Die regierende Palang Pracharath Partei (PPRP) wird weit­er­hin durch Über­tritte erschüt­tert, da eine Schlüs­selfig­ur der Sam Mitr (Drei Ver­bün­dete) Frak­tion die let­zte sein soll, die nach Abschluss der let­zten Par­la­mentssitzung Ende dieses Monats zur Unit­ed Thai Nation (UTN) Partei wech­selt. Alle Augen richt­en sich nun auf den Min­is­ter für das Büro des Pre­mier­min­is­ters, Anucha Naka­sai, eine der Schlüs­selfig­uren der Gruppe, von dem erwartet wird, dass er zur UTN wech­selt, der Pre­mier­min­is­ter Prayut Chan-o-cha jet­zt angehört.

Sollte sich Anucha, derzeit Abge­ord­neter der PPRP im Wahlkreis Chai Nat, von der Regierungspartei abwen­den, würde die Partei nach Ansicht von Beobachtern eine wichtige Unter­stützungs­ba­sis in der Region Cen­tral Plains ver­lieren. Herr Anucha sagte am Mittwoch, dass er seit mehreren Jahren gerne mit Gen­er­al Prayut zusam­me­nar­beit­et. ​“Ich bewun­dere ihn für seine Art zu arbeit­en, seine Entschlossen­heit und Aufrichtigkeit. Ich sehe zu ihm als Vor­bild auf”, sagte Herr Anucha. Auf die Frage, wann er der UTN beitreten wird, sagte Herr Anucha, dass die Dinge klar­er wer­den, wenn die let­zte Sitzung des Par­la­ments am 28. Feb­ru­ar zu Ende geht.

Auf die Frage, ob er die PPRP ver­lassen wolle, um mögliche Kon­flik­te mit ein­er Gruppe von Poli­tik­ern zu ver­mei­den, die zuvor aus der PPRP aus­geschlossen wor­den waren und voraus­sichtlich wieder in die Partei ein­treten wer­den, sagte Herr Anucha, dass er mit keinem Parteim­it­glied in Kon­flikt ger­at­en sei. Kapitän Thamanat Prompow, ein ehe­ma­liger Gen­er­alsekretär der PPRP, der let­ztes Jahr wegen eines Kom­plotts gegen Pre­mier­min­is­ter Prayut aus der Partei aus­geschlossen wurde, hat­te zuvor angedeutet, dass er in Kürze wieder in die PPRP ein­treten wolle, vor­be­haltlich des Ein­ver­ständ­niss­es ihres Vor­sitzen­den, Gen­er­al Praw­it Wongsuwon.

Anucha sagte, er werde bei den näch­sten Wahlen erneut für einen Sitz im Wahlkreis Chai Nat kan­di­dieren und sich als Kan­di­dat ein­er Partei bewer­ben, die in allen 400 Wahlkreisen Kan­di­dat­en auf­stellt. Er demen­tierte auch Berichte über Ver­hand­lun­gen über einen Kabi­nettssitz im Falle eines Sieges der UTN bei den kom­menden Par­la­mentswahlen. Eine Quelle in der PPRP sagte, Herr Anucha werde der UTN beitreten und mit Arbeitsmin­is­ter Suchart Chomk­lin zusam­me­nar­beit­en, der vor kurzem von der PPRP zur UTN wech­selte, um so viele Abge­ord­neten­sitze in der Zen­tral­re­gion wie möglich zu sichern.

Jus­tizmin­is­ter Som­sak Thep­sutin, eine weit­ere Schlüs­selfig­ur der Sam Mitr-Gruppe, betonte, dass die meis­ten Mit­glieder bei der PPRP bleiben wer­den. Auf die Frage, ob er und andere Schlüs­selfig­uren der Frak­tion zusam­men­bleiben wer­den, sagte Herr Som­sak: ​“Die Gruppe ist wie eine große Fam­i­lie mit mehreren Kindern. Wenn sie erwach­sen sind, wer­den sie sich lösen, ihr eigenes Leben führen und ihre eige­nen Geschäfte machen. Man sollte ihnen eine Chance geben.” Herr Som­sak schloss auch nicht aus, dass sich Herr Anucha von der PPRP tren­nen könnte.

Indus­triem­i­nis­ter Suriya Jun­grun­gre­angk­it, eine weit­ere Schlüs­selfig­ur der Frak­tion, demen­tierte am Mittwoch Berichte, wonach er zu ein­er anderen Partei wech­seln würde. Beobachter wiesen darauf hin, dass die Sam Mitr Gruppe dafür bekan­nt ist, sich auf die Seite des Siegers zu schla­gen”. Um zu über­leben, sind die Mit­glieder bere­it, sich von der Gruppe zu tren­nen und sich ein­er anderen Partei anzuschließen, die bei den kom­menden Wahlen bessere Chan­cen hat, und sie wer­den sich wieder zusam­men­schließen, wenn diese Parteien an die Macht kom­men, so Beobachter. Die Sam Mitr-Gruppe set­zt ihre poli­tis­che Zukun­ft nicht allein auf die PPRP, da ihre Mit­glieder, wie im Falle von Her­rn Anucha, als Risiko­man­age­mentstrate­gie zu ver­schiede­nen Parteien wechseln.

Herr Anucha wird bei den näch­sten Wahlen Gen­er­al Prayut unter­stützen, während Herr Som­sak und Herr Suriya Beobachtern zufolge bei Gen­er­al Praw­it in der PPRP bleiben wer­den. Außer­dem sind mehrere Abge­ord­nete der Sam Mitr-Frak­tion zu anderen Parteien wie Bhum­jaithai und Pheu Thai gewech­selt. Ein solch­er Wech­sel wird ihre Chan­cen auf einen Sitz im Kabi­nett erhöhen, falls eine dieser Parteien nach den näch­sten Wahlen eine Koali­tion­sregierung bilden sollte, so Beobachter, die hinzufügten, dass ein Verbleib in der PPRP ihre Chan­cen schmälern würde. Die Sam Mitr-Frak­tion hat derzeit etwa 30 Abgeordnete.

Die Gruppe wurde erst­mals öffentlich bekan­nt, nach­dem Herr Som­sak und Herr Suriya am 18. Juni 2018 mit dem ehe­ma­li­gen Pheu Thai-Abge­ord­neten für Loei, Preecha Reng­som­boon­suk, in der nordöstlichen Prov­inz zu Abend gegessen hat­ten. Später gab die Partei bekan­nt, dass sie Gen­er­al Prayut bei den Wahlen 2019 als Pre­mier­min­is­ter unter­stützen würde, und überre­dete mehrere ehe­ma­lige Abge­ord­nete im Nor­dosten, der PPRP beizutreten. Am 18. Novem­ber 2021 führte Herr Som­sak eine Gruppe von mehr als 60 Poli­tik­ern an, die einen Antrag auf Mit­glied­schaft in der PPRP stellten.

In der Zwis­chen­zeit sagte eine Quelle bei der UTN, dass die Partei nach dem 28. Feb­ru­ar ihre Liste der Kan­di­dat­en für die Par­la­mentswahlen bekan­nt geben wird, wobei Gen­er­al Prayut der Kan­di­dat für das Amt des Pre­mier­min­is­ters sein und den ersten Platz auf der Parteiliste ein­nehmen wird. / Bangkok Post

Von STIN

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gg1655
gg1655
2. Februar 2023 11:16 pm
Reply to  STIN

Ich selbst hege ja den Verdacht das es Egal sein wird ob die Wähler PPRP oder UTN Wählen. In beiden Parteien ist das selbe drin. Ich glaub ja das sich Prayuth und Prawit gedacht haben mit 2 Parteien größere Chancen auf einen Sieg zu haben als nur mit Einer. Ich glaube nicht das sie wirklich jeder für was Eigenes stehen. Es mag etliche geben die Beide ablehnen aber auch viele die nur einen von Beiden ablehnen und den anderen Unterstützen. Dann macht es Sinn als 2 Parteien aufzutreten. Und beide sind ja Soldaten denen das Prinzip “Getrennt Marschieren, gemeinsam zuschlagen” bekannt sein dürfte.
Kurzum: Ich halte das ganze Theater für ein Wahlkampfmanöver.

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