Wahlen: 44.000 Wahlhelfer fehlen

Bangkok – Die Wahlkommission (EC) sucht verzweifelt weitere 44.000 Wahlhelfer, obwohl schon morgen Wahlen sind.

Während die Kommission Leute finden will, die bereit sind, bei den Wahlen zu helfen, formieren sich Befürworter und Gegner der Wahlen und begannen Kampagnen für und gegen die Wahlen, auch in Bangkok.

Die Wahlkommission braucht insgesamt noch 44.000 Wahlhelfer, davon 4000 in Bangkok, erklärte Kommissionsmitglied Somchai Srisutthiyakorn. Laut Gesetz müssen in jedem Wahllokal neun Wahlhelfer um acht Uhr morgens bereit stehen, damit dort die Wahlen überhaupt stattfinden können. In ganz Thailand gibt es 93.305 Wahllokale, die bis 15 Uhr geöffnet sind.

Am schlimmsten sei die Lage in den südlichen Provinzen, erklärte Somchai. Dort gibt es in 90% aller Wahllokale zu wenig Mitarbeiter. Überhaupt keine Wahlhelfer gibt es bislang in den beiden Provinzen Surat Thani und Songkhla. Die Situation ist derartig ernst, dass Somchai überlegt, Wähler, die um acht Uhr zur Wahl erscheinen, kurzerhand als Wahlhelfer einzusetzen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Regierungsgegner bislang verhindern konnten, dass Stimmzettel und Wahlurnen in 14 südliche Provinzen transportiert wurden. Die Pakete aus Bangkok befinden sich in den Hauptpostämtern in Chumphon, Nakhon Si Thammarat und Songkhla und können in der Region nicht weiter verteilt werden. Mitglieder des Volksdemokratischen Reformkomitees (PDRC) haben die Postämter umstellt und gestatten keinen Transport der Wahlurnen und Stimmzettel. Trotzdem soll es laut Somchai gelungen sein, in alle südlichen Provinzen Wahlurnen und Stimmzettel zu transportieren.

Aber nicht genügend, wie der Wahlleiter von Phatthalung mitteilte. Er glaubt, dass die Wahlen in seiner Provinz nicht stattfinden, wenn nicht doch noch Stimmzettel und Wahlurnen für alle Wahllokale eintreffen. Ferner seien über die Hälfte der Wahllokale unbemannt oder es gebe zu wenige Wahlhelfer.

Dasselbe Problem gibt es in Prachuap Khiri Khan. Eine Gruppe der PDRC demonstriert im Stadtbezirk, eine andere vor dem Polizeirevier in Bang Saphan, in dem Wahlurnen und Stimmzettel aufbewahrt werden und verhindern die Verteilung.

Probleme drohen auch von anderer Seite: In 28 Wahlkreisen in acht Provinzen, namentlich Chumphon, Krabi, Nakhon Si Thammarat, Phatthalung, Phuket, Surat Thani, Songkhla und Trang konnten sich keine Wahlkandidaten registrieren. In diesen Wahlkreisen kann daher niemand gewählt werden.

Keinerlei Probleme gibt es laut Wahlkommission in 66 Provinzen. Zu diesen gehören auch Phayao, Chiang Rai und Phrae im Norden des Landes. Wahlleiter berichteten, dass es keinerlei Störversuche gab und die Wahlen ordnungsgemäß durchgeführt werden können.

Somchai erklärte, dass jetzt schon feststünde, dass es in den Wahlkreisen Nachwahlen geben werde, in denen es am morgigen Wahlsonntag Probleme gäbe. Die Nachwahlen sollen am 2. März stattfinden.

Wahlunterstützer haben unterdessen damit begonnen, Wahllokale zu bewachen, damit die Wahlen dort reibungslos über die Bühne gehen. So wird berichtet, dass Rothemden vor der Bezirksverwaltung im Bangkoker Bezirk Don Mueang kampieren.

Oberst Winthai Suwaree, Vize-Sprecher der Armee, erklärte, das Militär sei bereit, Wahllokale zu schützen, werde aber keine Gewalt anwenden, falls es zwischen Wählern und Regierungsgegnern zu Konflikten kommen sollte.

Die Polizei wird das Hauptkontingent zum Schutz der Wahlen stellen. 130.000 Beamte sollen im ganzen Land abkommandiert werden, in Bangkok zusätzliche 8000 Polizisten.

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claudio
Gast
claudio
1. Februar 2014 4:48 pm

Servus hanseat!
Natürlich ist es wieder eine sehr ernste Situation. Wenn sich die ansonsten eher kindlichen Gemüter einiger, weniger Thais, noch dazu völlig fehlgeleitet von primitivster Ideologie unbedacht zu kriminellen Handlungen verleiten lassen. Logisch denken ist nicht deren ureigenste Eigenschaft.
Es würde auch ein klares Wort von YL genügen, um erst mal die Gemüter dieses aufgehetzten Mops etwas abzukühlen – leider Fehlanzeige. Ducken, tricksen und durch – wie auch immer – nur den vermeintlichen eigenen Vorteil vor Augen, ganz konform den Anweisungen von “Regisseur” Thaksin.

Die unter diesen Umständen völlig irrelevante Wahl ist nur ein weiterer Kostenfaktor von vielen, welcher alleine dieser Interimsregierung angerechnet werden muß. Wann das Land dann blank ist, weiß wohl nur Khun Buddha und der lächelt meistens.

Es bleibt einzig die Hoffnung, daß dieser Wahnsinn an völlig sinnlosen Opfern irgendwann mal durch eine rigorosere Politik, mit einer unbeirrbaren und funktionierenden Judikatur auf allen Ebenen aufgebaut werden kann.
Im Süden sterben auch fast jeden Tag Menschen bei Anschlägen. Es gäbe viel aufzuarbeiten. Stattdessen wir nur stoisch ausschließlich an den eigenen Vorteil geachtet, das eigenen Volk ist dieser “Gang” völlig gleichgültig.

Bedauerlicherweise tragen dann auch noch die unfairen und unter Aussparung von Tatsachen lancierten Pressemeldungen sehr zum ohnehin schon schwer angeschlagenen Image von Thailand bei und desinformieren nicht nur die interessierte Weltbevölkerung sondern auch nicht wenige Expats hier im Lande. Gutes Beispiel zur aktuellen Schießerei in Lak Si. Der deutsche Nick Nostitz berichtete live für die BBC. Jener Fotoreporter, welcher den Redshirts nahe stehen soll. Zu Beginn der Proteste wurde er von Suthep’s Leuten erkannt und danach etwas härter rangenommen.

Es ist sehr schade, daß so nicht einmal unter uns, doch etwas gebildeteren *Zaungästen*, eine vernünftige und einheitliche Gesprächsbasis gefunden werden kann, egal ob hier oder in einem anderen Forum zu diesem, uns sicherlich sehr wichtigen Thema.

Einen Vorteil kann ich in diesem Desaster doch erkennen. Die Thais sind sehr einfallsreich, und es ist bis dato staunenswert, wie sich die einzelnen Protagonisten und auch Künstler schon wochenlang für die verschiedenfälltigsten Aufführungen auf den einzelnen Protestbühnen engagieren. Eine Erkenntnis, die mich beruhigt und neben schönen privaten Erlebnissen, doch positiv über die Zukunft dieses Landes denken lässt.
Die Hoffnung stirbt stets zuletzt.

  claudio(Quote)  (Reply)

egon weiss
Gast
egon weiss
2. Februar 2014 12:42 am
Reply to  claudio

ist suthep rot geworden?
es ist kein verlass mehr auf die farben.
man kann dann bei uebergriffen, die echten roten verantwortlich machen.

comment image

egon weiss
Gast
egon weiss
2. Februar 2014 5:16 am
Reply to  STIN

stin
auch ich weiss , dass das chinesische neu jahr am 2 jan ist.
trotzem glaube ich ,dass man das ausnutzen kann, um die schuld auf andere zu schieben. es ist trotz neu jahr, keine gute idee rot zu tragen. es kann grosse miss verstaendniss provozieren
die guard tragen gruene baender , wie die presse, sind aber teilweise bewaffnet. mit gruen kann man sich besser bei den roten einschleichen.

egon weiss
Gast
egon weiss
2. Februar 2014 5:26 am
Reply to  egon weiss

http://news.springnewstv.tv/42785/%E0%B8%84%E0%B8%A5%E0%B8%B4%E0%B8%9B%E0%B8%AA%E0%B8%94-%E0%B9%80%E0%B8%AB%E0%B8%95%E0%B8%B8%E0%B8%95%E0%B8%B0%E0%B8%A5%E0%B8%B8%E0%B8%A1%E0%B8%9A%E0%B8%AD%E0%
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egon weiss
Gast
egon weiss
2. Februar 2014 5:34 am
Reply to  egon weiss

Vorhin live in Ch 3 bei Sorayuths Sendung. Nachdem die Wähler beim Standoff in Din Daeng immer mehr wurden,
zogen die die gelben demonstrantenschliesslich ab und die Wähler enfernten die Kette comment image

hanseat
Gast
hanseat
1. Februar 2014 1:32 pm

Moin claudio,
das mit dem Kasperletheater ist nicht aus der Luft gegriffen.
Nur, der Kasper bekommt immer die bösen Buben, hier ist es aber nicht so.
Heute haben wir leider wieder live mit ansehen können, wie Abgesandte der Gegenseite mit Schüssen und Bombenwurf Verletzte produzierten.
Es ist nicht bekannt, ob wieder ein Revierführer besonders geeignete Leutchen zur Inspizierung der Lage losgeschickt hatte?

claudio
Gast
claudio
1. Februar 2014 9:02 am

UDD-Führung rät dringend von roter Kleidung an Wahltermin ab
http://tinyurl.com/luazzsf

Diese headline wäre ev. auch diskussionswürdig.
Vor allem könnten uns die Verfechter der Thakki-Schiene sicherlich hilfreiche Denkanstösse liefern.
Man hat ja sonst nur mehr sehr wenig zu schmunzeln, in diesem sehr gefährlichen und ekelhaft teueren Kasperle-Theater.

  claudio(Quote)  (Reply)