Thailand: Wirtschaft stagniert/Tourismus hat sich erholt

Finanzexperten bezeichnen Thailand wegen der hohen Verschuldung der Haushalte als kranker Mann Südostasiens.

Die hohe Verschuldung ist alarmierend und ein Grund, warum der Wirtschaftsmotor nicht anspringt. In den letzten fünf Jahren haben sich die Kredite je Haushalt von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes auf jetzt 85 Prozent erhöht.

Die meisten Thais haben kaum Geld für Sonderausgaben, nur noch für das Nötigste. In einem aktuellen AFP-Bericht wird ein 37 Jahre alter Fabrikarbeiter zitiert: “Ich habe mehr zu zahlen, als sich einnehme.” Zwischen 30 und 40 Prozent des Lohns gingen allein an Zinsen für Kredite drauf.

Neun Monate nach dem Putsch hat sich die Wirtschaft immer noch nicht erholt. Für das letzte Jahr wird beim Bruttosozialprodukt ein mageres Plus von 0,8 Prozent erwartet. Zu den guten Nachrichten zählt: Der Tourismus hat sich trotz des bestehenden Kriegsrechts erholt, doch der Export, der für 60 Prozent der Wirtschaftsleistung steht, legt kaum zu. Die Preise für Reis und Gummi sind im Keller, das Land nähert sich einer Deflation.

Die politische Situation ist weiterhin unsicher, das Vertrauen der Konsumenten in die Zukunft hat nachgelassen. Thais kaufen derzeit kaum Immobilien, Autos und Wertsachen

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6 Antworten zu Thailand: Wirtschaft stagniert/Tourismus hat sich erholt

  1. Avatar emi_rambus sagt:

    STIN: ja, in erster Linie aber doch die Finanzen bei Thaksins, die hier angekurbelt wurden. Der einfache Thai hat dadurch absolut nichts davon erhalten. Die Reichen wurden dadurch reicher, die Kredithaie hatten Hochsaison und der arme Thai (leider meine Familie hier auch) wurden ärmer und ärmer. Vor Thaksin hatten sie nichts, jetzt haben fast alle Haushalte hier um die 200.000 Baht Schulden.

    Ich schreibe jetzt extra ganz langsam, dass du mitlesen kannst!
    Fuer die 30.000 Baht Kreditkarte mussten die Leute das Bankkontobuch vorlegen , wo entsprechende, regelmaessige Geldeingaenge belegt werden konnten(Nur wurden oft pro Famile 2-3 Karten genommen), auch bei den steuerbefreiten “Erstauto” mussten normale Kredite mit Deckung bei der Bank aufgenommen werden.
    Als naechstes gab es dann den Vorschuss-Kredit bei der BAAC.
    Bis zur naechsten Ernte reichte aber das Geld nicht, also musste der “Nachbarschafts-Kredit” zur Kurzzeitueberbrueckung her.
    Frueher ging das ja auch alles auf, nur nach dem Reisschema, wurden sie dann ausgenommen und viele nahmen sich das Leben und noch mehr verloren Haus und Hof, was ja Sinn und Zweck der Sache war/ist!
    So, fuer dich jetzt nochmal in Zahlen.
    Der Mittelstandsbauer (40 Rai) bekam auf seine naechste Ernte einen Vorschuss-Kredit von 150.000 TB (((40R: 2R/t)*15.000TB)*50%), dann bekam er einen Kredit ueber 800.000 TB, den er pro Jahr mit 100.000 TB tilgen musste, und die beiden Kreditkarten (30.000TB),die 50.000TB in Nachbarschaftshilfe, und der Haustuervertreter mit einem neuen Kuehlschrank und Klimaanlage fuer 40.000 TB (total ueberteuert).
    Und frueher ging das ja auch meist irgendwie auf, …
    Nur als jetzt die Ernte verkauft wurde, gab es fuer die 20t nach Abzug der Kosten und durch den niedrigen Marktpreis nur etwa 160.000 TB. Man hatte aber schon 150.000 Vorschuss bekommen, also gab es nur 10.000 TB auf die Hand, das wurde dann ueber 2-5 Ernten fortgesetzt und dann kam die “Umschuldung beim Kredit-Hai”… und der hat jetzt das ganze Reisland. Dem muesste aber irgendwann das Geld ausgehen, wenn ihm nicht einer das Land … pachtet!?

      emi_rambus(Quote)  (Reply)

    • STIN STIN sagt:

      Fuer die 30.000 Baht Kreditkarte mussten die Leute das Bankkontobuch vorlegen , wo entsprechende, regelmaessige Geldeingaenge belegt werden konnten

      nein, mein Schwager hat die auch so bekommen. Wie auch die 200.000 Baht vorher. Mein Schwager hat kein Bankbuch mit regelmässigen Einkommen, hat hier fast niemand und wenn doch, dann benötigt dieser keine 30.000 Baht Kreditkarte, weil er sowieso eine Mastercard mit 100.000 Dispo hat, wie mein Sohn soeben erhalten hat.

  2. Avatar emi_rambus sagt:

    STIN: Zuerst gibt man den armen Thais bis zu 200.000 Baht Kredit, ohne das die über regelmässiges Einkommen verfügen – danach bricht diese FInanzierung natürlich zusammen

    Nun genau das hat aber die Wirtschaft zu YLs Zeiten angekurbelt.

    Es geht aber auch nicht nur um die Verschuldung der Privat-Haushalte. Diese sollte thailandweit bei 3-5.000.000.000.000 TB liegen!

    Die Verschuldung fuer Staatsinvestitionen ist von 60 auf 85% des BIPs gestiegen.
    Das BIP betrug 12.080 Mrd TB. 85% davon waeren 10.250 Mrd TB.
    Sinkt das BIP um um eine BllTB, dann waeren diese 10,25BllTB bereits 92,5 % des BIP.
    Darueber hinaus existieren etliche Fonds ( auch fuer das Reis-Programm) die meiner Ansicht nach nicht unter “Schulden” gefuehrt werden.
    Und als letztes ist der laufende Haushalt mit einem Defizit von 490 MrdTB (ca.20%) belastet, vermutlich durch weitere Fonds gedeckt wird.

    Auf einen europaeischen privaten Haushalt um gelegt, wuerde das ungefaehr so aussehen:
    Jemand der etwa 2.500 Euro im Monat verdient, hat staendig sein Konto mit 500 Euro ueberzogen. Dann hat er etwa 10.000 Euro Investitionsschulden, fuer die hoechstens fuer etwa 50% ein Gegenwert/Restwert vorhanden ist.
    Und als letztes gibt es dann noch Schuldscheine von 5-10.000 Euro.
    Ach so, ich vergass, es gibt dann auch noch Buergschaften von (?) unbegrenzter Hoehe (zB Thaiairways).
    Eigentlich sollte von der Verfassung und dem Haushaltsrecht her, die Regierung zu einer antizyklischen Haushaltsfuehrung verpflichtet sein. Da heisst vereinfacht ausgerdrueckt, wenn die Wirtschaft brummt und viel Steuereinnahmen fliessen, muss ohne Ende gespart werden, damit, wenn die Wirtschaft und der Konsum der Privat-Haushalte stagniert, der Staat alles wieder ankurbeln kann.
    Etwas in der Art, ist mir fuer Thailand nicht bekannt.

    So wie es sich fuer mich darstellt, wird man jetzt den Kredit fuer den Bau der Bahnlinie von Nong Khai bis Pattaya (?6-900 Mrd TB) aufnehmen, obwohl das Geld kassenmaessig erst ueber die naechsten 5 Jahre verteilt gebraucht wird. Das waeren etwa 25-30 MrdTB Zinsen pro Jahr, fuer nix!
    Ansonsten befuerchte ich, das Geld wird sehr wahrscheinlich sogar in bar deponiert (?in einer Schatzkammer?? ) Bei 1.000 TB-Scheinen waeren das etwa 6 Wohn-Haeuser voll mit jeweils 300 qm.
    Soweit mir bekannt ist, hat weltweit in Demokratien und auch in Diktaturen, kein Praesident, kein Kanzler, kein MP so viel unkontrollierte Macht wie in Thailand.

    Ich kann aber auch nicht erkennen, dass in der Richtung durch die Reform irgendetwas geaendert wird.

    • STIN STIN sagt:

      Nun genau das hat aber die Wirtschaft zu YLs Zeiten angekurbelt.

      ja, in erster Linie aber doch die Finanzen bei Thaksins, die hier angekurbelt wurden. Der einfache Thai hat dadurch absolut nichts davon erhalten. Die Reichen wurden dadurch reicher, die Kredithaie hatten Hochsaison und der arme Thai (leider meine Familie hier auch) wurden ärmer und ärmer. Vor Thaksin hatten sie nichts, jetzt haben fast alle Haushalte hier um die 200.000 Baht Schulden.

  3. STIN STIN sagt:

    kein Wort darüber, wer denn die Kredite an die Bevölkerung ausgeteilt hat und wer dazu noch eine weitere 30.000 Baht Kreditkarte ausgegeben hat, als die Thais schon bis über die Ohren verschuldet waren. Das rächt sich nun natürlich. Zuerst gibt man den armen Thais bis zu 200.000 Baht Kredit, ohne das die über regelmässiges Einkommen verfügen – danach bricht diese FInanzierung natürlich zusammen und die Thais fordern weitere Kredite um die alten abzuzahlen. Dazu kommt noch, das die meisten nicht mal die Zinsen pro Jahr zahlen können und dazu dann wieder die Kredithaie benutzen – die bis zu 20% pro Monat kassieren.

    Ein Teufelskreislauf…..

    • Avatar Hanseat sagt:

      Moin STIN,
      da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Unsere Rotkäppchen sind ein wenig demenz. Die von denen so hoch gelobte YL hatte den Reisbauern doch, könnten diese drei Experten auch wissen, eine Kreditkarte frei gegeben, mit der sie, die Reisbauern, beim Landhandel Samen, Dünger und Pflanzenschutzmittel bargeldlos einkaufen konnten, was sie wohl auch taten. Nur, das könnten unsere roten Freunde auch wissen, dass gerade nicht die von der UDD bedachten Großbauern, sondern die Kleinbauern eben die von der YL erdachten und so gepriesenen 15.000 THB per Tonne nicht erhielten, derweil der Topf mit den Mitteln ein Loch hatte. Nun hängen diese armen Schw…e wieder am Tropf der Kredithaie. Man könnte durchaus einmal auf die Idee kommen, dass diese Art der angeblichen Großzügigkeit der YL System haben könnte. Wie gemeint? Nun, die verschuldeten Bauern werden auch das letzte, was sie noch als Eigentum haben, den Haien überschreiben müssen. So werden die „Neuen Eliten“ bei der Stange gehalten. Wer nichts hat, von denen hat man eben viele Suizidfälle hören können.
      Thaksins großer Geldsegen während seiner Regierungszeit wurde besonders von der rotlastigen Bevölkerung angenommen. Da diese Leutchen ja nicht das Kleingedruckte lesen und auch von Thaksins Schergen nicht auf eine Rückzahlungsverpflichtung hingewiesen wurden, kam es bei Ablauf der Kreditzeit zu großen Problemen. Wir erinnern uns, dass die Rückzahlungspflicht in die Regierungszeit des von unseren roten Freunden so verhassten Abhisit fiel. Die Propaganda der roten Goldfasane der UDD hatten damals dem Abhisit die Schuld an der „plötzlichen“ Rückzahlung und somit weiteren Verschuldung dieser „Dummroten“ gegeben. Das ist gelebte Demokratie im gelebten Kapitalismus. Solange das Wort „Nachhaltigkeit“ nicht von den Politikern Gewicht erhält, ist eben, wie man zu sagen pflegt: Holland in Not!
      Mit Nichten habe ich etwas gegen die Reispreisanhebung zu Gunsten der Reisbauern gehabt. Unsere damalige Landesmutter hatte die Macht, hohe Beträge für dieses Programm vom Parlament bewilligen zu lassen, was ja durchaus auch ok ist. Nur, und da greife ich unsere Rotkäppchen an, als es der allgemeinen Bevölkerung schon bewusst wurde, dass dort etwas aus dem Ruder lief, spätestens da hätte Schwesterherz des großen Führers einmal ihr Ohr an der Volkesmeinung haben können. Selbst als die dafür bedachte staatliche Prüfstelle, der Rechnungshof, anfing, der YL auf die aufziehende Ungemach hinzuweisen, reagierte sie leichtsinnig mit dem Maulkorb für den Präsidenten und der Absetzung nebst Ernennung eines linientreuen Rechnungshofpräsidenten. Ok, ist nach Lesart der Rotkäppchen eine durchweg genehme demokratische Handlungsweise. Nur, unabhängige Gerichte sahen es anders. Vor den jetzt anstehenden Aussagen der Ex-PMin teilt sie der verdummten Bevölkerung mit, dass ihre Handlung mit dem Reisprogramm voll transparent verlaufen sei?
      Wenn das denn der Fall sein sollte, so möge sie doch transparent sagen, wo denn die Mittel geblieben seien, die man den kleineren Bauern nicht mehr auszahlen konnte?
      Wenn wir auch sehen können, in was für einen Wohlstand uns YL wohnt, könnte man sie, sollte man ihr eine Schuld nachweisen, einmal persönlich zur Kasse bitten.

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