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Air China hat Pläne zum Kauf von 100 Comac-C919 Flugzeugen angekündigt. Dies ist ein wichtiger Impuls für den einheimischen Flugzeughersteller, der das von Airbus und Boeing blockierte Duopol der Verkehrsflugzeuge durchbrechen will.

Die Vereinbarung hat einen Wert von 10,8 Milliarden US-Dollar, basierend auf dem Listenpreis für den C919. Die Auslieferungen werden noch in diesem Jahr beginnen und bis 2031 laufen, teilte Air China am Freitag mit. Die in Peking ansässige Fluggesellschaft, eine der drei größten Fluggesellschaften Chinas, hatte zuvor bereits eine Handvoll C919 bestellt.

Der Schritt verdeutlicht, wie China in den lukrativen Markt für größere Verkehrsflugzeuge vordringt, der seit Jahrzehnten zu gleichen Teilen von Airbus und Boeing geteilt wird.

Der C919, der in seiner Größe den Jets der Airbus A320- und Boeing 737-Familie ähnelt, ist noch nicht für den Flug von Passagieren außerhalb Chinas zugelassen. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass das Modell im nächsten Jahrzehnt Marktanteile gewinnen wird, insbesondere da Airbus und Boeing ihre beliebtesten Modelle seit Jahren ausverkauft haben.

Nach Angaben des Trackers Planespotters.net verfügt Air China derzeit über eine Flotte von fast 500 Flugzeugen, darunter 212 A320-Familien und 127 737-Serien . Besonders erfolgreich war Airbus mit seinem A320 in Asiens größter Volkswirtschaft, auch weil das Unternehmen dort über eine Endmontagelinie verfügt.

Typischerweise bestellt China Flugzeuge in großen Mengen, oft bei Staatsbesuchen, und verteilt sie dann an die nationalen Fluggesellschaften.

Boeings Position in China war in den letzten Jahren schwierig. Die Auslieferung der 737 wurde nach zwei tödlichen Unfällen des Modells in den Jahren 2018 und 2019 ausgesetzt und erst 2024 wieder aufgenommen.

Auch die politischen Spannungen zwischen Peking und Washington erschweren die Auftragslage für das US-Unternehmen. Und die Vertrauenskrise nach einem beinahe katastrophalen Unfall im Januar hat die Aufmerksamkeit von Boeing noch weiter in Anspruch genommen und das Unternehmen gezwungen, die Produktion seines wichtigsten Flugzeugs erheblich zu drosseln.

Airbus und Boeing dominieren den Markt für große Verkehrsflugzeuge, während Unternehmen wie Embraer aus Brasilien im Bereich kleinerer und regionaler Jets nur eine untergeordnete Rolle spielen. Allein Airbus hat einen Auftragsbestand von mehr als 8.000 Flugzeugen, was bedeutet, dass das Unternehmen mehrere Jahre lang ausverkauft ist, obwohl es daran arbeitet, die Produktion hochzufahren.

Solche umfangreichen Wartelisten und die Produktionsprobleme, die Boeing plagen, haben die Frage aufgeworfen, ob und wann ein Eindringling auftauchen könnte, der den Markt aufmischt.

Aber während jeder Auftrag für Comac im Inland für Airbus und Boeing einen Deal weniger bedeutet, ist der weltweite Erfolg des Flugzeugs alles andere als gesichert. Fluggesellschaften scheuen bekanntermaßen davor zurück, ihre Flotten mit zu vielen Herstellern zu verwechseln, und bevorzugen ein größeres Maß an Gemeinsamkeit, das im Hinblick auf Wartung und Besatzungsschulung einfacher zu handhaben ist.

Der Deal von Air China folgt einer Bestellung über 100 C919 von China Eastern Airlines im September letzten Jahres. Comac, wie Commercial Aircraft Corp of China allgemeiner genannt wird, führte vor einem Jahr seinen ersten kommerziellen Flug durch, der ebenfalls von China Eastern durchgeführt wurde.

Der Auftrag von Air China vom Freitag kommt am selben Tag, an dem die private Suparna Airlines bekannt gab, dass sie plant, ihre reine Boeing-Flotte durch die C919 zu ersetzen.

Die C919 bietet Platz für maximal 192 Personen und das Flugzeug hat bereits mehr als 1.000 Bestellungen von chinesischen Fluggesellschaften und Leasinggebern erhalten.

Das Flugzeug ist teilweise mit der gleichen Technologie gebaut, die auch in einem A320 oder der 737 zu finden ist, einschließlich der Triebwerke, die derzeit von CFM International geliefert werden. Honeywell International stellt die Cockpitsysteme her und das Flugzeug wird mit demselben seitlichen Joystick gesteuert, der auch in modernen Airbus-Flugzeugen zu finden ist. / Bangkok Post

Von STIN

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berndgrimm
berndgrimm
28. April 2024 4:31 pm

Neine,wirde nix blockiert von Airbus und Böing.Kommte COMAC nich in die Puschen! Seit 2008 basteln die an der A320 Kopie herum aba wirdernich fertig !.Seit 2015 läuft die Produktion. Es wurden 7 Flugzeuge gebaut und davon 5 an den Erstkunden China Eastern ausgeliefert.Der Rumpf wird von Comac selber gebaut , Systeme und Triebwerke kommen von Zulieferern aus dem Westen.
Sie haben bestätigte Kaufoptionen über 738 Flugzeuge , ausschliesslich von chinesischen Airlines und chinesischen Leasingfirmen.
Man hatte auch mal 10 Kaufabsichten der irischen BA Tochter City Airways, die wurden aber nicht realisiert.
https://en.wikipedia.org/wiki/Comac_C919

Die Chinesen kopieren Alles , aber manches ist eben nicht so einfach.
Industriespionage ist in China R&D.
In China haben Mc. Donnell Douglas ,Airbus und Böing schon Flugzeuge montiert und die Chinesen haben probiert diese mit 3D Druckern nachzubauen. Hat wohl nicht so geklappt.
Ende der 70er Jahre hat man versucht unter der Bezeichnung Shanghai Y-10 die Böing 707 nachzubauen. Insgesamt 10 Stück Foto unten.
Die Chinesen wären sicher eher in der Lage ein konkurrenzfähiges Verkehrsflugzeug zu bauen als die Russen.Aber das wird dauern.
Die chinesischen Airlines bestellen nicht freiwillig die C919 sondern weil sie von der Regierung dazu verdonnert werden.Es gibt genug Druckmittel.
Es kommt aber nicht darauf an viele Aufträge zu haben , sondern auf echte Verkäufe und die Erfahrungen im Liniendienst.

berndgrimm
berndgrimm
28. April 2024 10:10 pm
Reply to  STIN

Warum sollten die Russen die Comac C919 kaufen ?
Sie bekommen ja die Ersatzteile für Airbus und Böing problemlos über China und Neuflugzeuge auch.
Ohne Unterstützung der Chinesen hätte Putin die Ukraine nicht überfallen können. Jedenfalls nicht so einfach.
Die C919 ist zwar viel billiger als der A320Neo aber bei einem -Flugzeug zählen die Wartungskosten,Wartungsintervalle und die Zuverlässigkeit mehr als die Anschaffung oder Leasingkosten.
Da braucht die C919 noch 20 Jahre wenn sie überhaupt mal in grösseren Stückzalen gebaut wird.Bisher hat man in 6 Jahren 7Stück gebaut.
Die Russen haben gute Flugzeuge gebaut. Ne , die Antonov wurden in der Ukraine gebaut.Iljushin und Tupolev waren weniger gut.
Der Suchoi Superjet 100 wurde mit grosser westlicher Hilfe entwickelt ( u.A. Böing) und ist nach wie vor ein Riesen Flop.
213 Flugzeuge wurden in 13 Jahren produziert und fliegen (wenn sie überhaupt fliegen) nur in Russland.Auch dort kauften die Airlines sie nur unwillig und mit höchstem Druck des Putin Regimes.
Die etwa gleichgrosse Embraer 190/195 wurde von 2002 bis 2021insgesamt 1622 mal ausgeliefert.

berndgrimm
berndgrimm
29. April 2024 12:22 pm
Reply to  STIN

Selten so gelacht! Die Ersatzteile sind für die C919 genauso teuer wie für die A320.Sie kommen aus den gleichen Produktionen.Die Russen kaufen ihre Ersatzteile auf dem chinesischen Gebrauchtteile Markt. Sehr billig denn dort gibt es ueber 700 A320 und für die 737 gibts Ersatzteile überall.
Die chinesischen E-Autos verkaufen sich über den Preis.Sie sind ca 30% billiger als deutsche oder japanische E-Autos und bieten viele Gimmicks!
Sanktionen sind teuer und unwirksam weil nie Alle mitmachen.
Im Fall von Russland kommt noch dazu dass China Putin unterstützt genau wie Kim Jong Un.
Leider lassen sich die Europäer vollkommen von China erpressen.Noch hätten wir Chancen uns zu wehren.
Es gibt kein BRICS sondern die Weltherrschaft Chinas.

berndgrimm
berndgrimm
1. Mai 2024 10:42 am
Reply to  STIN

STIN vertraut seinen eigenen Verschwörungstheorien und beschuldigt mich dessen was er selber dauernd betreibt.
Warum sollten 3M,Generals Dynamics,Bucher , BASF oder Linde ihre Produkte an COMAC billiger verkaufen als an Airbus und Boeing?
Ja , natürlich wäre auf dem Weltmarkt Platz für einen weiteren Anbieter und COMAC hat bessere Chancen als die russischen Flugzeugbauer.Aber Flugzeuge kopiert man nicht so einfach wie Louis Vitton Taschen.
COMAC bastelt seit 16 Jahren an der A320 Kopie , hat erst 7 Flugzeuge gebaut und nur 5 an Airlines ausgeliefert.
Glaubhafte Zahlen über den Linieneinsatz gibt es nicht.
Selbst die chinesischen Airlines würden lieber Airbus und Boeing kaufen , werden aber aus politischen Gründen zu Comac käufen gezwungen.Siehe auch diese Meldung von Gestern:
https://aviation.direct/100-flugzeuge-china-southern-airlines-mit-grossbestellung-bei-comac
Damit haben alle 3 grossen Airlines in China je 100 C919 gekauft.China Eastern fliegt schon mit 5 Exemplaren.
Natürlich profitieren die Chinesen davon das die A320NEO praktisch auf Jahre ausverkauft ist und Boeing grosse Schwierigkeiten mit der 737MAX Produktion hat.
Natuerlich ist der Kaufpreis der C919 oder die Leasingkosten 20% billiger als die A320 wegen der billigen Löhne in China und der guten Produktivität, aber entscheidend bei einem Flugzeug sind
die operative Zuverlässigkeit und die Operationskosten.Und da gibt es noch keine verifizierbaren Angaben.
China ist noch mehr als der Westen im Handelskrieg Modus und möchte unbedingt beweisen dass es nicht von Airbus und Boeing abhängig ist.
Natuerlich können die locker 1000 C919 im Inlandsverkehr einsetzen aber irgendwann müssen sie damit auch ins Ausland und was noch wichtiger wäre , den Flieger an eine ausländische Airline liefern. Und zuerst müssen sie mal produzieren.7 Stück in 8 Jahren “Massenproduktion” sind eher Russen Niveau.
BRICS ist der Traum der Entwicklungsländer ohne den Westen auszukommen. Viel heisse Luft ohne irgendetwas Greifbares.
China wird nur dann siegen wenn der Westen nicht endlich in die Puschen kommt.

berndgrimm
berndgrimm
29. April 2024 1:32 pm
Reply to  STIN

Ich bin im Februar 1989 (vor TienAnmen) mit CAAC (chinesische Luftfahrtbehörde) ähnlich AEROFLOT in der Sowjetunion von Ostberlin über Moskau nach Peking geflogen.Die CAAC hatte immer mehr westliche Flugzeuge ( HS Trident, Boeing 707 und 737) als sowjetische (IL62,IL18,Tu154 und Tu134).In den 80er Jahren hatte sie auch die damals neue 767-200 gekauft und flog damit nach Europa.
Ich flog in einer Gruppe (21 Leute meist aus Reisebüros) auf einer Rundreise Peking-Tientsin-XiAn-Shanghai-Kweilin-Peking
In SXF erwartete uns eine nagelneue 767 mit der Bemalung Air China.
Die CAAC Flugoperationen wurden damals in 5 Airlines aufgeteilt.
Air China für die Auslandsoperationen und im Land China Eastern ,China Northern,China Southern ,China Northwest und China Southwest.
Der Flug war eher sonderbar.Es gab IFE in dem aber nur Chinesische Opern mit fliegenden Schweinen liefen. 11 Stunden lang.
Das Catering war absolut DDR und UdSSR Standard ,also ziemlich ungeniessbar ich war während der Zwischenlandung in Sheremetjevo erstmal in der Transit Bar und hab Boeuf Stroganoff gegessen.
Zu trinken gab es nur Yasmin Tee ,Bier und chinesische Schnäpse.
Im Cockpit sassen auch Boeing Checkpiloten die in SXF auch die Landung geflogen haben weil die chinesischen Piloten wohl Probleme mit der vielen Elektronik hatten und den Anflug zweimal vergeigten.
Im Lande flogen wir mit Boeing 707 und 737 und mit einer Tu 154M praktisch ohne Catering. Nur Wasser gabs.
Aber im Gegensatz zu den Flügen war die Rundreise nicht nur sehr interessant sondern auch sehr komfortabel und mit wirklich gutem Essen.
Funfact am Rande: Alle unsere Reiseleiter(innen) sprachen perfekt Deutsch weil sie in der DDR studiert hatten!
Ich bin nie wieder mit chinesischen Airlines geflogen aber unsere Freunde sind häufig mit China Southern über Kanton nach Australien geflogen und waren zufrieden. China Southern gilt als beste chinesische Airline,

berndgrimm
berndgrimm
28. April 2024 4:34 pm
Reply to  STIN

Hier das Foto der Shanghai Y-10 (707 Nachbau)

Shanghai-Y-10-1280x640
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