arbeit gut tun aber der Rest ist absolut unbrauchbar.Auch die wenigen Macher in TH Behoerden stossen schnell an ihre Grenzen.Schuld daran sind die Polizeichefs und die politische Fuehrung.

Prawit als Sicherheitschef und Anupong als Innenminister.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
3. April 2022 11:26 am

Na ja , es ist (bis auf STIN) eigentlich jedem der sich dafuer interessiert bekannt dass die thailaendische Polizei in vielen Faellen von organisiertem Verbrechen wie Drogenhandel,illegales Gluecksspiel, Prostitution und Menschenhandel beteiligt ist.

Ich sage bewusst nicht in allen Faellen.Aber hier sieht man was passiert wenn jemand von der Polizei nicht beteiligt wird.Dann versucht er sich eben seinen Anteil anderweitig zu holen.

berndgrimm
Gast
berndgrimm
6. April 2022 10:51 am
Reply to  STIN

Das die Polizei wirklich gegen sich selber ermittelt ist natuerlich totale Kokolores und die uebliche von STIN verbreitete Propaganda dieser Militaerdiktatur.

So tun als ob! So ist die Devise und es wird gelogen bis der Arzt wieder geht.

Zu obigem Fall auch noch ein zutreffenter Kommentar von Atiya in der BP

https://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/2290274/stranger-things-happening-in-our-strange-land

In ihrem Kommentar beleuchtet Atiya auch noch einmal die Vorgaenge um Joe Ferrari, die letzten politischen Korruptionsskandale der Militaerpartei und ihrer Mitkassierer sowie die Vorgaenge im thailaendischen Vatikan.

Passt schon!