EU zeigt Thailand die gelbe Karte für Import von Meeresfrüchten

Das thailändische Außenministerium ist enttäuscht über die Entscheidung der Europäischen Union, Thailand wegen illegalen Fischens eine „gelbe Karte“ zu zeigen. Thailand wurden nun sechs Monate Zeit eingeräumt, in der Fischereiindustrie„aufzuräumen“. Werden keine Erfolge nachgewiesen, droht ein Importverbot durch die EU.

Das würde Thailand schwer treffen, denn das Land, das der drittgrößte Meeresfrüchteexporteur der Welt ist, exportierte 2013 Meeresfrüchte im Wert von 736 Millionen Euro in die Europäische Union.

Wegen der schlechten Wirtschaftsaussichten hatte Wirtschaftsminister Chatchai Sarikulya die Prognosen für die diesjährigen Exporte nicht das erste Mal nach unten korrigiert. Jetzt geht Thailand von einem Exportwachstum für 2015 von nur noch einem Prozent aus.

Seth Wannamethee, Sprecher des thailändischen Außenministeriums, sagte, die EU sei völlig unwissend, was die Bemühungen Thailands angelange, das Problem des illegalen Fischens in den Griff zu bekommen, zumal schon greifbare Fortschritte gemacht wurden. Die Warnung seitens der EU erkenne auch nicht die lang anhaltenden gute Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Behörden Thailands und der EU an.

Die EU erklärte am 21. April offiziell, dass sie Thailand die „gelbe Karte“ gegeben habe. Der für Umweltfragen zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella forderte Thailand auf, sofort etwas gegen illegales Fischen zu unternehmen.

In ihrer Stellungnahme erklärte die EU, sie habe mit thailändischen Behörden bereits seit 2011 mehrfach über die Problematik gesprochen und darauf hingewiesen, dass das Land zu wenig unternimmt, was Überwachung, Kontrolle und nach Gesetzesverstößen die Sanktionierung der Fischereiindustrie betreffe.

Die EU wies darauf hin, dass Importverbote über Belize, Guinea, Kambodscha und Sri Lanka ausgesprochen wurden, wobei sich Belize kooperativ zeigte und nicht mehr auf der Schwarzen Liste steht. Die Importverbote für die drei anderen Länder bleiben bestehen.

Auf der positiven Seite merkte die EU an, dass Korea und die Philippinen Reformen durchführten und gegen illegales Fischen vorgehen, sodass diesen Ländern kein Importverbot durch die EU mehr drohe. Korea hatte im November 2013 und die Philippinen im Juni 2014 die „gelbe Karte“ erhalten.

In einer allgemeinen Erklärung wies die EU darauf hin, dass zwischen elf und 26 Millionen Tonnen Fisch jährlich illegal gefischt werden. Das mache mindestens 15 Prozent des weltweiten Fangs aus. Die EU wolle als größterMeeresfrüchteimporteur der Welt keine illegal gefischten Meeresfrüchte importieren. Importe seien ausschließlich Fängen vorbehalten, die als „legal“ zertifiziert werden können.

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5 Antworten zu EU zeigt Thailand die gelbe Karte für Import von Meeresfrüchten

  1. Avatar berndgrimm sagt:

    Die EU wolle als größterMeeresfrüchteimporteur der Welt keine illegal gefischten Meeresfrüchte importieren. Importe seien ausschließlich Fängen vorbehalten, die als „legal“ zertifiziert werden können.

    Und das fällt diesen “Experten” erst jetzt ein wo wir eine Militärdiktatur haben?
    Während 13 Jahren Democrazy war der gleiche Betrug garkein Problem!
    Und wer soll dies eigentlich zertifizieren? Die Thai Behörden?5555!

    egon weiss:
    http://englishnews.thaipbs.or.th/thailands-economic-outlook-worst-in-40-years

    Dies hat mit der jetzigen Regierung zunächst mal garnix zu tun.
    Vielleicht werden ja jetzt einige Leute endlich wach!

    STIN: Ich würde den Baht schwächen, damit die Exporte wieder anziehen. Hätten die doch Korn als Finanzminister eingesetzt. Korn ist in ganz Asien ein hoch angesehener Finanz-Experte. Er hätte die Investoren wieder holen können. Das kapieren Militärs leider nicht.

    Der Wechselkurs kann nur durch die BOT beeinflusst werden.

    Auch ein Finanzminister Korn könnte da nix ausrichten.

    Mit den weggelaufenen Investoren hätte auch ein Korn nix reissen
    können weil hier die Voraussetzungen fehlen.

    Ich finde es sehr gut dass hier einige Leute mal einen in den Koffer kriegen.

    Kommt natürlich wieder viel zu spät, hätte spätestens nach einem Jahr
    Yingluck Nichtstun kommen müssen.

    • STIN STIN sagt:

      es könnte noch schlimmer kommen. Wenn die EU ernst macht und den Import für Meeresfrüchte in die EU stoppt. Das ist aber alles weniger ein Problem
      der jetzigen Regierung, sondern schleicht sich schon über alle Ex-Regierungen hinweg. Yingluck hätte also das gleiche Problem, wenn nicht noch grössere, hätte sie den Billionen-Kredit auch noch zu meistern. Wären die Reiszahlungen bei Yingluck weitergeführt worden, wäre nun in diesem Jahr der Staatsbankrott
      eingetreten. Also auch bei den jetzigen Probleme – immer noch das kleinere Übel.

      Ich würde den Baht schwächen, damit die Exporte wieder anziehen. Hätten die doch Korn als Finanzminister eingesetzt. Korn ist in ganz Asien ein hoch angesehener Finanz-Experte. Er hätte die Investoren wieder holen können. Das kapieren Militärs leider nicht.
      nicht.

      • Avatar Rolf46 sagt:

        STIN: Ich würde den Baht schwächen, damit die Exporte wieder anziehen.

        Das wird man in absehbarer Zeit auch machen, doch vorher braucht es noch etwas Zeit, bis die Reichen mit ihrem noch starken Baht Auslandswährung (z.B. Schweizer Franken , Dollar und Weicheuros (wenn Thai spekulativ denkt, dass die TEuros nicht noch tiefer rutschen) kaufen.

        Wenn dann diese Reserven auch noch auf Auslandskonten und Währungskonten bei thailändischen Banken untergebracht sind, kann der Baht abgewertet werden.

          Rolf46(Quote)  (Reply)

        • STIN STIN sagt:

          das machen Reiche wohl weltweit. Vor allem Devisenspekulanten. Aber dazu muss man nicht solange warten. Viele der Reichen sind ja auch im Exportgeschäft und die haben momentan sicher massive Verluste. Tw. gibt es ja auch schon Proteste gegen den starken Baht. Ich würde eher sagen, der Finanzminister ist genauso inkompetent, wie der letzte unter Yingluck.

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