Armeechef schliesst Putsch nun nicht mehr aus

In Thailand hat das Militär seine strikt neutrale Position in der politischen Krise offenbar aufgegeben: „Alles kann passieren“, sagte Armeechef Prayuth Chan-Ocha. 18 Mal hat das Militär schon geputscht.

Die politische Krise in Thailand verschärft sich weiter. Die Militärführung schloss am Freitag eine Intervention nicht mehr aus, sollten sich die Konfliktparteien nicht annähern. Auf die Frage, ob es zu einem Putsch kommen könnte, sagte der Armee-Chef Prayuth Chan-Ocha auf einer Pressekonferenz: „Die Tür ist weder offen noch geschlossen. Alles kann passieren. Es kommt auf die Situation an.“ Das Militär werde versuchen, auf eine friedliche Art und Weise das Richtige zu tun. Daher würden Verhandlungen gefordert.

Zuvor hatte die Armeeführung ein Eingreifen in den seit Wochen schwelenden Konflikt stets ausgeschlossen und lediglich eine Vermittlung angeboten. In den vergangenen 81 Jahren hat das Militär in Thailand 18 Mal geputscht.

Armee soll bei der Wahl helfen

Die Äußerungen des Armeechefs bedeuten einen weiteren Rückschlag für Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra, die bislang Forderungen nach ihrem Rücktritt getrotzt hat. Sie hat stattdessen eine vorgezogene Parlamentswahl für den 2. Februar angekündigt, aus der voraussichtlich ihre Partei Puea Thai als stärkste Kraft hervorgehen würde.

Die Opposition lehnt eine Neuwahl ab. Sie wirft der Ministerpräsidentin vor, sie werde von ihrem vor einer Haftstrafe ins Ausland geflohenen Bruder und ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra gesteuert. Dessen Gegner halten ihm Korruption, Verschwendung von Steuergeld und Klientelpolitik vor.

Seit Oktober kommt es in Thailand immer wieder zu Protesten gegen Yingluck und Zusammenstößen zwischen Regierungsanhängern und -gegnern. Zwar gehen inzwischen deutlich weniger Demonstranten auf die Straße als noch vor wenigen Wochen, als bis zu 200.000 Menschen protestiert hatten. Dennoch kommt das Land nicht zur Ruhe. Am Donnerstag wurden bei wieder aufflammenden Krawallen ein Polizist getötet und zahlreiche Menschen verletzt.

Der stellvertretende Ministerpräsident Surapong Tovichakchaikul kündigte unterdessen an, die Regierung werde die Armee um Unterstützung bei der Wahl bitten. Soldaten sollten Kandidaten bei deren Registrierung am Samstag schützen. Weitere Maßnahmen würden mit den Generälen diskutiert.

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3 Antworten zu Armeechef schliesst Putsch nun nicht mehr aus

  1. STIN STIN sagt:

    yoong,

    erstmal müsste überprüft werden, was da dran ist – einige Polizisten sollen kein Thai sprechen. Ich denke, der ganze Spuk ist im nächsten Jahr vorbei. Dann wird es wieder ruhiger im Lande. Hoffentlich…..

  2. STIN STIN sagt:

    das bedeutet also, das bei dem Meeting heute – alle Offiziere hinter dem Armeechef stehen. Es war schon ungewöhnlich, das Prayuth, alle Offiziere ab Major zur Besprechung eingeladen hat. Er wollte sich vermutlich Rückendeckung holen, die ihm wohl auch gegeben wurde.

    Nun kommt wohl ein Putsch, weil Suthep nun gestärkt wird und nun erst recht nicht aufgeben wird. Im Januar holt er wieder einige hunderttausend Thaksin-Gegner aus dem Süden, auch im Süden wird dann lt. Suthep protestiert.

    Ich hoffe nun wirklich, dass das Militär diesmal dann schlauer ist und einen Nicht-Militär als Übergangs-PM einsetzen wird, der Reformen ankurbelt und die Korruption unter der Yingluck-Regierung aufdeckt. Am besten Chuwit ranlassen – der weiss, wo er suchen muss. :mrgreen:

  3. Avatar yoong sagt:

    Thailändische Polizei killt Demonstrant:
    https://www.youtube.com/watch?v=WvcO0qkOiI8
    Wird Zeit das man die Polizei mal überprüft.
    Kein wunder das die Demos ausarten.

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