Long live the King

Bangkok – Vor zwei Jahrzehnten wurde Thailand bereits einmal von gewaltsamen Straßenprotesten erschüttert. Damals bestellte König Bhumibol Adulyadej die Militärführung und die Spitze der Protestbewegung in den Palast und machte Frieden zwischen den verfeindeten Lagern. Heute, da das Land erneut durch eine tiefe Krise geht, warten Regierung und Opposition gespannt darauf, ob der vom Volk verehrte Monarch erneut eingreifen wird. Alle Augen richten sich dabei auf die Ansprache des Königs anlässlich seines 86. Geburtstag am Donnerstag.

Im Vorfeld der Feiern für den Monarchen kehrte in Bangkok, das über Tage Schauplatz heftiger Zusammenstöße war, wieder Ruhe ein. Anhänger der Opposition halfen, die Plätze nahe dem Regierungssitz zu säubern, die sie seit Tagen besetzt hielten. Beobachter erwarten jedoch nicht, dass der König seine Ansprache von seinem Palast in Hua Hin zu einer direkten Intervention wie 1992 nutzen wird. Damals hatte seine Schlichtung Zusammenstöße zwischen der Armee und Befürwortern der Demokratie mit dutzenden Toten beendet.

English: Thailand's King Bhumibol Adulyadej wa...

English: Thailand’s King Bhumibol Adulyadej waves to well-wishers during a concert at Siriraj hospital in Bangkok on September 29, 2010. ไทย: พระบาทสมเด็จพระเจ้าอยู่หัวเสด็จฯ ทอดพระเนตรการแสดง “ศิริราชคอนเสิร์ต เทิดไท้องค์อัครศิลปิน” ณ หอประชุมราชแพทยาลัย โรงพยาบาลศิริราช วันพุธ ที่ 29 กันยายน พ.ศ.2553 (Photographer attached to the Prime Minister of the Kingdom of Thailand : Peerapat Wimolrungkarat / พีรพัฒน์ วิมลรังครัตน์) (Photo credit: Wikipedia)

Paul Handley, der eine in Thailand verbotene Biographie über den König verfasst hat, glaubt, dass der betagte Monarch diesmal allenfalls “zu Ruhe und Vernunft” aufrufen werde. “Würde er mehr tun wollen, müsste er die Demonstranten zum Rückzug auffordern, was letztlich die Regierung unterstützen würde.” Dies aber sei nicht im Interesse des Palastes. Denn die Elite des Landes und viele andere Anhänger des Königs stehen der Regierung von Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra überaus kritisch gegenüber.

Yingluck ist die Schwester des 2006 vom Militär gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Der umstrittene Milliardär, der nach einer Verurteilung wegen Korruption im Exil lebt, gilt der Elite und Bangkoks Mittelklasse als Gefahr für die Monarchie. Allerdings haben Thaksin und seine Verbündeten sämtliche Wahlen der vergangenen zehn Jahre gewonnen. Seit Jahren stehen sich beide Lager unversöhnlich gegenüber. Bei der blutigen Niederschlagung wochenlanger Proteste von Thaksins “Rothemden” wurden 2010 mehr als 90 Menschen getötet.

Während der Unruhen hielt sich König Bhumibol weitgehend zurück. Der Monarch, der bereits seit sechs Jahrzehnten auf dem Thron sitzt und mehr als 20 Ministerpräsidenten und fast ebenso viele Staatsstreiche erlebte, ist bereits seit längerem gesundheitlich geschwächt. Im Jahr 2009 wurde er wegen Atembeschwerden ins Krankenhaus eingewiesen. Erst im August kehrte er in seinen Palast von Hua Hin an der Küste südlich von Bangkok zurück.

Der König, der bei vielen Thailändern geradezu gottgleichen Status genießt, jedoch über keine reale Macht verfügt, versuche, “über der aktuellen politischen Bitterkeit zu bleiben”, sagte Paul Chambers von der Chiang Mai Universität. Eine Intervention werde daher wohl eher von der Justiz kommen. Die Armee werde kaum putschen, solange die Gerichte gegen Yinglucks Regierung vorgehen könnten, glaubt Chambers. Die Armee sei nach Jahren der Spannungen, die auf ihren Putsch 2006 folgten, einer erneuten Intervention eher abgeneigt.

STIN wünscht Seiner Majestät dem König Herzlichen Glückwunsch zu seinem 86. Geburtstag.

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1 Antwort zu Long live the King

  1. Avatar Reinhard Schmidt sagt:

    Long live the King .
    Auch von mir .
    Ich wünsche Seiner Majestät dem König Herzlichen Glückwunsch zu seinem 86. Geburtstag.

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