Granatenangriff bei Phan Fah wirft viele Fragen auf

Die diversen Video- und Fotoaufnahmen der Auseinandersetzungen auf der Phan Fah Brücke sorgen für weitere Diskussionen zwischen den Demonstranten und den Behörden.

Ein CNN-Nachrichten-Videoclip zeigt verletzte Polizisten während der tödlichen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Anti-Regierungs-Demonstranten am Dienstag auf der Phan Fah Brücke.

Die Aufnahmen werden erneut heftige Diskussionen darüber auf, von welcher Seite die Granate geworfen wurde. Bei den Zusammenstößen wurden fünf Menschen, ein Polizist und vier zivile Personen getötet. 71 Personen wurden zum Teil schwer verletzt und mussten in die umliegenden Krankenhäuser eingeliefert werden.

Der CNN-Kameramann konnte einen Polizeibeamten filmen, der ein bisher ungekanntes Objekt gegen die Demonstranten warf. In der nächsten Einstellung sieht man bereits den dichten schwarzen Rauch einer Explosion und mehrere verwundete Polizeibeamte auf dem Boden.

Allerdings ist selbst nach mehrfacher Kontrolle des Video-Clips nicht klar, wie viel Zeit zwischen den beiden Aufnahmen verstrichen ist. Selbst der CNN-Reporter Saima Mohsin, der in unmittelbarer Nähe der Explosion stand, konnte nicht sagen, von welcher Seite aus die Granate geworfen wurde.

Die Aufnahmen belegen nur, dass der Kameramann und der Reporter sehr nah an der Explosion standen. „Wir waren in der Mitte der scheinbar harmlosen Begegnung, als diese plötzlich zu einer tödlichen Auseinandersetzung wurde“, sagte der Reporter.

Ein Videoclip der BBC zeigt, dass die Granate aus der Richtung der Demonstranten geworfen wurde, berichtet die BangkokPost. Dabei prallte die Granate gegen ein Polizei-Schutzschild und wurde wie bereits bekannt, vom dem Polizeibeamten Khun Thiradet Lekphu mit den Füssen weggekickt. In diesem Moment explodierte die Granate. Dabei wurde der Beamte schwer verletzt.

Die Bombenspezialisten gaben bekannt, dass es sich bei der Granate um den Typ M67 handelt.

Der verwundete „Granatenkicker“ Khun Thiradet sagte später aus, dass die Granate aus den Reihen der Demonstranten gekommen sei.

Ein Sprecher der Demokraten erklärte dagegen gestern, dass die Granate auf die Demonstranten geworfen wurde und von dort zurück auf die Polizei prallte. Er rief die CMPO dazu auf, die Verwendung von tödlichen Waffen gegen die Demonstranten zu unterbinden.

Der stellvertretende Chef der Stadtpolizei Bangkok, Herr Thitirat Nonghanpitak bestritt gestern vehement den Vorwurf, dass die Polizei bei den Auseinandersetzungen am Dienstag Granaten verwendet hätte. „Die Beamten haben nur Tränengas und Gummigeschosse eingesetzt“, sagte er. „Wir haben keine tödlichen Schockgranaten verwendet“, betonte er ausdrücklich.

Inzwischen hat das Büro der Vereinten Nationen für Menschenrechte in einer Erklärung gestern ihre „tiefe Besorgnis“ über die Gewalt zwischen den Anti-Regierungs-Gruppen und der Polizei an der Phan Fah Brücke zum Ausdruck gebracht.

“Obwohl noch nicht alle Details klar sind, scheint es, dass eine gut bewaffnete Gruppe, die mit den Protesten gegen die Regierung verbunden, die Gewalt durch die Verwendung von scharfer Munition schüren will“, heißt es in einer Erklärung. „Es scheint aber auch“, heißt es weiter, „ dass die Polizei ebenfalls mit scharfer Munition vorgegangen ist“.

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1 Antwort zu Granatenangriff bei Phan Fah wirft viele Fragen auf

  1. STIN STIN sagt:

    Thida und Jatuporn sollten nicht derart direkte Drohungen ausstossen, könnte ev. missverstanden werden. Bei dem Meeting in Korat wurden Drohungen gegen PRDC, Gerichte und Militär ausgestossen. Kampf bis zum Endsieg usw.
    Die PRDC wurde gestern attackiert, ein Mädchen starb und viele Verletzte. Das Zivilgericht wurde heute mit einer Granate beworfen, die gottseidank nicht explodierte. Wenn nun – wie angekündigt auch noch auf eine Militäreinrichtung ein Anschlag verübt werden sollte, könnte man ja auf die Idee kommen, das Rothemden dahinter stecken, die das vorher auch noch ankündigten. Also warten wir ab, gegen wen nun der nächste Anschlag verübt wird.

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