Bangkok: Ehemaliger Premierminister Hun Sen aus Kambodscha lädt Parteichefin Pae­tong­tarn zu einem Besuch ein

Der ehe­ma­lige kam­bod­sch­a­nis­che Pre­mier­min­is­ter Hun Sen hat den Vor­sitzen­den der Pheu Thai Partei, Pae­tong­tarn Shi­nawa­tra, für den kom­menden Monat nach Kam­bod­scha ein­ge­laden. Er sprach diese Ein­ladung aus, als er am Mittwoch dem ehe­ma­li­gen Pre­mier­min­is­ter Thaksin Shi­nawa­tra in dessen Haus in Bangkok einen per­sön­lichen Besuch abstattete.

Der ehe­ma­lige kam­bod­sch­a­nis­che Staatschef postete eine Nachricht auf Face­book, in der er mit­teilte, dass der Besuch dazu diene, an ihre 32-jährige Fre­und­schaft zu erin­nern. Er lud Frau Pae­tong­tarn, Thaksins jüng­ste Tochter, ein, Kam­bod­scha am 14. und 15. März zu besuchen, um ihre Beziehun­gen weit­er zu stärken. ​“Ich habe Thaksin in seinem Haus in Bangkok besucht. Er ist unpässlich, aber er hat mich wie einen Brud­er emp­fan­gen”, schrieb er.

“Wir, die bei­den ehe­ma­li­gen Pre­mier­min­is­ter, haben nicht über Poli­tik gesprochen, son­dern ein­fach die Erin­nerun­gen an unsere 32 Jahre währende Fre­und­schaft in Erin­nerung gerufen. Danke, mein Brud­er und meine Nichte, dass ihr mich emp­fan­gen habt”, schrieb er.

Hun Sen, Präsi­dent der regieren­den Kam­bod­sch­a­nis­chen Volkspartei, kam um 10.51 Uhr in Thaksins Haus Chan Song La in der Soi Cha­ran San­it­wong 69 im Bezirk Bang Phlat an, ver­brachte dort zwei Stun­den und trat gegen 13.00 Uhr seinen Rück­flug an. Sie aßen auch zu Mit­tag, wobei gegrillte Gar­ne­len aus Suphan Buri und thailändis­che Nach­speisen auf der Speisekarte standen. Frau Pae­tong­tarn antwortete auf den Social-Media-Post von Hun Sen, wün­schte ihm eine sichere Heim­reise und dank­te ihm für seine Liebe und Unterstützung.

Hun Sen besuchte das Land drei Tage, nach­dem Thaksin am Son­ntag­mor­gen aus der Haft ent­lassen wor­den war. Thaksin, der wei­thin als De-fac­to-Führer der Regierungspartei ange­se­hen wird, wird genau beobachtet, was er als näch­stes tun wird, ins­beson­dere wenn er ver­sucht, die Kon­trolle über die Pheu Thai Partei und die Regierung zu übernehmen.

Es ist bekan­nt, dass Thaksin und Hun Sen enge Beziehun­gen unter­hal­ten. Vor sein­er Rück­kehr nach Thai­land am 22. August let­zten Jahres besucht­en Thaksin und seine Schwest­er Yingluck Shi­nawa­tra am 5. August Hun Sen’s 71ste Geburt­stags­feier in Phnom Penh. Im Jahr 2009 wurde Thaksin zum Berater der kam­bod­sch­a­nis­chen Regierung ernannt.

Prof. Jaran Maluleem, Dozent für inter­na­tionale Beziehun­gen an der Tham­masat Uni­ver­sität, sagte am Mittwoch, dass die Beziehung zwis­chen Thaksin und Hun Sen ein Muster wider­spiegelt, das von Natio­nen in der südostasi­atis­chen Region über­nom­men wurde, wo bilat­erale Beziehun­gen auf der Grund­lage der guten per­sön­lichen Beziehun­gen zwis­chen den Führern der Län­der entwick­elt wer­den. Sie kön­nen auch dazu beitra­gen, Span­nun­gen abzubauen oder Kon­flik­te zu deeskalieren.

Obwohl Hun Sen keine Regierungs­ge­walt hat, kön­nte er dazu beitra­gen, die Span­nun­gen an der thailändisch-kam­bod­sch­a­nis­chen Gren­ze abzubauen, die ein ständi­ges Prob­lem darstellen, sagte er. Solange die Pheu-Thai-Partei an der Macht ist, wer­den bei­de Län­der wahrschein­lich ihre Beziehun­gen ver­tiefen und die Zusam­me­nar­beit aus­bauen, sagte Prof. Jaran.

Es wird erwartet, dass die Gespräche über das Gebi­et mit über­lap­pen­den Ansprüchen (OCA) zwis­chen den bei­den Län­dern, ein Gebi­et, in dem reiche Vorkom­men an fos­silen Brennstof­fen ver­mutet wer­den, fort­ge­set­zt wer­den. Bei­de Län­der wer­den wahrschein­lich auch die Stre­it­igkeit­en über Kul­turgüter bei­le­gen, sagte er.

“Die Staat­sober­häupter spie­len in der südostasi­atis­chen Diplo­matie nach wie vor eine zen­trale Rolle, vor allem wenn sie Ein­fluss auf eine poli­tis­che Partei haben”, sagte er.

Phichai Rat­nati­la­ka Na Bhuket, Dozent für Poli­tik­wis­senschaften am Nation­al Insti­tute of Devel­op­ment Admin­is­tra­tion, sagte, der Besuch von Hun Sen zeige die Sol­i­dar­ität zwis­chen den bei­den. ​“Poli­tisch gese­hen unter­gräbt er jedoch das Image von Pre­mier­min­is­ter Sret­tha Thav­isin, der von eini­gen als Stel­lvertreter von Thaksin ange­se­hen wird”, sagte er.

Pan­i­tan Wat­tanayagorn, ein Akademik­er für Sicher­heits- und Außen­poli­tik, sagte, die thailändis­che Regierung habe Vorschläge, ein­schließlich ein­er gemein­samen Entwick­lung mit Kam­bod­scha in der OCA, die auf eine Antwort warten. Unab­hängig davon, wie Kam­bod­scha sich in diesen Fra­gen entschei­det, würde seine Entschei­dung mit diesem Tre­f­fen und der möglichen Rolle von Thaksin darin zusam­men­hän­gen, sagte er. / Bangkok Post

 

 

 

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