Armee-Angehörige in Menschenhandel involviert?

Die bekannte Zeitung „Phuketwan“ hatte seinerzeit aus einem Reuters-Artikel zitiert, in dem es hieß, es gebe Offiziere, die vom Menschenhandel profitieren. Reuters wurde dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, die beiden Phuketwan-Redakteure wurden wegen Verleumdung vor einem thailändischen Gericht verklagt.

Nun kam indirekt heraus, dass der Reuters-Artikel durchaus wahr sein könnte: Am Mittwoch erklärte Verteidigungsminister General Prawit Wongsuwon, dass Armeechef General Udomdej Sitabutr die Versetzung eines Oberst angeordnet hatte. Dieser war in Songkhla Regimentskommandeur und soll in den Menschenhandel involviert sein. Der Name des Offiziers wurde nicht bekannt gegeben. General Prawit sagte, falls herauskomme, dass Soldaten etwas mit dem Menschenhandel zu tun haben, dann würden sie schwer bestraft, indem sie sofort versetzt würden

Der stellvertretende nationale Polizeichef Chakthip Chaijinda sagte, zurzeit ermittle man, ob Armeeoffiziere unter den Verdächtigen sind, man werde unter Umständen Haftbefehl beantragen.

Die Polizei soll laut einer Quelle nach zwei Soldaten fahnden, die einen Menschenhändler entführten und zwei Millionen Baht Lösegeld erpressten.

Unterdessen ordnete Premierminister General Prayuth Chan-ocha die Behörden in allen Provinzen an, innerhalb vonzehn Tagen „Höllencamps“ mit Rohingya aufzuspüren und gegen Menschenhandel mit Rohingya vorzugehen.

Wenn es nach diesem Zeitrahmen immer noch illegale Vorkommnisse gäbe, so sollen Behördenvertreter bestraft werden.

Zuvor waren Dutzende von Gräbern in sogenannten Höllencamps in Padang Besar, Songkhla und Phangnga gefunden worden.

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emi_rambus
Gast
emi_rambus
9. Mai 2015 2:21 pm

emi_rambus: Nur Frechheit und Rechtschreibe-/Gramatikkenntnisse reichen eben nicht fuer diese Aufgabe aus.

Diese Seite (gibt es auch auf internationaler Ebene) gibt viele Antworten:
http://de.wikipedia.org/wiki/Pressekodex

Neben den offiziellen Kodizes haben sich einige praktische Regeln herausgebildet, die qualifizierten Journalismus auszeichnen, zum Beispiel:
Eine Quelle allein ergibt keine Nachricht. Für eine Nachricht braucht es mindestens zwei voneinander unabhängige Quellen.
Bei Konflikten sind die Positionen beider Seiten darzustellen.
Ein Journalist macht sich aus Prinzip keine Sache zu eigen, nicht einmal eine gute (dieses Prinzip ist auch das Motto des Hanns-Joachim-Friedrichs-Preises). Ein Mindestmaß kritischer Distanz zum Thema (und der eigenen Rolle) ist auch bei sogenannten Herzblut-Themen geboten.

(die 16 Punkte der Pressekodex sind noch viel detailierter)
Allein die o.a. aufgefuehrten praktischen Regeln wuerden viele Probleme aus der Welt schaffen.
All das wuerde man natuerlich auch beim Fachstudium lernen.

emi_rambus
Gast
emi_rambus
9. Mai 2015 8:12 am

emi_rambus: Ich gestehe dem Phuketwan ja zu, bei der “ungluecklichen Formulierung”, nicht vorsaetzlich gehandelt zu haben, dann sollte man aber kleinere Broetchen backen und sich entschuldigen.

Fuer mich hat die Presse eine grosse Verantwortung! Aus dem Schutzrecht der “Pressefreiheit” leiten sich eine Vielzahl von Pflichten, neben denen, die aus der Einschraenkung der Pressefreiheit kommen, ab.

Fortsetzung des unterbrochenen Beitrags:

Viele sagen, ich auch, die Presse ist die 4. Gewalt (publikative Gewalt ) neben Exekutive, Legislative und Judikative.

Siegfried Weischenberg urteilt, man müsse die öffentliche Aufgabe, die der Journalismus nach höchster Rechtsprechung wahrnehmen soll, „inzwischen mit der Lupe suchen“: „Im gesamten Journalismus wird zunehmend mehr die Kritikerrolle zur Disposition gestellt. Die Krise des Journalismus […] erweist sich vor allem als Krise seiner Kritikfunktion; sie wird obsolet, wenn die Distanz fehlt und die Relevanz sowieso. Dies gilt schon traditionell für den strukturell korrupten Motor- und Reisejournalismus sowie einen Teil der Wirtschaftspublizistik.“ Bezahlte Journalisten seien, um ihre immer knappere Arbeit zu behalten, wegen der Einschaltquoten und der Werbung-Abhängigkeit, tendenziell wie in der PR mehr am Mainstream orientiert. Unabhängiger Fach- und Bürgerjournalismus sei investigativer.

http://de.wikipedia.org/wiki/Vierte_Gewalt#Einfluss_der_.C3.96ffentlichkeitsarbeit
Was gebraucht wird ist Investigativer Journalismus!
Wenn ich sehe, was bei den 3 anderen Gewalten, fuer Bildungsvoraussetzungen verlangt werden, kann ich nur meine Forderung nach einem Studium fuer Journalisten wiederholen.
Nur Frechheit und Rechtschreibe-/Gramatikkenntnisse reichen eben nicht fuer diese Aufgabe aus.
Fuer solche Leute muss eine andere Bezeichnung eingefuehrt.
Vorschlag : Journalistischer Volontaer

Das wuerde nicht gegen die Pressefreiheit verstossen, wenn die in Thailand bei Pressekonferenzen ausgeschlossen waeren.

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emi_rambus
Gast
emi_rambus
9. Mai 2015 1:02 am

Jetzt ist der Beitrag schon wieder verschwunden und ich kann nicht ergaenzen/korrigieren

update (8:25Uhr);
der erste Beitrag ist immer noch „untergetaucht“.
update-2 (9:30Uhr)
unveraendert
update-3 (10:50Uhr)
der erste Beitrag (den ich gerne noch fortgesetzt haette) ist immer noch verschwunden

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emi_rambus
Gast
emi_rambus
9. Mai 2015 12:59 am

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: niemand von Phuketwan hat alle Offiziere verdächtigt. Vielleicht haben sie das etwas unglücklich formuliert, aber Fakt ist, das Militärs an dem
Menschenhandel beteiligt sind. Sogar Kommandanten dieser Region.

Genau das stand aber nicht im Reuters-Artikel drin. Man kann sich nicht auf etwas anderes berufen und etwas rein-verdrehen. Die „Navy“ ist ein feststehender Begriff.
Schon Ende 2008/Anfang 2009 gab es staendig verdrehte Berichte, mit vorsaetzlichen Falschaussagen gegen die Navy.
Ich gestehe dem Phuketwan ja zu, bei der „ungluecklichen Formulierung“, nicht vorsaetzlich gehandelt zu haben, dann sollte maan aber kleinere Broetchen backen und sich entschuldigen.

Fuer mich hat die Presse eine grosse Verantwortung! Aus dem Schutzrecht der „Pressefreiheit“ leiten sich eine Vielzahl von Pflichten, neben denen, die aus der Einschraenkung der Pressefreiheit kommen, ab.
Viele sagen, ich auch

emi_rambus
Gast
emi_rambus
7. Mai 2015 12:35 pm

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: Der nächste, der seinen Hut nehmen muss, wird der Bürgermeister von Koh Samui sein, steht schon auf der Abschussrampe und wartet aus seinen Abflug.

… und in Koh Tao? Da gibt es aber keine Muellverbrennungsanlage!?

emi_rambus
Gast
emi_rambus
7. Mai 2015 11:36 am

Wohin verschwinden denn staendig die Beitraege?
Im Einzelfall tauchen sie wieder auf, aber die 3 Std wo noch verbessert werden kann , bleiben sie verschwunden
Fuer eine Uebergangszeit koennte man jedes Master Degree + ein Semester (geprueft) „Journalismus und rechtliche Grenzen“anerkennen.
Irgendwie koennte ich mir denken, die Idee wuerde bei vielen Reformern Zuspruch finden.

STIN: Man benötigt dazu kein Studium, weil auch die studierten Journalisten tw. Mist schreiben.

Mit einem Studium wuessten die Laien, wo die Grenzen der Pressefreiheit sind.
„ungluecklich formuliert“ zaehlt vor Gericht nicht!
Ich versuche mir vorzustellen, was waere, wenn Thailand die Berufsbezeichnung Journalist schuetzt und als Voraussetzung ein entsprechendes Studium, das in BKK angeboten wird, verlangt.

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emi_rambus
Gast
emi_rambus
7. Mai 2015 11:34 am

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: warum?
Wenn ich gut schreiben kann, dann kann ich das auch ohne Studium. Man beantragt seinen Presseausweis beim zuständigen Verband und dort muss man schon nachweisen, was und wo man schreibt. Inkl. Bestätigung des Verlages. Ist ein Journalist nicht gut, liest in auch keiner und er entfernt sich damit selbst. Man benötigt dazu kein Studium, weil auch die studierten Journalisten tw. Mist schreiben.

Mit einem entsprechendem Studium wuessten die Journalisten, wo die Grenzen der Pressefreiheit sind. Die Pressefreiheit ermaechtigt nicht zur Verletzung der Rechte anderer!
„unglücklich formuliert“ hilft vor Gericht nichts, auch so etwas wuerde man im Studium lernen.
Die zwei lassen sich vor einen Dreckkarren spannen und werden es erst „spannen“ wenn sie im Knast sind!
Ich stelle mir jetzt gerade vor, Thailand wuerde die Berufsbezeichnung „Journalist“ schuetzen und ein entsprechendes (in BKK angebotenes) Studium als Voraussetzung verlangen.
Fuer eine Uebergangszeit koennte man ein beliebiges Master Degree + 1 Semester (mit Pruefung) „Grundsaetze und Rechtfragen im Journalismus“ anerkennen.
Mit dem 44 sollte das moeglich sein.
Die Reformer haetten mindestens fuer ein halbes Jahr absolute Ruhe.

emi_rambus
Gast
emi_rambus
7. Mai 2015 7:58 am

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: nur ich denke, das man das nun anders betrachten wird, wenn die ersten Navy Offiziere und Kommandanten angeklagt werden. Dürfte dann eine Einstellung oder Freispruch werden, alles andere wäre peinlich.

NEIN!! Es gibt ueberall „schwarze Schafe“, das berechtigt nicht dazu, eine ganze Einrichtung mit 40-50.000 Soldaten zu beleidigen!
Die Bezeichnung „Journalist“ ist in Deutschland und in vielen anderen Laendern rechtlich nicht geschützt und darf auch ohne entsprechende Ausbildung geführt werden.
Ich bin aber der Meinung, nur weil einer im ABI in seiner Muttersprache mindestens die Note „gut“ hatte, ist er noch lange nicht zu diesem Beruf geeignet. Neben den Rechten, nach denen sie alle schreien , haben sie auch wichtige Pflichten, fuer die zu erkennen, braucht es aber auch eine entsprechende Bildung.
Aus diesem Grund sollte die Bezeichnung „Journalist“geschuetzt werden und ein Studium Voraussetzung sein.
Dann wuerden viele der gescheiterten Abiturienten von der „Bildflaeche“ verschwinden!

berndgrimm
Gast
berndgrimm
7. Mai 2015 7:25 am

Nun kam indirekt heraus, dass der Reuters-Artikel durchaus Substanz hat: Am Mittwoch erklärte Verteidigungsminister General Prawit Wongsuwon, dass Armeechef General Udomdej Sitabutr die Versetzung eines Oberst angeordnet hatte. Dieser war in Songkhla Regimentskommandeur und soll in den Menschenhandel verstrickt sein. Der Name des Offiziers wurde nicht bekannt gegeben. General Prawit sagte, falls herauskomme, dass Soldaten etwas mit dem Menschenhandel zu tun haben, dann würden sie schwer bestraft, indem sie sofort versetzt würden.

Also Eines ist vollkommen klar:

Kein „Officer“ in Thailand haelt sich selbst an die Gesetze die er durchsetzen soll
aber die Schlupfloecher kennen sie Alle.
Natuerlich koennen „Beamte“ jederzeit suspendiert werden.
In D war es mal so dass ein Polizeibeamter z.B. bei Freiheitsstrafen
ueber 6 Monate aus dem Dienst entfernt wurde.
Prayuth ist viel zu „verstaendnissvoll“ nicht nur bei seinen eigenen Leuten.
Deshalb wird dass wahrscheinlich nix.
Dreh- und Angelpunkt ist dass er Thailands „Gesicht“ wahren will
welches eh zu einer haesslichen Fratze verkommen ist.
Wenn er ein „saubereres Thailand“ hinterlassen will
so muss er haerter sein.
Auch und gerade bei seinen eigenen Leuten!
Natuerlich ist es nicht leicht zuzugeben wenn von der Polizei z.B.
hoechstens ein Drittel fuer Polizeiarbeit zu gebrauchen ist.
Und von der Polizeifuehrung wahrscheinlich noch weniger!

emi_rambus
Gast
emi_rambus
7. Mai 2015 6:19 am

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: nun ist es wohl öffentlich, da schon Medien drüber berichten. Die Armee ist im Menschenhandel verstrickt.

Wo ihr euch das alles hersaugt?!

Die bekannte Zeitung “Phuketwan” hatte seinerzeit aus einem Reuters-Artikel zitiert, in dem es hieß, es gebe Offiziere, die vom Menschenhandel profitieren. Reuters wurde dafür mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, die beiden Phuketwan-Redakteure wurden wegen Verleumdung vor einem thailändischen Gericht verklagt.

\’officers\‘ wird fuer alle moeglichen Beamten benutzt, zB auch Beamte des Ministeriums, Zoll-Beamte, Polizeibeamte, ….. , aber auch fuer „Offizier“,was eine Dienstgradgruppe neben den Unteroffizieren und den Mannschaften ist.
Die gibt es aber bei vielen Laendern auch in allen Beamtengruppen. In der Verwaltung nennt man das in Deutschland „gehobener Dienst“.
Daneben gibt es im Englischen den Ausdruck \’offical\‘ der ist aber inThailand wenig bekannt und fuehrt meist zur Verwirrung.
Von einem \’officer\‘ kann man nicht auf einen Offizier einer bestimmten Waffengattung schliessen.
Das wurde aber behauptet (nur von den beiden Phuketwan-Redakteuren) , wodurch sich die Navy zurecht beleidigt fuehlt!

<a href="http://https://www.facebook.com/schoenes.thailand">STIN</a>: In TH ist es wohl ähnlich wie in Deutschland. Einen Beamten kann man nicht fristlos entlassen, das ist in TH per Gesetz nicht möglich. Man kann ihn eigentlich nur auf einen inaktiven Posten versetzen, ähnlich einer Suspendierung in Deutschland, wo der Beamte auch noch weiter Gehalt bezieht, ich glaube die Hälfte.

Eine Suspendierung (suspend im Englischen) ist eine Disziplinarmassnahme die jeder DisziplinarVorgesetzter aussprechen kann.
http://de.wikipedia.org/wiki/Dienstenthebung
Fuer eine Entlassung braucht es einen Schuldspruch durch einen Richter.
Die Bezeichnung „inaktiver Posten“ hoert sich fuer DACHler wenig negativ und verwirrend an, fast sogar wie eine Belohnung .
Ich denke, in Englisch sprechenden Laendern wird \’suspend\‘ benutzt und das mit dem inaktiven Posten ist mehr nur „Thai-English“/“Bangkok-Post-English“/…. .